Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888

vg
Lage des Gemäldes im Kreuzgang

SM = Seiner Majestät

Bilddaten

Das 17. Gemälde zur Geschichte der Insel in Konstanz ist ein Panorama, das vier Bögen ausfüllt und fast die ganze Süd-Seite des Kreuzganges bedeckt.

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II.

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888, Zustand 2014.

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II.

1. linker Bogen: Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888, Zustand 2014.

Bildbeschreibung 1. (linker) Bogen

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II.

2. linker mittlerer Bogen: Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888, Zustand 2014.

Bildbeschreibung 2. (linker mittlerer) Bogen

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II.

3. rechter mittlerer Bogen: Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888, Zustand 2014.

Bildbeschreibung 3. (rechter mittlerer) Bogen

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II.

4. rechter Bogen: Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888, Zustand 2014.

Bildbeschreibung 4. (rechter) Bogen

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II.

Besuch SM des Kaisers Wilhelm II. bei Herzog Adolf von Nassau im Inselhotel. 1888, Original-Zustand um 1895 fotografiert.

Geschichtsfakten

1888 galt in Deutschland als sehr bewegtes Dreikaiserjahr. Der Besuch des Inselhotels durch Kaiser Wilhelm II. fand am zweiten Tag seines Aufenthaltes in Konstanz statt - am 29. September 1888.

U.a. im Schreiben vom 26.2.1889 teilte Eberhard Graf Zeppelin Häberlin mit, dass er sogar Fotos der beteiligten Adligen erhalten habe, welche der Maler verwenden sollte. 3  Ferner wies er Häberlin auf Details, bis zu den Farben der Kragen und Orden der Personen hin. Für das Bild des Kaiserbesuches fuhr Häberlin angeblich sogar zu zahlreichen teilnehmenden Personen und portraitierte sie. U.a. soll er das Erbprinzenpaar von Baden, Großherzog von Baden in Freiburg, Großherzog von Luxemburg in Hohenburg und den Großherzog von Sachsen in Weimar aufgesucht haben. 4  Ob dies so im Detail stimmt, ist ungewiss, da es sich hier um einen teilweise beschönigenden Nachruf handelt. Allerdings sahen seine Zeitgenossen es so, dass Häberlin es wirklich genau mit den Details nahm.

Dennoch scheinen manche Details unrealistisch. Kaiser Wilhelm benutzt z.B. beide Hände zur Begrüßung, obwohl er seinen zu kurzen, verkrüppelten linken Arm sonst eher auf seinem Degen ruhen ließ. Hier ging es eher um Heroisierung des neuen Kaisers. Und da passte solch ein Unheil bringender Makel einer Verkrüppelung nicht hinein.

In diesem Panoramagemälde wird die zeitgenössische Propaganda der Historienmalerei am sichtbarsten. Die Verherrlichung des Kaisers und des Ereignisses für das Inselhotel sind unübersehbar. Der zweite Bogen von links ist der wichtigste und zentrale Bildbestandteil. Die drei anderen Bilder darum herum zeigen nur die Zuschauer. Auf alten Fotos sind folglich auch nur die beiden Mittelbögen abgebildet. Die meisten Fotografen hielten früher die normale Bevölkerung als Beiwerk für unwichtig. Es zählten nur noch der Kaiser und die ihn umgebenden Offiziere. Auffällig für das neue Deutsche Reich ist die hohe Zahl an Adligen in Uniform, welche den kompletten inneren Kreis um den Kaiser bilden. Erst in den hinteren Reihen finden sich Zivilisten.

Eberhard Graf von Zeppelin

Eberhard Graf von Zeppelin, abgebildet in der Mitte des Bildes des Besuches Wilhelms II. 1888, Zustand 2014.

Dieses mit vier Bögen ebenfalls monumentale, und über 12 Metern längste, dritte Kaiserbild steht in klarer Folge der zwei vorherigen von Karl dem Großen und Kaiser Maximilian. Mit der Dreizahl bildete es nicht nur den Bogen, sondern rundet Zeppelins Programm ab. Denn hier konnte sich Eberhard Zeppelin persönlich hineinmalen lassen, wobei er, sowohl in den zwei Mittelbögen als auch vom ganzen Panorama aus betrachtet, ziemlich exakt in der Mitte steht. Als ob sich alles um ihn drehen würde. Kamen die früheren Kaiser nur auf seine Insel und besuchten sein Haus, so besuchte dieser Kaiser nun ihn persönlich. Kaisernähe war jedoch damals nicht nur für einen Historiker ein klares Symbol für Machtnähe sowie eigene Macht und Ansehen. Dieses Gemälde schmeichelte nicht nur der Eitelkeit des Hotelbesitzers, sondern war marketing-technisch ein besonderer Glücksfall. 1888 hatte Zeppelin persönlich wie auch sein Insel-Hotel den Zenit erklommen. Besser als auf diesem Gemälde ließ es sich vor dem Ersten Weltkrieg nicht darstellen.

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Hier geht es zum 18. und letzten geschichtlichen Ereignis auf der Insel - Insel-Hotel seit 1874

1 Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 45.

2 Hiervon gab es sogar einen Aquarellentwurf. Abgedruckt in: Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 42.

3 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, Brief vom 26.2.1889, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 232f.

4 Konstanzer Zeitung 19.4.1911, Zum Tode Professor Karl von Häberlins.

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