Carl von Haeberlin und die Historienmalerei

vg

Historienmalerei

Die Historienmalerei wurde teilweise sehr weit gefasst. Im engeren Sinne meint man damit profane Darstellungen, besonders im 19. Jahrhundert. 1  Bereits im 15. Jahrhundert finden sich erste Historienmalereien. Im Barock wählte man eher sakrale Bildthemen. Seit dem Klassizismus befand sich die Historienmalerei im Aufschwung, konzentrierte sich jedoch dabei zuerst auf antike Themen und erforderte eine fundierte klassische Bildung zum Verständnis der Werke. Seit Napoleon kam die Schlachtenmalerei hinzu und nahm in der Romantik deutlich zu.

Seit dem 19. Jahrhundert dominierten zunehmend einfache, selbsterklärende Bilder die Historienmalerei. Sie beschäftigten sich mit der nationalen Geschichte, besonders dem Mittelalter. So begann man 1830 die Ausmalung der Hofgartenarkaden in München (Liste der Gemälde). Nun wurde die Bildungspolitik wichtiger: Die Historienmalerei wurde durchaus als Mittel zur Volksbildung gesehen: 2  Bilder sollten wahr sein. Auch wenn kritische Forscher heute die Gemälde des Historismus aus der zeitlichen Distanz wesentlich differenzierter sehen, so darf man insgesamt in der Historienmalerei, und vor allem bei Häberlin, den Aspekt der wahrheitsgetreuen Darstellung in den Bildern nicht unterschätzen. 3  Deshalb nahm die Detailtreue in den Gemälden zu. Auch die Düsseldorfer Reform von 1828 zielte in diese Richtung. Der sogenannte Kolorismus wurde vorherrschend, indem Bilder nun direkt mit Farben entwickelt wurden, statt anhand von Zeichnungen. Ferner dominierten leichte Lesbarkeit und patriotische Inhalte die Historienmalerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Historienmalerei hatte neben der staatspolitischen Aufgabe auch pädagogische Ziele und didaktische Aufgaben. Sie war so etwas wie die Malerei für die weniger gebildeten Menschen. Die Mittel dazu waren der Realismus und die einfache Deutung des Bildes. Auf zahlreichen Historiengemälden findet sich, zum Verständnis der teilweise sich über eine längere Zeit und größere Räume hinziehenden Ereignisse, eine Komprimierung verschiedener historischer Einzelereignisse auf einen Ort und einen Zeitpunkt, wodurch auch eine dramatische Verdichtung der Handlung entsteht.

Gleichzeitig führte die Romantik in der Baukunst 4  mit ihren historistischen Baustilen zur Restaurierung alter Rathäuser, Vollendung von Kirchen und zahlreichen Schlossneubauten sowie neuen Hotels in diesem Stil (Historismus). Vor allem in den profanen Neubauten fanden sich nun große Wandflächen, die wiederum erfahrene Künstler zum Ausmalen erforderten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden dann Rathäuser und neu gebaute Schlösser sowie Hotels in großer Zahl mit Historienmalereien ausgestattet, sodass die stetig steigende Zahl der Historienmaler durchaus ihr Auskommen finden konnte.

Allerdings wollte die Detailtreue in den Bildern vieler Maler zunehmend unterhalten statt nur zu bilden. D.h. die Historienmalerei wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zunehmend zur dekorativen Kunst. Häberlin war in seiner Historienmalerei jedoch eher traditionalistisch ausgerichtet. Häberlins Bilder sind vollgefüllt mit Details. Dies wurde von anderen Historienmalern seiner Zeit bereits kritisiert. Man wollte mehr Pathos und Darstellung der Großartigkeit. 5  Diese Übertreibungen fehlen in den Fresken Häberlins weitgehend. Hier dominiert oft pädagogische Sachlichkeit. Seine Fresken im Inselhotel sind im Vergleich zu manchen anderen Historiengemälden anderer Maler leichter verständlich, sehr anschaulich, präzise und durchaus lebendig.

Der Kreuzgang

Der Kreuzgang mit gotischen Fenstern und aus dem 19. Jahrhundert stammenden Deckenkonstruktion, Zustand 2014.

Carl von Haeberlin

Teilweise wurde er auch Karl (von) Häberlin geschrieben. 6 

Die heutige Deckenkonstruktion im Kreuzgang

Die heutige Deckenkonstruktion im Kreuzgang, Zustand 2014.

Der Umbau des Kreuzganges

Beim Kreuzgang auf der Insel handelt es sich um den einzigen noch erhaltenen geschlossenen (also rundum verlaufenden) in Konstanz, der auf jeden Fall erhaltenswert gewesen wäre. Allerdings scheint das Gebäude des ehemaligen Dominikaner-Klosters Mitte des 19. Jahrhunderts in keinem besonders guten Zustand gewesen zu sein. Insbesondere die bereits aus dem 14. und 16./17. Jahrhundert vorhandenen alten Fresken (Lebens- und Leidensgeschichte Christi mit lateinischen und deutschen Versen) 10  im Kreuzgang waren entweder nicht mehr gut erhalten oder wurden in der damaligen Sichtweise 1875 als nicht schützenswert übertüncht bzw. vernichtet. Da diese Zerstörung bereits damals teilweise als "Act des Vandalismus" 11  bezeichnet wurde, musste Zeppelin, der sich dadurch ganz offensichtlich persönlich angegriffen fühlte, sich sogar verteidigen. So nannte er in einem Vortrag und Aufsatz 1875 bereits seine massiven Zerstörungen euphemistisch "eine durchgreifende Veränderung" 12 . Die vorgefundenen Malereien aus dem 14. und 17. Jahrhundert bezeichnete er als "..., welche in wenig künstlerischer Behandlung die Lebens- und Leidensgeschichte Christi darstellen und mit erläuternden schlechten deutschen und lateinischen Versen versehen waren." 13  Ferner kennzeichnete er die vorgefundenen Überreste in einem Vortrag 1889 und Artikel 1890: "frühere(n) Bemalung von mehr als mäßigem künstlerischem Wert" und "geschmacklos" 14 , sowie 1875 bereits "geradezu langweilig" 15 . Den wahren Grund nannte er etwas später: "... und endlich paßten sie nicht nur sachlich, sondern auch räumlich nicht mehr in den neuen Rahmen" 16  [des Hotels]. - Marmor schreibt jedoch eher anerkennend über die Fresken im ehemaligen Kreuzgang und nennt den Zyklus "sehr beachtenswerth" 17 . Er erwähnt einen "Lebens- und Tugendspiegel" der aus zahlreichen Bildern mit lateinischen Texten sowie deutschen Knittelversen bestand. U.a. hebt er einen seltenen grünen Teufel hervor. Ein ganzer Gang war mit Bildern eines Totentanzes bemalt. Marmor sprach 1873 von "der Genialität und technischen Gewandtheit des Künstlers". 18  - Eberhard Zeppelin befand sich somit immer in einem Spannungsfeld zwischen Historiker, der sich für die Vergangenheit interessierte, und Geschäftsmann, der durchaus rücksichtslos seine geschäftliche Zukunft gestaltete.

Kreuzigungsgruppe

1873 wiedergefundene und sofort von Zeppelin zerstörte Kreuzigungsgruppe aus dem 14. Jahrhundert.

Die Fresken im Kreuzgang waren im Übrigen nicht die einzigen, welche Zeppelin für sein neues Hotel vorsätzlich zerstören ließ. Kraus veröffentlichte die Zeichnung einer Kreuzigungsgruppe aus dem 14. Jahrhundert. (Siehe Kopie oben). So schlecht, wie immer von Zeppelin behauptet, scheint der Zustand der Fresken nicht gewesen zu sein, wenn man in der Eile (und nur mit unbewaffnetem Auge) noch derartig gute Zeichnungen anfertigen konnte. Aber auch zugegebenermaßen gut erhaltene Fresken wurden 1873 im Auftrag Zeppelins zerstört, weil er z.B. in der Nordwand einen Durchgang wollte. 19 

Früher befand sich eine flache, "mit Sternen und Ornamenten bemalte Holzdecke" 20  im Kreuzgang. 1875 wurde eine auf einem Holzgerüst montierte Gipsdecke eingezogen. 21  Zeppelin behauptete in einem Vortrag 1889 und Aufsatz 1890: "..., an welchen Orten die Fresken zum Teil noch erhalten sind, und nicht minder des Kreuzganges, woselbst die von der letzten Bemalung während der Klosterzeit zu Anfang des vorigen Jahrhunderts herstammenden Bilder beim Umbau des Klosters zu einem Hotel im Jahre 1875 nicht ohne Absicht übertüncht wurden." 22  Anschließend wurde eine neue Decke im Kreuzgang eingezogen, wobei die alte Bemalung samt Putz abgeschlagen wurde. 23  Zeppelin schrieb hierzu: "Die im Jahre 1875 beseitigten Fresken..." 24  Ferner wurden die Fenster in der Ostwand des Kreuzganges erst 1874 aus dem Refektorium dorthin gesetzt. 25  Nach allem, was wir wissen, ließ Zeppelin 1874 den gesamten Putz aller Wände abschlagen und somit alle Fresken im Kreuzgang zerstören, um das nach seiner Ansicht passende gotische Tonnengewölbe einzubauen. Technisch hätte man das Holzgewölbe mit den Scheinsäulen auch davor anbringen können. Ferner wurde der Boden im Kreuzgang um 20 cm erhöht und dabei dortige Gräber ehemaliger Kirchenangehöriger überdeckt. 26 - Es handelte sich somit um einen kompletten Umbau mit Neugestaltung des Kreuzganges nach dem Zeitgeschmack Zeppelins und Tafels, wobei man keinerlei Rücksicht auf die Überlieferung nahm.

Man sprach auch in den kommenden Jahren noch von "Barbarei" bei der Zerstörung der alten Fresken im Kreuzgang des Inselhotels. So fragte ein französischer Gast: "Wie war es möglich, daß man in Konstanz noch 1873 eine solche Barbarei begehen konnte?" 27  Umgehend antwortete Eberhard Graf Zeppelin, bestritt in einer Gegendarstellung, welche die Zeitung abdrucken musste, alles und behauptete, dass sowohl der Totentanz als auch der Tugend- und Lebensspiegel "in vollem Umfange sehr wohl konserviert" 28  seien. Das traf so nicht ganz zu. Zeppelin nutzte hier einerseits sophistische Tricks, um sich zu wehren. Nachweislich hatte er alle Fresken im Kreuzgang vorsätzlich zerstören lassen - insbesondere den von Marmor beschriebenen dortigen Totentanz, welchen der Franzose meinte. Zeppelin verwies deshalb in seiner Antwort auf ähnliche Fresken, insbesondere im Festsaal und einer Vorhalle. Dabei hatte Zeppelin in einem Artikel 1875 selbst zu zahlreichen Gemälden eingeräumt: "Alle diese [gemalten] Figuren mußten den Zwecken des Neubaues zum Opfer fallen, und sind nicht mehr vorhanden,..." 29 . Andererseits räumte er in einem Artikel 1890 ein, dass auch die anderen Fresken 1875 übertüncht worden waren. 30  D.h. sie waren nicht mehr sichtbar und konnten folglich auch nicht, wie Zeppelin in seiner Gegendarstellung beteuerte, dem Franzosen gezeigt worden sein. - Wie ein kritikunfähiger Narzisst war Zeppelin in diesem Punkt sehr empfindlich und wehrte sich auch mit derart unlauteren Mitteln, da er gleichzeitig als Hobbyhistoriker und Mitglied des Bodensee Geschichtsvereins sowie dessen Landesvertreter für Baden Anerkennung suchte.

Letztendlich rechtfertigte Zeppelin die Zerstörung der alten Fresken selbst mit einer klaren Zielrichtung hin zu seinem neuen Kunstwerk, "..., damit wir ... immer weiter fortschreiten mögen nach dem erhabenen Ziele des wahrhaft Schönen und Guten" 31  - seinen vom "genialen Schöpfer", dem "Maister unter den Malern" 32  Häberlin zu gestaltenden neuen Fresken - "eine Kunstschöpfung ... ersten Ranges." 33 

Der Auftrag für die Fresken im Inselhotel

Dass die modernen Fresken kein Zufall waren, sondern lange von ihm geplant wurden, bestätigte Zeppelin selbst "...das längst geplante schöne Werk zur Ausführung zu bringen." 34  (Professor) Emil Otto Tafel (29.05.1838 - 26.01.1914) plante und gestaltete im Auftrag Eberhards von Zeppelin ab Sommer 1873 als Architekt den Umbau der Klosteranlagen in ein Hotel der Oberklasse. Da er der damaligen Zeitströmung des Historismus verbunden war, verstand er sich auch gut mit dem Historienmaler Häberlin.

Wie der Erstkontakt genau zustande kam, ist unklar. Zumindest Tafel und Häberlin dürften sich aus Stuttgart gekannt haben. Auch Zeppelin und Häberlin besaßen auf den ersten Blick Gemeinsamkeiten bzw. zumindest Schnittstellen: Zeppelin war als Hobbyhistoriker an der Geschichte interessiert und setzte sich für Aufklärung ein. Häberlin wollte diese Geschichte wahrheitsgemäß in lehrreichen Bildern darstellen. Im Prinzip wäre so aus philosophischer Sicht ein fast ideales Paar zusammengekommen, wenn Zeppelin nicht auch Geschäftsmann und marketing-orientiert gewesen wäre. Diese brisante Mischung sollte einen massiven Einfluss auf die Entstehung der Fresken, deren Inhalt, ihre Ausgestaltung, wie auch ihre Wirkung und (Fehl-) Interpretation bis heute nehmen.

Erste Planungen für ein Fresko auf nur einer Wandseite des Kreuzganges lassen sich auf das Jahr 1880 zurückdatieren. Häberlin - auf dem Höhepunkt seines Ruhmes - überschätzte sowohl seine eigene Bedeutung als auch die finanziellen Möglichkeiten des Hotels und stellte derart hohe Anforderungen, dass der Vorstand des Hotels am 5.3.1880 ablehnte. Häberlin forderte 250-300 Mark, freie Logis für sich und seine Frau für den gesamten Sommer, die Übernahme sämtlicher Maurerkosten sowie aller Grundierungen und der Farbkosten in unbestimmter Höhe. 35  Wohlgemerkt galt dies für nur sechs Bilder an nur einer von vier Wänden. Das war damals einerseits viel Geld, vermutlich unerwartet viel, aber andererseits gering im Vergleich dazu, was Häberlin später insgesamt verlangen und Zeppelin bezahlen sollte. Ferner hätte Zeppelin realistischer Weise auch mit erheblichen Kosten rechnen müssen. - Die wirtschaftliche Lage des Hotels wurde von Zeppelin dem Maler im Antwortbrief jedoch als sehr schlecht geschildert und würde sich angeblich auch auf absehbare Zeit nicht bessern. 36  Und in der Tat war es nach dem gewonnen Krieg gegen Frankreich 1870/71 im Deutschen Reich in den Gründerjahren zu einem überhitzten Wirtschaftswachstum mit anschließendem starken ökonomischem Einbruch gekommen. Insbesondere am Bodensee waren zu viele Hotels entstanden, welche sich gegenseitig Konkurrenz machten und dies bei abnehmenden oder zumindest stagnierenden Touristenzahlen. Vor allem die Hotelbetreiber hatten sich in ihren primären wirtschaftlichen Erwartungen an die Sommerfrische in den 1870er Jahren verschätzt. Aber auf das Inselhotel traf dies 1880 als Luxushotel der Oberschicht bereits nicht mehr zu. Angeblich war die Nachfrage 1880 im Tourismus (zumindest der Oberklasse) so groß, dass das Inselhotel ausgebucht war und man weitere Räume benötigte. 37  Warum Zeppelin Häberlin derart unredlich abfertigte, bleibt folglich unklar.

1886 trat der Vorstand des Inselhotels über den Architekten Tafel, der auch den späteren Umbau des Klosters zum Hotel leitete, erneut an Häberlin. Aus dem Schreiben Zeppelins an Otto Tafel vom 8.4.1886 38  lässt sich schließen, dass der Architekt die erneute Verbindung einfädelte, denn Zeppelin scheint nur über Tafel mit Häberlin verhandelt zu haben - nicht direkt. Man wollte nun alle vier Seiten des Kreuzganges bemalen lassen. Zeppelin wählte die abzubildenden Themen weitgehend selbst aus. 39  Dazu sammelte er als Historiker detaillierte Hintergrundinformationen bis hin zur Heraldik für alle Gemälde heraus. Er hatte auch bereits ziemlich klare Vorstellungen, was er abgebildet sehen wollte - bis hin zu den Wappen auf den Zwischenbildern. Alles hatte sich auf die Geschichte seiner Insel zu beziehen.

Diese Entwürfe wünschte Eberhard Graf Zeppelin alle vom Maler als Skizzen-Kartons zur Vorlage und Entscheid vorab zu erhalten. Er wollte sich rundherum absichern und verlangte auch im Todesfalle des Künstlers die Skizzen umsetzen zu können. Die Ausgangslage und das Verhältnis zwischen den Vertragspartnern scheinen somit völlig anders als 1880 gewesen zu sein. Der Hotelvorstand diktierte dem Maler geradezu die Bedingungen, einschließlich seines baldigen persönlichen Erscheinens. Auch später deutet der erhaltene Briefwechsel darauf hin, das Zeppelin Häberlin sehr konkret und bis ins Details mitteilte, was er und wie er es auf den Gemälden abgebildet wünschte. Dass Häberlin auf diese - einen Künstler erheblich einschränkenden - Vertragsbedingungen einging, belegt, dass es dem Maler finanziell nicht mehr so gut ging und er auf die aus diesem Auftrag resultierenden Einnahmen angewiesen war. Vermutlich ging es Häberlin u.a. deshalb finanziell nicht mehr so gut, weil er das 1886 gekaufte Schloss Wyden in den Folgejahren aufwändig umbauen lassen musste.

Häberlin erfüllte im Übrigen die Forderungen und lieferte die Karton- und Ölskizzen. Geplant waren 17 Bilder, von denen die ersten 16 später umgesetzt wurden. Als 17. Abschlussbild war "Ein großer kostümierter Ball im Saale des jetzigen Inselhotels" vorgesehen. 40 

Im Sommer 1887 begann Häberlin mit den ersten Fresken ("al fresco" 41 ) an der Westseite des Kreuzganges. Bei Fresken handelt es sich um auf nassen Untergrund aus Kalk gemalte Bilder. Die Technik gilt als sehr anspruchsvoll.

Die feuchte Nordwand sonderte jedoch Salpeter ab und ließ die Farbe wieder abblättern. Deshalb wurde hier (vermutlich auch an den anderen feuchten Wänden) eine Isolierschicht aus Teer aufgetragen. Zuerst wurde der Mörtel von den feuchten Wänden abgeklopft, dann eine neue Mörtelschicht aufgetragen, zwei bis drei Monate trocknen gelassen, danach die Teer-Isolierschicht aufgebracht und schließlich eine Kalkschicht als Malgrund aufgetragen. 42  Ferner wurde die einstmals relativ tiefe und flache Decke im Kreuzgang erhöht und mit rundbogigen hölzernen Stichkappen zu Kreuzgewölben umgestaltet. Erst so entstand die heute sichtbare Decken- und Wandkonstruktion, welche die oben abgerundeten Gemälde betont. Allerdings verzögerten derartige Probleme und Sonderwünsche auch die Fertigstellung der Fresken.

Die heutige Deckenkonstruktion im Kreuzgang

Die heutige Deckenkonstruktion im Kreuzgang, Zustand 2014.

1891 unterbrach Häberlin einerseits aus Krankheit und andererseits aus Verärgerung über den Fortgang einseitig seine Arbeiten. Er malte stattdessen das neu erbaute Schloss Castell in Kreuzlingen aus. Dafür reichte sein Gesundheitszustand erstaunlicher Weise aus. Als Vermittler dürfte wiederum der Architekt Otto Tafel fungiert haben, der auch Schloss Castel renovierte. 43  Als Gründe lassen sich bei Häberlin ein gewisser Hang zur Mimosität, seine verletzte Eitelkeit, gepaart mit mangelndem Lob sowie auch Kritik an seinem inzwischen veralteten Malstil vermuten. Eventuell hatte er auch seine Lage verkannt. Er war hier als ein Auftragsmaler mit strikten Vorgaben engagiert und kein freier Künstler-Professor mehr. Auch finanziell bzw. bezüglich der Dauer des Projektes scheint Häberlin sich verschätzt zu haben. Wenn man davon ausgeht, dass er ursprünglich eine Wand in einem Jahr bemalen wollte, so hätte er nach vier Jahren - also 1890 bereits sein Werk vollenden müssen. Offensichtlich kam es bis 1891 auch darüber zu Meinungsverschiedenheiten mit der Hotelführung. Als ihm somit ein anderer lukrativerer Auftrag angeboten wurde, ließ Häberlin seine Arbeiten im Inselhotel unvollendet liegen und lief, offensichtlich ohne eine Aussprache, einfach für vier Jahre weg.

Allerdings scheint auch Eberhard Graf Zeppelin kein einfacher Mensch gewesen zu sein. Engelsing beschreibt ihn als den "konfliktfreudigste"[n] der Geschwister oder sogar "querköpfigen Grafen" 44 . Er galt als "eigensinniger, selbstbewußt handelnder Mensch" 45 , der auch nicht immer das tatsächlich Mögliche erkennen wollte oder konnte. Folglich handelte es sich bei Zeppelin und Häberlin um ein in der täglichen Arbeitspraxis kaum harmonierendes Paar. Als ehemaliger Offizier, der früher Befehle gab und gewohnt war, dass andere diese gehorsam ausführten, verfiel Zeppelin in ihn belastenden Momenten (z.B. wenn er sich im Recht fühlte, obwohl er sich erwiesenermaßen im Unrecht befand, wie z.B. bei Angriffen aufgrund seiner Zerstörung der alten Fresken) teilweise in eine militärisch martialische Diktion, wie "bedingungslos" oder "beseitigt" 46 , die einem freien Künstler, der zudem nie gedient hatte, missfallen musste.

Allerdings konnte man den derart unvollendeten Kreuzgang als einen der Wandelgänge im Zentrum des Hotels so nicht belassen. Deshalb wandte sich Eberhard Zeppelin im September 1894 in einem Entschuldigungsschreiben erneut an Häberlin und bat ihn, seine (neuen) Forderungen zu stellen. 47  Da diese vermutlich vom Hotel vollauf erfüllt wurden, stellte Häberlin alle restlichen Arbeiten binnen vier Monaten - also in den Wintermonaten - bis Frühjahr 1895 fertig.

Dass Zeppelin u.a. alle finanziellen Nach-Forderungen erfüllt haben muss, zeigt sich an Häberlins weiterem Verhalten: 1894/5 fühlte sich Häberlin wieder in einer besseren Verhandlungsposition und stritt sich mit der Stadt Konstanz über deren Angebot von 6.000 Mark für 10 Bilder. 48  Daraus darf man schließen, dass Zeppelin erheblich Geld nachbezahlen musste, damit Häberlin die bereits bezahlten 13 Fresken im Inselhotel endlich fertigstellte. 1897 - nach Vollendung der Arbeiten im Inselhotel - ging es Häberlin wohl wieder finanziell etwas schlechter, sodass er das identisch gebliebene Angebot der Stadt dennoch annahm.

Eberhard Graf von Zeppelin

Eberhard Graf von Zeppelin, abgebildet im Bild des Besuches Wilhelms II. 1888, Zustand 2014.

Häberlins Fresken

Die profanen Fresken wurden auf der Wandseite des christlichen, vierseitigen, romanisch-gotischen Kreuzganges mit den damals üblichen Keimschen Mineralfarben angebracht.

Bereits über die Zählweise der Fresken Häberlins besteht Uneinigkeit. De facto handelt es sich um 18 historische Gemälde. Jedoch zählen manche Autoren nach Belieben die bemalten Bögen, wobei sie sich in deren Zahl auch unterscheiden. Ursprünglich handelte es sich um 29 bemalte Architekturbögen, davon sind heute nur noch 28 erhalten, da man einen (den ersten Bogen aus dem Panorama Karls des Großen) bei den Umbauten 1965/66 zu einem Durchgang umgestaltete. Ein Bogen beinhaltet jedoch nur die Wappen der Streitparteien der beiden Bischöfe um 1100. Das Startputto und die zahlreichen bemalten Zwischensäulen / Scheinsäulen werden in der Regel nicht mitgezählt.

Die unterste Linie der Untertitel und Scheinsäulen verläuft heute auf ca. 100 cm über dem Boden. "Ca." deshalb, weil nicht alle Gemälde auf allen Wänden exakt in derselben Höhe beginnen. Es finden sich minimale Abweichungen im Zentimeterbereich. Die obere Linie des Untertitels = die Unterlinie des Gemäldes liegt auf etwa 120 cm Höhe. Darüber erstreckt sich jeweils das Bild zuerst rechteckig nach oben, wobei alle Bilder oben mit einem pseudoromanischen und farblich verzierten Bogen abgerundet sind. Festzuhalten bleibt, dass früher (ca. 1875-1965) der Boden des Kreuzganges ca. 20 cm höher lag, wodurch die Bilder de facto tiefer angebracht und somit leichter zu betrachten waren.

Der historische Zyklus beginnt an der Westseite mit den Pfahlbauten, verläuft im Uhrzeigersinn und zeichnet über mehr als 2.000 Jahre bis zum Inselhotel panoramaartig die angebliche Geschichte der Insel nach.

Auffällig und bemerkenswert an allen Fresken sind:

Alle weitergehenden Details werden im Folgenden bei den Einzelbildern besprochen.

Wenn manche behaupten, dass Zeppelin und Häberlin in der Orientierung am Wahren und im Detailreichtum übereinstimmten, 49  so muss man dies relativieren. Liebe zum Detail bedeutete für Häberlin und Zeppelin nicht historisch korrekt. - Der Wahrheitsgedanke in der historistischen Malerei wurde in diesen Fresken sehr relativ umgesetzt. Kreativ wandte man das Mittel der Kollage an und stellte fabulierend viele korrekte Details (teilweise aus unterschiedlichen Epochen) zusammen, um ein lehrreiches Gesamtgemälde zu produzieren. Dem Künstler Häberlin ging es um sein Kunstwerk und dessen einheitlichen logischen Aufbau. Zeppelin setzte die Detailverliebtheit in den Gemälden hingegen - bewusst oder unbewusst - dazu ein, um von den großen Ungereimtheiten abzulenken. Es ließ plakative Antworten für sein Haus malen, wo die Forschung zu seiner Zeit noch viele offene Fragen hatte - und bis heute hat - bzw. inzwischen auf wissenschaftlicher Basis andere Schlussfolgerungen zieht bzw. schon damals zog. Eberhard Graf von Zeppelin kann man somit als einen Historiker bezeichnen, der eigenwillig Geschichte mit großer Breitenwirkung machte. 50 

Steigenberger Inselhotel Konstanz

Foto der Ostseite Inselhotel Konstanz (2014), welche auf den Bodensee zeigt.

Zeitraum der Erstellung der Fresken

Scheinsäulen

Zwischen zahlreichen Bildern (vereinzelt auch innerhalb davon) finden sich gemalte Scheinsäulen mit zahlreichen Attributen, die in einem direkten Zusammenhang mit den jeweiligen Szenen stehen.

Die Scheinsäule zwischen Bild 1 und 2 Die Scheinsäule zwischen Bild 2 und 3 Die Scheinsäule zwischen Bild 3 und 4 Die Scheinsäule zwischen Bild 4 und 5 Die Scheinsäule zwischen Bild 5 und 6 Die Scheinsäule zwischen Bild 6 und 7 Die Scheinsäule zwischen Bild 7 und 8 Die Scheinsäule zwischen Bild 8 und 9 Die Scheinsäule zwischen Bild 9 und 10 Die Scheinsäule direkt im Bild 11 Die Scheinsäule zwischen Bild 12 und 13 Die Scheinsäule zwischen Bild 13 und 14 Die Scheinsäule rechts von Bild 14 - links am Eingang Die Scheinsäule rechts am Eingang zu Bild 15 Die Scheinsäule zwischen Bild 15 und 16 Die Scheinsäule zwischen Bild 16 und 17 Die Scheinsäule zwischen Bild 17 und 18

Die Scheinsäulen im Kreuzgang, Zustand 2014. Oft befinden sie sich unter den Bogenkämpfern der Kreuzgewölbe und verbinden so optisch wie auch inhaltlich die einzelnen Bilder miteinander.

Selbstbildnis

Im großen Gemälde der Kaiser Wilhelm II. verewigte sich Häberlin 1895 als Skizzierer und Zeichner der Geschichte.

Häberlins Selbstbildnis

Hier hat sich Häberlin zusammen mit dem Kaiser verewigt.

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1 Zur Historienmalerei siehe insbesondere Fekete, Carl von Häberlin (1832 - 1911) und die Stuttgarter Historienmaler seiner Zeit, sowie Pech, Carl von Haeberlin.

2 Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 43.

3 Im Übrigen scheint die Sehnsucht nach der präzisen und korrekten Darstellung damals weit verbreitet gewesen zu sein. Es ist deshalb auch kein Zufall, dass dieser Wunsch bei eher technisch ausgerichteten Menschen fast zur selben Zeit zur Erfindung der Fotografie und deren weitverbreiteten Anwendung führte.
Ab 1851 kamen erste reisende Fotographen nach Konstanz und boten ihre Dienstleistungen an. 1853 sogar kolorierte Fotos. In den 1860er Jahren nahm die Verbreitung von Fotografien auch in Konstanz erheblich zu - insbesondere nachdem sich gleich zwei Fotografen in der Stadt niedergelassen hatten.
Siehe hierzu u.a. Zang, Konstanz in der großherzoglichen Zeit 1806-1918, Restauration, Revolution, liberale Ära, Geschichte der Stadt Konstanz, Band 4.1, S. 210f. und S. 282.
Vogel, Zeugen des Wandels - Die Photographen Wolf zu Konstanz von 1860 - 1914, S. 80ff.

4 Koch, Baustilkunde, S. 374ff.

5 Siehe hierzu u.a. Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 45.

6 Zu Häberlin siehe neben den oben genannten Hauptwerken insbesondere:
Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 42ff.;
Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 11ff.;
Häberlins Fresken im Inselhotel zu Konstanz, S. 238f.;
Pecht, Häberlins Malereien im Inselhotel zu Konstanz, S. 2107f.;
Pecht, Häberlins Malereien im Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters, S. 173.

7 Die in seinem Nachruf zu lesenden Beschönigungen darf man ganz dem de mortuis nil nise bene dicendum zuschreiben: So wurde für seine Niederlegung der Professur 1883 Krankheit angegeben. Siehe: Konstanzer Zeitung, vom 19.4.1911, Zum Tode Professor Karl von Häberlins.
Scheinbar ging es neben Häberlin auch dem Architekten Otto Tafel so. Zumindest schreibt Moser, "Mit prächtiger Aussicht auf See und Gebirge", S. 36, dass beide für ihren "stilpluralistischen Historismus" nur noch am Bodensee Kunden fanden, nicht mehr jedoch in ihrer Heimatgegend Stuttgart.

8 Laut Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 43: im Jahr 1886. Laut Konstanzer Zeitung 19.4.1911, Zum Tode Professor Karl von Häberlins: Häberlin kaufte bereits 1885 Schloss Wyden.

9 Konstanzer Zeitung, vom 31.3.1901 Herr Prof. Karl v. Häberlin zum Ehrenbürger der Stadt Stein am Rhein ernannt.

10 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12. Auch Beck, Kostbarkeiten des Dominikanerklosters, heutiges Inselhotel in Konstanz, S. 119, verweist darauf, dass der Kreuzgang zumindest zweimal ausgemalt wurde: im 14. und im 17. Jahrhundert.

11 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 25.

12 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 14.

13 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 22.

14 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12.

15 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 23.

16 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12.

17 Marmor, Beitrag zur Geschichte des Dominikaner- oder Predigerklosters auf der Insel.

18 Marmor, Beitrag zur Geschichte des Dominikaner- oder Predigerklosters auf der Insel.

19 Kraus, Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden, S. 247.

20 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 22.

21 U.a. Schulze-Battmann, Vorbericht über Wiederentdecktes im Inselhotel zu Konstanz, dem ehemaligen Dominikanerkloster, S. 85. Ebenso Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 25f.

22 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12. Fette Hervorhebung durch den Autor.

23 U.a. Pech, Carl von Haeberlin, S. 228; Schulze-Battmann, Vorbericht über Wiederentdecktes im Inselhotel zu Konstanz, dem ehemaligen Dominikanerkloster, S. 85. Allerdings bleibt das Datum unklar, da sich Zeppelin - wie so oft - sehr vage oder widersprechend ausdrückt. Ein weiterer Deckenumbau fand 1887ff. statt, als man die Fresken an der Wand anbrachte.

24 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12. Es handelte sich jedoch vermutlich eher um das Jahr 1874, da Zeppelin das Hotel im März 1874 bereits für erste Gäste geöffnet hatte.

25 Schulze-Battmann, Vorbericht über Wiederentdecktes im Inselhotel zu Konstanz, dem ehemaligen Dominikanerkloster, S. 84.

26 Beck, Kostbarkeiten des Dominikanerklosters, heutiges Inselhotel in Konstanz, S. 121. Beim Umbau 1966 zeigte sich, dass auch im Kreuzgang Kirchenangehörige beerdigt wurden. Beck vermutete, dass die Grabsteine von Herrn Brunner (angeblich bei einem nicht belegten Umbau 1907) aus dem Kreuzgang entfernt und beim Hussenturm eingemauert wurden. 1966 wurden sie vom Denkmalschutz wieder von dort entfernt. (Beck, Kostbarkeiten des Dominikanerklosters, heutiges Inselhotel in Konstanz, S.117 und 119.) Die von Beck vermutete Höherlegung des Kreuzganges um 1907 kann jedoch nicht zutreffen, da bereits Zeppelin den Boden aufschütten und um 20 cm erhöhen ließ. Siehe hierzu Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 13, sowie Schulze-Battmann, Vorbericht über Wiederentdecktes im Inselhotel zu Konstanz, dem ehemaligen Dominikanerkloster, S. 84. Den Kreuzgangboden hatte man definitiv bereits Ende des 19. Jahrhunderts 20 cm höher gelegt.

27 Konstanzer Zeitung, vom 13.09.1879.
Zeppelins Verhalten war im fortschrittsgläubigen 19. Jahrhundert überall, aber vor allem in Konstanz, weit verbreitet. Feger, Konstanz, Aus der Vergangenheit einer alten Stadt, S. 60, schreibt dazu: "Das wirkte sich zunächst in einer unter dem Namen des Fortschritts laufenden Zerstörungswut gegen die Vergangenheit aus."

28 Konstanzer Zeitung, vom 16.09.1879.

29 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 19.

30 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12.

31 Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 26.

32 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 11 und S. 13.

33 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12.

34 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 13.

35 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, Nr. 43 zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 226.

36 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, Brief vom 5.3.1880, S. 227.

37 Konstanzer Zeitung, vom 3.4.1882, Aus Stadt und Land. Konstanz, 2. Mai.

38 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 227.

39 Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 43; ebenso Pech, Carl von Haeberlin, S. 227f.

40 Die neuen Fresken im Kreuzgang des Inselhotels, in: Konstanzer Zeitung 15.07.1886.
Das 18. Bild des Besuches von Kaiser Wilhelm 1888 war 1886 noch nicht absehbar.
Die Original-Entwurfs-Zeichnungen Häberlins - Bleistift und Ölfarben auf Karton - befinden sich heute im Besitz des Amtes Vermögen und Bau, Amt Konstanz, Inventar-Nummer: 1986/51-1 bis mindestens -17, eher ca. 30plus.
Leider wurde mir die Einsicht verweigert: Zuerst rief ich den zuständigen Herrn Anton Lachenmeyer an und nannte ihm die exakten Inventarnummern sowie die Gemäldeinhalte. Er behauptete jedoch, er wäre nicht dafür zuständig und alles Material würde angeblich ausschließlich in der Münsterbauhütte lagern. Dort teilte man mir jedoch mit, dass die Gemälde Mitte der 90er Jahre im Rosgarten-Museum waren und Ende der 90er Jahre (97/98) wieder in das Lager nach Egg zu Herrn Lachenmeyer zurückkamen. Letzterer hätte bereits vor 1,5 Jahren ausführlich nach allen Gemälden gesucht und festgestellt, dass alle verloren gegangen seien. Dies klingt jedoch unglaubwürdig: Erstens konnte sich der zuständige Herr mir gegenüber nicht daran erinnern, dass er überhaupt zuständig war, noch dass er angeblich intensiv gesucht hatte. Zweitens ist es unglaubwürdig, dass mehrere Dutzend wertvolle große Gemälde einfach verschwinden. Drittens ist es sehr erstaunlich, dass gerade vier zur Konzilausstellung passende Gemälde aus dieser Serie im Sommer 2014 in der Landesausstellung im Konzil ausgestellt wurden.

41 Zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 227.

42 Pech, Carl von Haeberlin, S. 228 sowie S. 293.

43 Konstanzer Zeitung 19.4.1911, Zum Tode Professor Karl von Häberlins.

44 Engelsing, Geliebter Ferdi, S. 29.

45 Engelsing, Geliebter Ferdi, S. 55.

46 Beide Zitate: Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 12.

47 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, Brief von Zeppelin an Haeberlin, vom 3.9.1894, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 229.

48 Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 45.

49 Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 43.

50 Wie wirkungsvoll und weitreichend sein Vorgehen war, wird noch heute ersichtlich, wenn man einer der zahlreichen täglichen Führungen durch den Kreuzgang folgt, bei der meist unkritisch diese Historienmalerei als historisch korrekte Darstellungen kolportiert werden.

51 Evtl. wurde 1905 noch ein dritter Bogen bemalt. Zumindest lässt sich dies aufgrund der diversen Auflistungen der gemalten Bilder bei Pech, Carl von Haeberlin, herleiten. Allerdings kann es sich auch um einen Druck- bzw.- Rechenfehler dort handelt. Zumindest wird das dritte Bild 1905 nirgends detailliert erwähnt.

52 Schulze-Battmann, Vorbericht über Wiederentdecktes im Inselhotel zu Konstanz, dem ehemaligen Dominikanerkloster, S. 85: "Die...Wandgemälde ... sind in keinem guten Zustand". Durch Erschütterungen wurde besonders die Ostseite beschädigt. An manchen Stellen fiel der Putz samt Gemälde ab.

53 Pech, Carl von Haeberlin, S. 291 sowie S. 293. - Anders hingegen Rettich, Bau-und Kunstdenkmale der Stadt Konstanz, Fotoband VI, der zumindest eine - jedoch nicht näher erklärte - Restaurierung auf die späten 1960er Jahre legt.

54 Keller, Wilhelm Veit, Carolus Vocke, Karl Wittinger - Drei eng mit Lippertsreute verbundene Künstler, S. 148.

55 Die mittelalterlichen Fresken (u.a. im Festsaal) wurden hingegen von der Firma Emil Geschöll aus Freiburg restauriert.

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