Tests, Erfahrungsberichte, Rezensionen, Wissenschaftlichkeit, Objektivität, Neutralität

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Tests der Fotoausrüstung / Testergebnisse in der Fotografie

vg

Bevor man hunderte oder sogar über 1.000 Euro für eine Kamera, ein Objektiv, ein Stativ oder sonstiges Zubehör ausgibt, sollte man sich Testberichte, Erfahrungsberichte und Rezensionen durchlesen. Allerdings gilt auch hier - wie immer - dass man die Testkriterien und Ergebnisse auf die Anwendbarkeit auf die eigenen Wünsche prüft. Es reicht keinesfalls aus, einfach nur die Gesamtpunktzahl in irgendwelchen Rankings zu beachten.

Salvatorische Klausel

Die hier gewählten Beispiele sind zufällig, aber alle belegbar.

Es geht in diesem Artikel über Tests in der Fotografie um die Darstellung allgemeiner Phänomene, die gerne übersehen werden. Sie betreffen (cum grano salis) alle Produkte und sämtliche Hersteller sowie alle Tester, Testlabore und Fotomagazine.

Wissenschaftlichkeit der Tests

Unterschiedliche Rahmenbedingungen der Tests

Auch die wenigen veröffentlichten Testkriterien sind vage und unterscheiden sich untereinander.

Das Vorhandene klingt zwar auf den ersten Blick sehr präzise und wissenschaftlich. Aber Sie können diese Details konkret nicht umsetzen, da fast alle wichtigen Angaben für einen Nachvollzug fehlen.

Ferner gelten diese Testkriterien auch nur für die umfangreichen Haupttests. Sogenannte Kurztests, Praxistests, Hands-on-Tests etc. unterliegen oft keinen Testkriterien. Da verlässt man sich dann nicht selten auf die Erfahrung des Fotografen. Dabei handelt es sich jedoch um eher subjektive und zumindest nicht festgelegte oder nachprüfbare Rahmenbedingungen.

Auch beim Zubehör (wie z.B. Blitze, Stative, Rucksäcke etc.) scheinen keine festen Testkriterien vorzuliegen. Zumindest fand ich bisher keine Veröffentlichungen.

Indirekt kann man sich aus den Testergebnissen einiges erschließen. Aber dann öffnen sich plötzlich Abgründe:

Bewertung und Gruppierung bei Tests - der subjektive, menschliche Einfluss

Nehmen wir als Beispiel an, mehrere exakte, wissenschaftliche Messungen hätten ergeben, dass ein Gefäß ein potentielles Fassungsvermögen / Volumen von 1 Liter besäße. Weiterhin hätten mehrere wissenschaftlich verifizierte Messungen ergeben, dass sich in diesem Gefäß derzeit 1/2 Liter Flüssigkeit befindet. Beide Tatsachen sind präzise belegt und dokumentiert, so dass auch andere Wissenschaftler diese Messung nachprüfen können. Nun kann die Bewertung dieser Fakten jedoch unterschiedlich ausfallen. Z.B.: Das Glas ist halb leer, oder das Glas ist halb voll. Diese Auslegungen haben direkt nichts mit der Wissenschaftlichkeit der Analyse zu tun. D.h. bei der Bewertung setzt die Subjektivität der Betrachtungsweise der wissenschaftlich erhobenen Fakten ein. Eine Sichtweise ist also im Grunde nur die subjektive Interpretation der Fakten. Jede Sichtweise ist auf jeden Fall primär zulässig, so lange, bis sie durch weitere Fakten ggf. widerlegt wird.

Falsche Testmaterialien bei Tests

Trendlinien bei Tests

Fehler bei Tests

Sowohl in sämtlichen Internet-Auftritten zur Fotografie als auch in allen gedruckten Fotofachzeitschriften habe ich inzwischen massive Zahlen-Fehler bei Tests nachweisen können.

Willkürlich festgelegte Laborbedingungen bei den Tests

Zeit für die Tests

Viele Fotografen glauben, dass sich ein Tester oder ein Testlabor sehr viel Zeit nehmen, um etwas zu testen.

Unter solchem Zeitdruck verwundert es - zumindest mich - kaum mehr, dass fast kein Tester mehr das Handbuch durchliest.

Geld für die Tests

Abschreiben bei Testberichten

Als Folge des Zeit- und Geldmangels findet sich ein Phänomen, das man höflich als Duplizität umschreiben kann.

Kamera-Abhängigkeit der Tests

Alle Ergebnisse hängen von der verwendeten Kamera ab.

Objektive in Tests

Weitwinkel-Aufnahme

Hier die Aufnahme mit einem (Tokina-) Weitwinkel-Zoom-Objektiv mit 16mm (möglicher Offenblende 2,8) und tatsächlich verwendeter Blende 5,6 (also um 2 Blenden abgeblendet) - völlig ungeschärft.

Weitwinkel-Aufnahme

Hier der 1:1 Ausschnitt dieser Aufnahme aus dem linken oberen Randbereich - völlig ungeschärft.
In diesem absoluten Randbereich eines Fotos wird kaum gemessen, da man dort grundsätzlich keine Abbildungsqualität mehr erwartet.
Ich halte die hier gezeigte Qualität jedoch noch für absolut akzeptabel für ein extremes Weitwinkelzoomobjektiv.
Wem das nicht ausreicht, der kann nachschärfen - mit enormer Wirkung. Siehe Folgebild.

Weitwinkel-Aufnahme nachgeschärft

Hier der 1:1 Ausschnitt (Originalgröße) dieser Aufnahme aus dem linken oberen Randbereich nachgeschärft mit Stärke 150%, Radius 1,5, Schwellenwert 5.
Physikalisch gesehen kann man jedoch nur nachschärfen, was vorhanden ist. Die Optik ist folglich durchaus gut. - Zumindest erfüllt sie meine zweifellos hohen Anforderungen.
Zur Klarstellung: Dieses Objektiv wurde in einem Test völlig abgewertet: ... sinken schon wenig außerhalb der Bildmitte die Werte für Kontrast und Auflösung deutlich ab und die Leistung der Optik ... bleibt insgesamt mäßig.
Es mag ja sein, dass die Fotozeitschrift gemäß der von mir festgestellten, üblichen Serienstreuung ein um 20-30% unter dem Durchschnitt liegendes Objektiv erhielt und ich gleichzeitig eine Version, die um 20-30% über dem Produktionsdurchschnitt liegt, erwarb. - Prüfen Sie deshalb selbst alle Angaben nach. Es kann sich wirklich lohnen.
Dieses 2,8er Objektiv hat sogar noch Reserven, da man ja noch auf Blende 8 (oder noch höher) abblenden kann. Allerdings benötigte ich für dieses Foto 1/640 Sekunde aufgrund der hohen Winkelgeschwindigkeit des Karussells.

Blitzgeräte in Tests

Inzwischen dürfte klar sein, warum ich vom Nikon-Blitz zu Canon gewechselt bin. Es zählen für mich Fakten der praktischen Fotografie, nicht die eindeutig einseitigen und teilweise manipulierten Testergebnisse mancher Fachzeitschriften. - Nachtrag: 2016 hat Nikon die notorisch überhitzenden Modelle SB-900 und SB-910 durch einen völlig überarbeiteten Blitz mit Kühlfunktion ersetzt (SB-5000), der auch Serienbilder verkraftet und nun erstmals halbwegs mit dem ebenfalls neuen Canon Speedlite 600EX II-RT bei Sportblitzaufnehmen mithalten kann.

Auch hier müssen wiederum Sie selbst entscheiden, welche Details für Sie wichtiger sind. Das irgendwie von einer unbekannten Person gewichtete Gesamttestergebnis der Blitze (in dem von mir gemeinten Artikel sogar mit nachträglich zu Gunsten eines Gerätes abgeänderten Zahlen) ist nicht aussagekräftig.

Fotos - Was wird verglichen ?

Bei Kamera- und Objektiv-Tests werden oft völlig unvergleichbare Dinge miteinander verglichen.

Serienstreuung

Kombinationsfehler

Transportschäden / Unfälle bei der Handhabung

Bei jeder Nutzung der Kamera kann es zu Schäden kommen.

Altersabhängigkeit

Jedes Material altert.

Testorientierung

Tests - am Beispiel der Stative

Angesichts der komplexen Elektronik leuchtet es vielen Fotografen ein, dass Tests einer Kamera schwierig sind. Allerdings sieht es selbst bei rein mechanischem Zubehör nicht besser aus.

Testkriterien bei Stativen

Testkriterien seriöser Zeitschriften sind u.a.:

Manche Testkriterien sind sofort einleuchtend und auch durchaus praxisrelevant. Andere hingegen konnte ich bis heute nicht nachvollziehen.

Biegefestigkeit

Bei Tests wird fast immer die Belastungsabweichung / Durchbiegung als Kriterium verwendet, berücksichtigt und bewertet.
Allerdings ist mir der Praxisbezug schleierhaft.

Zwar ist für die Theorie physikalisch verständlich, dass eine höhere Abweichung nachteiliger ist, als eine geringe. Aber es handelt sich um ein Naturgesetz, dass jedes Material sich unter Druck / Last verbiegt, bis es bricht. Dies gilt nicht nur für jedes Metall, sondern auch für jeden Kunststoff - also auch für Carbon.

Die Biegefestigkeit ist zwar unterschiedlich. De facto sind physikalisch interessant und für die Foto-Praxis nur zwei Dinge relevant:

Mir sind keine Situationen denkbar, bei denen eine - um wenige Millimeter (und nur um diese Dimensionen sprechen wir bei modernen Stativen) - größere Verbiegung zu einem schlechteren Foto führen sollte.

Die Verbiegung tritt spontan durch die Last ein. D.h. nachdem der Stativkopf sowie die schwere Kamera mit dem Objektiv auf das Stativ montiert wurden, hat sich jedes Stativ minimal verbogen. Aber das war es auch schon. Es handelt sich um einen einmaligen, relativ schnell verlaufenden physikalischen Vorgang, kein über Stunden sich ständig kontinuierlich verschlechternden Verlaufsprozess.

Nachdem das Material das auf ihm lastende Gewicht durch seine Verbiegung ausgeglichen hat - quasi sich in eine stabile Ausgleichslage begeben oder ein Gleichgewicht der Kräfte erzeugt hat - steht es stabil, und eine saubere Justierung der Kamera ist möglich. Diese Position wird dann auch von jedem guten Stativkopf gehalten. Wenn sich die Bildgestaltung (Bildwinkel etc.) ändert, so liegen die Gründe meist am rutschenden Stativkopf, oder dem Menschen, der an das Stativ gestoßen ist.

Davon ausgenommen bleiben selbstverständlich Überlastungen von zu dünnen Beinsegmenten, die zu irreversiblen Verbiegungen oder zu einem Bruch führen können. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Schaden an der Kamera oder sogar dem Totalverlust der Kamera samt Objektiv. Allerdings betrifft das Phänomen der Überlastung alle Materialien. Bei Metallen erkennt der Laie Verbiegungen allerdings schneller als bei Carbon.

Innerhalb der normalen Lastgrenze, welche die Hersteller heute durchaus korrekt angeben, sehe ich keine Probleme.

Meines Erachtens spielt es somit für die Bildqualität keine Rolle, ob sich das gesamte Stativ vorher 0,5 mm oder 1 Zentimeter durchgebogen hat.

Methodik

Manchmal mangelt es bereits an der Methodik der Tests.

Einschränkungen

Bei den Tests gelten weitere Einschränkungen:

Fazit: Schalten Sie Ihr Gehirn ein und denken Sie genau nach, ob die getroffenen Aussagen und Urteile zutreffen können, und wenn ja, ob sie für Sie und Ihre Einsatzzwecke relevant sind.

Erfahrungsberichte im Internet

Inzwischen finden sich nicht nur bei Amazon, sondern fast überall sogenannte Erfahrungsberichte.

Fazit: Schalten Sie auch hier Ihr Gehirn ein und denken Sie genau nach, ob die getroffenen Aussagen und Urteile zutreffen können, und wenn ja, ob sie für Sie und Ihre Einsatzzwecke relevant sind.

Auch bei dem so vertrauensvoll erscheinenden Facebook sieht es keinesfalls besser aus.

Bezahlte Beeinflusser / Meinungsbildner in sozialen Medien

Bleiben Sie vorsichtig. Ein guter Fotograf wird immer nur für seine Fotos (und sich) Werbung machen und nie für seine Kamera oder seine Objektive. Oder kennen Sie einen seriösen Handwerker, der seinen Hammer oder Schraubenzieher bei Ihnen bewirbt? - Mit anderen Worten: Das Handwerkzeug ist beim Fotografieren heute weitestgehend gleichwertig.

Nachtrag für die Firmen und sonstige Interessenten: Ich kann Ihnen für sehr wenige Geld spielend leicht 100.000de gut aussehende Follower in jedem sozialen Medium besorgen. Das machen heute Computernetzwerke z.B. in Bangladesch, Pakistan oder Afghanistan in wenigen Tagen.

Stiftung Warentest

Vor allem die Bewertungskriterien sind jedoch bei Stiftung Warentest bewusst fast immer allgemein statt Praxisbezogen. Dies kann ich an einem für Fotografen eher emotionslos zu konsumierendem Beispiel eines Klimagerätes darlegen. Es geht hier jedoch um das Prinzip der Bewertung und Notenfindung sowie den Konsequenzen für Sie und Ihre Kaufentscheidung.

Fazit zu Tests

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