Beisetzung des griechischen Gesandten und Gelehrten Manuel Chrysoloras während des Conzils am 25. April 1415

vg
Lage des Gemäldes im Kreuzgang

Bilddaten

Das neunte Gemälde zur Geschichte der Insel in Konstanz besteht aus einem Panorama aus zwei Bögen mit einem dritten Mittelteil mit gemaltem Spitzbogen.

Beisetzung des griechischen Gesandten

Beisetzung des griechischen Gesandten und Gelehrten Manuel Chrysoloras während des Conzils am 25. April 1415, Zustand 2014.

Bildbeschreibung erste - alte Fassung 1888

Obwohl der Schaden an dem ursprünglichen Bild bereits 1901 entstanden war, ließ sich Häberlin mehrfach von Zeppelin bitten, bevor er - mit drei Jahren Verzögerung - endlich an die Restaurierungsarbeit ging.

Beisetzung des griechischen Gesandten

Beisetzung des griechischen Gesandten und Gelehrten Manuel Chrysoloras während des Conzils am 25. April 1415, reparierter Neu-Zustand um 1905 fotografiert.

Bildbeschreibung zweite - neue Fassung 1904

Beisetzung des griechischen Gesandten

1. linker Bogen: Beisetzung des griechischen Gesandten und Gelehrten Manuel Chrysoloras während des Conzils am 25. April 1415, Zustand 2014.

Beisetzung des griechischen Gesandten

2. Feld in der Mitte: Beisetzung des griechischen Gesandten und Gelehrten Manuel Chrysoloras während des Conzils am 25. April 1415, Zustand 2014.

Beisetzung des griechischen Gesandten

3. rechter Bogen: Beisetzung des griechischen Gesandten und Gelehrten Manuel Chrysoloras während des Conzils am 25. April 1415, Zustand 2014.

Geschichtsfakten

Häberlins Fresko zeigt eine römisch katholische Beerdigung. Man war sich zuerst bei diesem Griechen nicht sicher, weil er sogar teilweise für einen Schismatiker gehalten wurde, aber entschied sich schließlich dazu. Zeppelin schrieb hierzu an Häberlin am 14.4.1886: "...glaube ich wirklich, wir dürfen dreist die Frage in dem Sinne entscheiden, wie es uns am besten passt." 6  - Auch wenn Zeppelin im Ergebnis mit der katholischen Zeremonie vermutlich richtig lag, so erstaunt die Wortwahl und das dahinter stehende Denkmuster bei einem Historiker. Geschichte war für Zeppelin folglich das, was ihm als Geschäftsmann in sein Konzept passte.

Eberhard Graf Zeppelin machte auch bei diesem Bild detaillierte Vorgaben, wie z.B. das Innere der Kirche bis hin zu den gotischen Fenstern, dem Chorgestühl und den Fresken der Heiligen zu malen seien - und aus welcher Perspektive. Allerdings scheint Häberlin auch in diesem Bild wieder einmal einiges anders gemacht zu haben, als der Auftraggeber wünschte.

An den zwei Versionen (insbesondere des linken Bildteiles) wird ferner ersichtlich, dass Häberlin entweder keine Fotos vom Originalzustand besaß, oder (wahrscheinlicher) nach 16 Jahren sowieso keine perfekte Restauration des beschädigen Originals herstellen wollte. Er war schließlich ein herausragender Maler, der sich an den neuen Erkenntnissen orientierte und somit das Bild aus seiner Sicht nun korrekter malen konnte.

Beisetzung des griechischen Gesandten

Beerdigungsinschrift auf dem Stein über dem Grab des griechischen Gelehrten Manuel Chrysoloras. Sie befindet sich heute in der Bar auf einem Bodenpfeiler an der Nordseite des Chors der Dominikanerkirche.

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Hier geht es zum 10. geschichtlichen Ereignis auf der Insel - Hus im Inselthurm 1414 - 15

1 Ein Foto des linken Bogens der ersten Version aus der Sammlung Wolf findet sich im Stadtarchiv Konstanz in zwei Varianten: Inventarnummer 1092 und 1120.

2 Allgemein zu Manuel Chrysoloras siehe Thorn-Wickert, Manuel Chrysoloras. Abweichend gibt Maurer, Konstanz im Mittelalter Band II, S. 44, als Todesdatum des Gelehrten Chrysoloras den 13.4.1415 an. Ebenso Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz und ihrer nächsten Umgebung, S. 31.

3 Marmor, Beitrag zur Geschichte des Dominikaner- oder Predigerklosters auf der Insel.
Ebenso Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz und ihrer nächsten Umgebung, S. 32. Er schreibt sie jedoch Cardinal Barrensis und Bischof Niklaus von Konstanz in der Normandie.

4 Maurer, Konstanz im Mittelalter Band II, S. 44.
Insgesamt starben noch viel mehr Konzilsteilnehmer während ihres Aufenthaltes in Konstanz. So. z.B. auch ranghohe, wie: Kardinal Londolfo Maramaldo von Bari am 16.10.1415. Dieser und auch Kardinal Francesco Zabarella von Florenz wurden anschließend wieder exhumiert und in ihre Heimat überführt.

5 Marmor, Beitrag zur Geschichte des Dominikaner- oder Predigerklosters auf der Insel.
Ebenso Feger, Konstanz, Aus der Vergangenheit einer alten Stadt, S. 46.
Ebenso Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz und ihrer nächsten Umgebung, S. 31.
Die italienische Nation war die 4. Gruppe und umfasste u.a. das Königreich Lamparten (=Lombardei), Rom, Sizilien, Nappols (= Neapel).

6 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, Brief vom 14.4.1886, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 230.

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