Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780

vg
Lage des Gemäldes im Kreuzgang

Bilddaten

Das vierte historische Gemälde zur Geschichte der Insel in Konstanz.

Besuch Kaiser Karls des Großen

Panorama: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, Zustand 2014, nur noch die zwei rechten Bögen sind heute erhalten, Zustand 2014.

Bildbeschreibung

1. (linkes) Bild

Besuch Kaiser Karls des Großen

1. Bogen: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, um 1900 aufgenommen.

2. (mittleres) Bild

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2. Bogen: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, Zustand 2014.

Besuch Kaiser Karls des Großen

2. Bogen: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, zwischen Herbst 1887 und April 1888. Hier fehlt sogar noch die bemalte Umrandung um das Bild.

Besuch Kaiser Karls des Großen

2. Bogen: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, um 1900 aufgenommen.

3. (rechtes) Bild

Besuch Kaiser Karls des Großen

3. Bogen: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, Zustand 2014.

Besuch Kaiser Karls des Großen

Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, Original-Zustand um 1900 fotografiert.

Zum Bild-Untertitel

Karl war 780 nur König aber weder Kaiser (das wurde er erst in Rom am 25. Dezember 800) noch hatte er damals schon den Beinamen der Große (erst ab ca. 1000). Aber so genau nahm Zeppelin das nicht. Die historischen Fakten waren zu kompliziert, als dass man sie werbetechnisch hätte in einfachen Slogans verwenden können. Deshalb wurde nicht nur im Gemälde, sondern auch im Untertitel komponiert und alles Gute aus allen Zeiten zusammengefasst - zum Wohle des Inselhotels und Zeppelins.

Besuch Kaiser Karls des Großen

Panorama: Besuch Kaiser Karls des Großen u. Gemahlin Hildegard bei Bischof Johann III. Empfang der Mönche v. St. Gallen u. Reichenau 780, Original-Zustand um 1900 fotografiert.

Geschichtsfakten

Karl der Große (2. April 747 oder 748 - 28. Januar 814) war vermutlich 780/81 mit seiner Gemahlin Hildegard auf dem Weg nach Rom, um seinen Sohn Karlmann dort von Papst Hadrian auf den Namen Pippin taufen zu lassen und die Söhne Ludwig und Pippin zu Unterkönigen über eigene Gebiete zu salben. Die Mönche der Reichenau sollen diesen Aufenthalt für die Bitte um Privilegien gegen den Bischof von Konstanz genutzt haben.

Relativ wahrscheinlich ist der Aufenthalt Karls in Konstanz - aber nicht auf der Insel, wie Zeppelin kategorisch festlegte. Ferner lässt sich auch keine "Pfalz" nachweisen. Zeppelin behauptete dennoch: "Karl residierte auf der Insel, da die bischöfliche (erste) Pfalz erst nach 80 begonnen wurde." 1  Auch ein von Zeppelin vermutetes "Inselschloß" 2  lässt sich nicht nachweisen. Ziemlich dreist verlegt somit Zeppelin die Pfalz und die Bischofsresidenz vom Münsterhügel auf seine Insel. Um von diesen großen Ungereimtheiten abzulenken, legte Zeppelin wieder größten Wert auf die Ausarbeitung der Einzelheiten im Gemälde selbst. U.a. in einem Brief vom 13.1.1887 teilte Eberhard Graf Zeppelin dem Maler Häberlin seine detaillierten Wünsche zum Bild mit. Vor allem die Gemahlin Karls wollte er mit deren anderen schönen Damen abgebildet sehen. 3 

Den größten Raum nahmen in der ursprünglichen Form der Fresken um 1900 die drei Kaiserbesuche ein: Karl der Große, Maximilian, Wilhelm II. Man kann daraus schließen, dass es Zeppelin um die Darstellung der Kontinuität der kaiserlichen Beziehungen seiner Insel ging. Angesichts des Dauerstreites, in dem sich Zeppelin mit der Stadt Konstanz befand, muss man mancher Konstanzer Ansicht widersprechen: 4  Bei diesem Gemälde ging es eben nicht um die Darstellung einer scheinbaren Kontinuität der Hochzeit der Stadt Konstanz. - Alle Fresken werden ausschließlich auf Zeppelins Insel bezogen und hierzu wird die Geschichte - insbesondere vor 1236 - im Zweifel auch zurechtgebogen. Zeppelin schrieb selbst über seine Fresken: "An reichem Stoff, und zugleich ausschließlich aus der Geschichte der Insel, fehlte es also ... nicht." 5 

Letztendlich erkennt man an den drei riesigen Kaiserpanoramen, die von Zeppelin bewusst gewählt und flächenmäßig dominierend dargestellt wurden, auch sein Selbstbildnis. Im Gegensatz zum vorherigen Ereignis - der Ernennung der Stadt Konstanz zum Bischofsitz - hatten die drei Kaiserbesuche für Konstanz keine große Bedeutung, 6  aber für Zeppelin. Auch dies belegt, dass diese Umgewichtung der Bilder nicht die Geschichte der Stadt darstellen, sondern Zeppelins Insel würdigen sollte. Diese monumentalen Kaiserbilder zeigen: Die Insel, damit sein Haus, seine Familie und in deren Folge, schließlich er selbst, standen zu allen Zeiten in direktem Kontakt zum jeweiligen Kaiserhaus. Wobei die Kaiser jeweils sogar zu ihm auf die Insel kamen und sich - wie alle Gemälde nahelegen - bei ihren Aufenthalten sehr wohl fühlten. Einerseits ist dies marketing-technisch eine sehr subtile Werbung für sein Hotel, andererseits eine Selbstdarstellung par excellence. Deshalb verwundert es auch kaum, dass Eberhard von Zeppelin sich exakt in der Mitte des Gemäldes des Kaiserbesuches von 1888 darstellen ließ. Nicht nur dieses Fresko, sondern alle anderen auch, drehten sich nur vordergründig um die Konstanzer Geschichte, in Wirklichkeit inszenierte Zeppelin sich und seine Familie hier gekonnt selbst.

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Hier geht es zum fünften geschichtlichen Ereignis auf der Insel - Kampf zwischen den Bischöfen Gebhard III. von Zähringen und Arnold von Heiligenberg

1 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, Brief vom 13.1.1887, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 23.

2 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 16.

3 Aus den Briefen von Eberhard Graf Zeppelin an Haeberlin aus den Jahren 1886-1904, Landesbibliothek Stuttgart, Cod. Hist. 4° 445, Fasz. V, Brief vom 13.1.1887, zitiert nach Pech, Carl von Haeberlin, S. 231.

4 Gleichenstein, Carl von Häberlin, S. 44.

5 Zeppelin, Eberhard Graf, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 11. Fette Hervorhebung durch den Autor.

6 In der Regel waren die freien Reichsstädte eher froh, wenn die Herrscher unter Zurücklassung hoffentlich nur geringer Schulden die Stadt bald wieder verließen. Reichsfreiheit bedeutete de facto nämlich, dass die besuchten Städte für die gesamten Kosten der Herrscher samt deren Gefolge aufzukommen hatten.
Insgesamt finden sich in den Fresken auch keine für Konstanz wirklich wichtigen Ereignisse dargestellt. So fehlen wichtige Daten wie der Bau der Rheinbrücke um 1200, die Stadtfreiungsurkunde von 24. September 1192 (als Kaiser Heinrich VI. in Lüttich die Stadt Konstanzer von jeglicher Besteuerung des Bischofs befreite), der große Schiedsvertrag von 1255 zwischen Bischof und Stadt (Wahl des eigenen Rates), die Schaffung des Bürgermeisteramtes ca. 1312, die erschlichene Kaiserurkunde - die 'falsche Karolina' - von 1368, oder die bürgerkriegsähnlichen Unruhen mit der Schiedsvertrag von 1371 bzw. die fünf Zunftaufstände (siehe hierzu z.B. Feger, Konstanz, Aus der Vergangenheit einer alten Stadt, S. 83ff.). Dies unterstreicht, dass hier nicht die Konstanzer Geschichte dargestellt wird.

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