Fotowettbewerbe

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Preise in der Fotografie bei Fotowettbewerben gewinnen

Sich mit anderen Fotografen zu messen, liegt in der menschlichen Natur. Deshalb finden sich inzwischen auch zahllose nationale und internationale Foto-Wettbewerbe.

Die meisten Fotografen (Amateure wie Profis) liebäugeln zu einer Zeit mit diesem Thema. Nehmen Sie daran teil, falls Ihnen daran liegt. Aber beachten Sie folgende Fakten, damit Sie vorbereitet sind:

Hybris bei Fotowettbewerben

Es mag sein, dass Sie einfach genial sind und bereits das erste Foto, das Sie schießen, perfekt ist.
Wissenschaftliche Untersuchungen in zahlreichen Ländern zu allen denkbaren Begabungen bestätigen allerdings, dass Genialität eher selten ist und selbst dann nichts nützt, solange man diese Gabe nicht ständig und intensiv trainiert. Übung ist das Stichwort. In der Fotografie bedeutet dies, dass man nur durch ständiges Fotografieren, Analyse und Selbstkritik zu Verbesserungen gelangt.

Der berühmte Pianist und Komponist Horowitz soll einmal gesagt haben: Wenn ich einen Tag nicht übe, dann merke ich es. Wenn ich zwei Tage nicht übe, dann merkt es meine Frau. Und wenn ich drei Tage nicht übe, merkt es die ganze Welt.

Zu Zeiten der analogen Fotografie galt die Regel, dass man unter vorheriger sorgfältiger Beachtung aller technischen Regeln unter 1.000 Fotos ein sehr gutes erhalten kann. M.E. hat sich dieses Verhältnis auch in der digitalen Fotografie nicht verbessert.

Stellen Sie sich deshalb ernsthaft die Frage: Wie oft fotografiere ich?

Viele Teilnehmer(innen) an Wettbewerben fotografieren mehrere Stunden täglich. Entweder sind es Profi-Fotografen, die davon leben, oder sehr engagierte Amateure, die nur für dieses eine Hobby leben.

Gegner(innen) auf Fotowettbewerben

Geld, Zeit, Erfahrung für Fotowettbewerbe

Selbstverständlich dürfen Sie sich als Otto-Normal-Verdiener an Fotowettbewerben beteiligen. Allerdings sollten Sie folgendes wissen:

Wenn der Spruch gilt: Zeit ist Geld, dann gilt auch die Umkehrung: Wer ausreichend Geld hat, besitzt mehr Freizeit - z.B. zum Fotografieren. Wer gewinnen will, sollte auch die notwenigen finanziellen Mittel für besondere Fotos mitbringen.

Sujets der Fotowettbewerbe

Sie mögen den faszinierendsten Sonnenuntergang der Welt hinter Ihrem Haus fotografiert haben. Aber das reicht heute bei weitem nicht mehr für ein Siegertreppchen aus.

Die neue Betrachtungsweise auf Fotowettbewerben

Lügen bei Fotowettbewerben

Leider ist es heute nicht nur absolut üblich, sondern sogar notwendig zu Lügen, um bei Wettbewerben zu siegen.

Ehrliche Fotografen/innen haben es folglich schwer.

Betrug

Post-Production für Fotowettbewerbe

Heute ist die Nachbearbeitung am PC mindestens so wichtig für den Gewinn eines Wettbewerbes wie die fotografische Vorbereitung - wenn nicht sogar noch wichtiger.

Freundes-Netzwerke für Fotowettbewerbe

Zunehmend finden heute bei Wettbewerben Vorauswahlrunden im Internet statt. Als einzelner Fotograf tut man sich da sehr schwer.

Als introvertierter Einzelgänger, der sich voll auf Erstellung brillanter Fotos konzentriert, haben Sie es bei Wettbewerben schwer. Sie benötigen ein umfassendes Social-Network-Marketing zum Erfolg.

Zeitgeist der Fotowettbewerbe

Es werden heutzutage leider nicht fachlich gute Fotos hoch gewertet, sondern Fotos, die dem Zeitgeist entsprechen.

Anders lässt sich kaum erklären, dass in zahlreichen Wettbewerben die identischen Fotos unter den prämierten liegen.

Hinweis: Zurzeit stehen dank der These der globalisierten Erderwärmung alle Juroren auf niedlich wirkende (ideal aus der Luftperspektive mit Weitwinkelobjektiv) gezeigte vom Aussterben bedrohte Eisbären, die einsam auf einer Scholle verloren in der schmelzenden Arktis treiben. Begehen Sie deshalb auf keinen Fall den Fehler, ein Foto eines über zwei Meter großen Eisbären zu machen, der als das gefährlichste Raubtier zu Lande, eine niedliche junge weiße Robe abschlachtet, oder gar einen Menschen angreift. Gleichgültig wie gefährlich die Aufnahme auch sein sollte und wie brillant sie de facto ist. So etwas will der Zeitgeist nicht sehen.

Kunst? - Wettbewerbe als Chance für Fotokünstler?

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen die bei Wettbewerben eingereichten und prämierten Fotos für Kunst halten und deren Urheber für Künstler. In der Folge versuchen sich auch tatsächliche Künstler mit ihren Fotos vergeblich bei Wettbewerben.

Ketzerisch wage ich die These, dass kein Kunstwerk der Fotografie, das in einem der Musen oder Galerien hängt, es jemals auch nur in die Endauswahl eines Fotowettbewerbes schaffen würde.

Ähnlich geringe Chancen dürften die seit Jahren auf Auktionen hoch gehandelten Fotos der tatsächlichen Fotokünstler bei Fotowettbewerben besitzen.

Kunst oder schön ist bei Wettbewerben im Sinne des Mainstream-Massengeschmacks zu verstehen. Ein Foto muss folglich ziemlich klischeehaft auch noch dem (fotografisch) ungebildetsten Mitglied des Jurorenkollektivs gefallen, denn es wird demokratisch abgestimmt. Die Mehrheit entscheidet. Mehrheitsgeschmack oder Allgemeingeschmack ist jedoch etwas, das man früher noch als Kitsch bezeichnen durfte. Kitsch als Begrifflichkeit ist einerseits oft definiert durch die Übertreibung, andererseits durch die Intention einer kommerziellen Verwertung. Vieles erinnert bei Fotos in Wettbewerben an die Ästhetik der Werbung in Fernsehen, Illustrierten und dem Internet, sofern man diesen Fotos überhaupt eine Ästhetik zusprechen möchte.

Wettbewerbsprofis

Wer nur einmal an einem Wettbewerb teilnimmt, ist chancenlos.

D.h. Zeit, Ausdauer, Nerven, Geduld und viel Geld sind erforderlich, um auf Wettbewerben Ruhm und Ehre sowie etwas Geld zu gewinnen.

Die Kosten übersteigen die Gewinne eines Fotowettbewerbs

Unterschätzen Sie die Kosten zur Teilnahme an Wettbewerben nicht.

Inflation der Foto-Wettbewerbe

Aufgrund der enormen Vorteile für die Ausrichtenden bei Wettbewerben, steigt die Anzahl der Foto-Wettbewerbe sprunghaft an.

Ein Tipp für gewinnorientierte Fotografen/innen: Rufen Sie Ihren eigenen Fotowettbewerb ins Leben. Finanziell lohnt sich das für Sie auf jeden Fall. Sie müssen dabei noch nicht einmal kreativ, intelligent oder Fotograf/in sein. Kupfern Sie einfach die anderen ab.

Oft unqualifizierte Wertungsrichter/innen bei Fotowettbewerben

Von einer Foto-Größe entdeckt werden bei einem Fotowettbewerb

Renommierte Fotografen, welche in die Jury von Foto-Wettbewerben aufgenommen werden, dienen bei großen Ausschreibungen auch als Magnet. Zahlreiche Teilnehmer/innen hegen die Hoffnung, dass Sie und ihr Können - insbesondere bei größeren Fotowettbewerben - von einer der weltweit renommierten Fotogrößen endlich erkannt werden.
Das letzte moderne Märchen: Die Jury-Prinzessin küsst den kleinen unbekannten Frosch, der dann zum Prinzgemahl mutiert, die Prinzessin heiratet und nach dem baldigen Ableben des alten Königs das weltberühmte Fotostudio übernimmt.

Natürlich dürfen Sie träumen. Aber die Fakten sprechen dagegen.

Minimaler Lernerfolg der Fotowettbewerbe

Das Maximum, das Sie für die Teilnahme an einen Fotowettbewerb als Feedback erhalten ist eine sehr abstrakte Bewertung der Folgenden Art:

Alternativ finden sich Bewertungen wie:

Klingt gut. Aber was haben Sie daraus gelernt? Wo liegen Fehler vor, die Sie verbessern können? Wie können Sie diese Details optimieren?

Das Einzige, das Sie durch die regelmäßige Teilnahme an Foto-Wettbewerben lernen, ist, wie man bei Fotowettbewerben momentan Erfolg haben kann. Aber Sie lernen nicht, wie Sie selbst technisch, gestalterisch und inhaltlich auch für die Zukunft reproduzierbar gute Fotos machen.

Wichtig wäre jedoch für Ihre fotografische Verbesserung eine sachliche und weiterführende konstruktive Kritik.

Wenn Sie eine ehrliche und umfassende Bewertung Ihres Fotos wünschen, so schicken Sie dieses eher an einen ehrlichen Kritiker wie Craig Tanner, der eingesandte Fotos ausführlich bespricht. Solche Fachleute erteilen Ihnen kompetente und konkrete Ratschläge zur sofortigen Verbesserung Ihrer Fotos.

Hohes Rating = Lizenz zum Gelddrucken ?

Viele Teilnehmer/innen verwechseln im Übrigen eine gute Bewertung bei einem Wettbewerb oder in einer Fotocommunity mit der Chance, dieses Bild im Anschluss für viel Geld oder sehr oft verkaufen zu können. Manche erliegen auch dem irrigen Glauben, dass eine Teilnahme an Wettbewerben auf den Beruf des Fotografen vorbereitet. Fotowettbewerbe mit ihrem oft uneingestandenen künstlerischen Anspruch haben jedoch nur wenig mit dem Berufsalltag eines Fotografen oder den modernen Marketing-Anforderungen an Fotos zu tun.

In der Regel findet sich jedoch seit Jahren keines der höchstbewerteten Fotos unter den am meisten verkauften der Micro-Stock-Listen. Dies liegt u.a. anderem daran, dass Foto-Bewerter/innen und Käufer/innen keine identischen Zielgruppen sind.

Eine Auszeichnung als Gewinner/in eines Fotowettbewerbs macht sich vielleicht gut im Lebenslauf oder auf dem Cover eines (Kunst-) Bildbandes. Aber sie garantiert keine hohen oder sogar dauernden Einnahmen im Anschluss. Der künstlerische Wert der Fotos wird somit keineswegs immer finanziell honoriert.

Alternative zu Fotowettbewerben

Ich frage mich angesichts der oben geschilderten Fakten, warum heute gute Fotografen/innen an solchen Wettbewerben teilnehmen.

Wenn ein wirklich gutes Foto auch bei einem Fotowettbewerb gewinnt, dann ist das Bild m.E. marktgerecht und hätte auch über einen Foto-Micro-Stock-Marktplatz im Internet verkauft werden können.

Das Hautproblem liegt vermutlich darin, dass sich viele von den auf den ersten Blick attraktiven Hauptpreisen täuschen lassen. Im Gegensatz hierzu sind die monatlichen Einnahmen im ersten Jahr durch den Bilderverkauf in einem Foto-Micro-Stock-Market gering. Aber Vorsicht: Das muss man auf gut 5 Jahre hochrechnen.

Angenommen Sie verdienen an Ihrem Foto nur 50 Cent, dann werden Sie im ersten Monat bei 100 Verkäufen nur 50 Euro verdienen. Das wären aber bei 12 Monaten bereits im ersten Jahr 600 Euro - deutlich mehr als die meisten kleinen Foto-Wettbewerbe als Einzelprämie ausschütten.
Falls Ihr Foto gut ist, dann werden die Verkaufszahlen jedoch in den Folgejahren deutlich ansteigen. D.h. Sie dürfen bei guten Fotos durchaus von mehreren hundert Euro je Monat Gewinn ausgehen. Multipliziert mit 12 Monaten im Jahr ergibt dies bereits vierstellige Einnahmen - mehr als die meisten Wettbewerbe als Hauptpreise anbieten. Hinzu kommt, dass Sie diese Einnahmen kontinuierlich erzielen. Profis gehen davon aus, dass gute Fotos fünf und mehr Jahre satte Gewinne abwerfen.

Da kommerzieller Gewinn für viele Teilnehmer ausscheidet, kann es sich nur um den Faktor Ruhm und Ehre - heute eher als Publicity bezeichnet - handeln.
Und in der Tat ist diese Phänomen auch aus zahlreichen anderen Bereichen bekannt: Menschen, die finanziell vieles oder alles erreicht haben, streben dann mit hohem finanziellem Einsatz um Prestige. Die Fotowettbewerbe sind hier nur ein Betätigungsfeld.

Ruhm und Ehre - Publicity

Manche Teilnehmer an Fotowettbewerben träumen davon, mit einem einzigen Sieg bei einem Wettbewerb berühmt zu werden. (DSDS - Deutschland sucht den Superstar lässt grüßen).

Lotto

Berücksichtigt man folgende Faktoren:

Dann ist die Chance, bei gleichem Einsatz im Lotto zu gewinnen, deutlich höher.

Fazit Fotowettbewerbe

Wenn Sie an Wettbewerben teilnehmen wollen, so tun Sie dies auf jeden Fall. Aber lassen Sie sich nicht frustrieren.
Die Fotografie ist ein wunderschönes Hobby, auch ohne, dass Sie einen Preis dafür gewinnen.

P.S.: Die meisten Preisträger kennt kein Mensch. Sogar die welt-besten Preisträger eines Jahres sind im kommenden Jahr meist bereits vergessen. Dieser Ruhm ist sehr flüchtig. Und Ruhm ist nicht alles. Wenn Ihnen Ihr Foto gefällt, dann war es der Mühe wert. Und dann lohnt es sich, auch weiter zu fotografieren.

Falls einer anderen Person eines Ihrer Fotos gefällt, dann sollten Sie überlegen, ob sie es ihm schenken oder zum Selbstkostenpreis überlassen.
Wenn mehreren anderen Personen Ihre Fotos gefallen, dann sollten Sie anfangen, Ihre guten Fotos an diese Interessenten zu verkaufen.
Auch so kann man berühmt werden.

Titel kaufen

Man kann sich die Titel zu Fotowettbewerben / Fotomeisterschaften inzwischen übrigens auch kaufen. Wenn es nur um die dekorative Urkunde an der Wand geht, dann geht dies heute erstaunlich preiswert und mühelos. Weitere Informationen hierzu per Kontaktformular.

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