Putto - Engelchen

vg

Das Eröffnungsbild der Fresken von Carl von Haeberlin im Konstanzer Inselhotel

Dieses kleine Fresko eröffnet den Zyklus.

Putto

Putto, Zustand 2014.

Ein Putto (ein kleines, nacktes Engelchen) beugt sich über das Geschichtsbuch der Insel. Dahinter sieht man einen Malergesellen oder jungen Malergehilfen.

Bereits das Eröffnungsbild ist Programm: Es wird behauptet, dass es sich in den folgenden Bildern um die Darstellung der Geschichte der Insel handelt. Vor allem die Gemälde vor 1236 zeigen jedoch Elemente der Konstanzer Geschichte, die Eberhard von Zeppelin sich selbst und seiner Insel aneignete.

Links unten liegt ein offenes Portemonnaie / leerer Geldbeutel. Manche behaupten, dass dies von Carl von Haeberlin absichtlich hineingemalt wurde, weil er seine eigenen Preisvorstellungen bei diesen Aufträgen nicht durchsetzen konnte. Es wäre durchaus möglich, dass sich der nachweislich in seiner künstlerischen Freiheit sehr eingeschränkte Maler durch solche Details, wie auch durch manche anderen Abänderungen der engen Vorgaben des Auftraggebers revanchierte.

Offenes Portemonnaie / leerer Geldbeutel

Offenes Portemonnaie / leerer Geldbeutel links unten im Bild, Zustand 2014.

Aus einigen Quellen geht hervor, dass Häberlin nach seinem Abgang aus Stuttgart zunehmend eitel und empfindlich wurde. Der alte Ruhm war verflogen und neue Anerkennung stellte sich auch in der Provinz - wenn überhaupt, dann - eher zögerlich ein. Man kann es folglich verstehen, wenn er von seinem früheren Ruhm zehrte und daraus - auch mit dem nicht mehr vorhandenen Titel Professor - Kapital zu schlagen versuchte.

Allerdings galt sein Bilderzyklus im Inselhotel bereits um 1900 als bedeutend: "(Es) ist unter Häberlins Werken dasjenige, das ihm am meisten Ruhm eingebracht, seinen Namen am bekanntesten gemacht hat." 1  - Und somit auch Geld einbrachte. Denn zahlreiche weitere Aufträge hat er erst durch dieses damals überregional Aufsehen erregende Werk erhalten. Häberlin malte neben dem Inselhotel - allein im direkten Umfeld - Fresken auf Schloss Castell, in der Vorhalle des Konstanzer Rathauses und die Fassade am Haus "Zum hohen Hafen" am Obermarkt. Und aufgrund seiner erheblichen finanziellen Nachforderungen 1894, welche Zeppelin erfüllte, dürfte Häberlin gewiss nicht am Hungertuch genagt haben.

Das Haus zum hohen Hafen

Das Haus zum hohen Hafen am Obermarkt in Konstanz, Zustand 2014.

Die Anordnung der Bilder

Der in Nord-Süd-Richtung 31,9 Meter lange, in West-Ost-Richtung 26,6 Meter breite und überall 3,2 Meter weite Kreuzgang ist rechteckig geformt und umschließt den 19 * 24,3 Meter großen Innenhof. Die West- und die Ostseite besitzen jeweils 9 Bögen, die Nordseite nur 7 und die Südseite 8 Bögen mit Fresken. Daraus folgt, dass die Bögen ungleichmäßig geformt sind, was sich auch an den zusammengesetzten Panoramen mehrerer Bildbögen erkennen lässt.

Anordnung der Gemälde im Kreuzgang

Anordnung der Gemälde im Kreuzgang.

Blau: Die zwei ursprünglichen Fenster, welche Zeppelin 1874 in der Ostwand einbauen ließ, und die 1966 wieder entfernt wurden.

Gelb: Türen.

Orange: Heutiger Haupteingang in der Westwand, für welchen 1966 das linke Bild Karls des Großen zerstört wurde.

0. Eröffnungsbild / Putto

  1. Pfahlbauten
  2. Pelagius
  3. Bischof Maximus
  4. Kaiser Karl der Große
  5. Kampf der Bischöfe - Investiturstreit
  6. Gründung des Klosters
  7. Suso
  8. Kunstthätigkeit
  9. Beisetzung Chrysoloras
  10. Hus
  11. Provincialcapitel
  12. Reichstag 1507 - Kaiser Maximilian I.
  13. Spital
  14. Schwedische Flotte
  15. Taufe
  16. Indiennefabrik - Macaire
  17. Kaiser Wilhelm II.
  18. Hotel
Steigenberger Inselhotel Konstanz

Foto der Ostseite Steigenberger Inselhotel Konstanz (2014), welche auf den Bodensee zeigt. Direkt dahinter liegt die Altstadt von Konstanz mit dem Münsterturm.

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Hier geht es zum ersten geschichtlichen Ereignis auf der Insel - Zeit der Pfahlbauten auf der Insel

1 Konstanzer Zeitung, vom 19.4.1911, Zum Tode Professor Karl von Häberlins.

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