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Spiegellose Systemkameras bildeten seit 2010 eines der wenigen übrig gebliebenen Marktsegmente im Fotobereich, das - trotz Krise in der Fotoindustrie - langsam aber fast ständig wuchs und es voraussichtlich auch weiterhin tun wird. Aber der Marktanteil ist - trotz größter Euphorie seit 2008 - noch immer nicht so groß, wie man erwarten sollte. Dennoch tummeln sich hier viele Anbieter mit zahlreichen Modellen, wodurch die Situation für Laien ziemlich unübersichtlich wurde.
Hinweis: Diese Datei wurde zur Aktualisierung in zwei neue umstrukturiert und dort komplett überarbeitet sowie mit neuen und anderen resp. weiteren Inhalten versehen. Sie finden die neuen Artikel in den beiden folgenden Dateien: Micro-Four-Thirds-Kameras - MFT-Kameras von Olympus und Panasonic - spiegellose Systemkameras mit MFT-Sensor, Geschichte, Technik, Zukunft - sowie Vergleich spiegellose Kameras mit DSLR - Vor- und Nachteile beider Systeme.
Dennoch bleibt dieser ältere Artikel erhalten, da er wichtige Details aus einer besonderen und historischen Sicht der frühen 2010er Jahre darstellt - als die fotografische Welt insgesamt für die meisten Fotografen gefühlt noch in Ordnung schien.
Inzwischen finden sich zahlreiche Bezeichnungen rund um Spiegellose Systemkameras
, die wild durcheinander verwendet werden:
Spiegellose Kameras gab es schon seit dem Anfang der Fotografie. Ganz im Gegenteil wurde der Spiegel, welcher dem Fotografen die Sicht durch das Objektiv erlaubt und vor der Aufnahme hochklappt, erst relativ spät erfunden: Spiegelreflexkamera = Single-lens reflex camera, nämlich 1861. Aber es dauerte noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, bevor mehrere brauchbare Modelle verfügbar waren. Einem größeren Publikum bekannt wurden diese Spiegelreflexkameras sogar erst in der Zwischenkriegszeit.
Und selbst im digitalen Zeitalter besitzen fast alle Pocket-Kameras und Bridge-Kameras fast aller Preisklassen keinen Spiegel, könnten also zurecht als spiegellose Kameras bezeichnet werden. Hinzu kommen alle Kameras in Smartphones. Letztendlich besitzt die große Mehrzahl aller Foto-Kameras keinen Spiegel. Hieraus wird ersichtlich, wie wenig aussagekräftig oder gar charakterisierend der oft verwendete Ausdruck spiegellos
im Grunde ist.
Eine Systemkamera = system camera ist im Grund eine sehr alte Bezeichnung für eine Kamera, an die man Objektive und anderes Zubehör mit einem bestimmten System anbringen kann. Oder noch einfacher: eine Kamera mit austauschbaren Komponenten.
Im Kern gehören nur ein Kameragehäuse und ein Objektiv zur Mindestausrüstung. - Ein Sucher ist heute als zwangsweises Zubehör bereits umstritten. Eine gewisse Mechanik oder Elektronik für Belichtung und Bildschärfe wurde hingegen meist auch früher als Standard angesehen. Das gesamte Systemzubehör des Kamerasystems wurde bereits im 20. Jahrhundert - zu analogen Zeiten - extrem groß. - Man denke nur an System-Blitzgeräte.
System bedeutet primär nichts anderes, als genormte Anschlüsse für wechselbares Zubehör.
Systemkameras sind keine neue Erfindung. In den frühen Jahren 1930 bis 1950 handelte es sich bei Systemkameras - wie auch heute oft - um Messsucher-Kameras. D.h. die Kamera besaß keinen Spiegel.
Dennoch kann eine Systemkamera auch einen Spiegel mit Prisma enthalten. D.h. alle APS-C und alle Vollformat-Kameras mit Spiegel = (D)SLR = Digital Single Lense Reflex) = DSR = digitale Spiegelreflex - SR-Kamera = Spiegelreflex-Kamera - sind auch Systemkameras.
Letztendlich meint Systemkamera nur eine Kamera mit Wechselobjektiv.
Allerdings wird der Ausdruck Systemkamera von vielen Menschen im Fotobereich heute unzutreffend als Synonym für spiegellose Systemkamera verwendet.
Hierbei handelt es sich um eine System-Kamera, die keinen Spiegel besitzt. D.h. sie besitzt entweder einen Sucher oder stellt bei modernen digitalen Kameras das Sucherbild auf dem Display auf der Rückseite der Kamera dar.
Hier wird jedoch der babylonische Sprachenwirrwarr vollends unübersichtlich.
Es finden sich zahllose Bezeichnungen und vor allem Abkürzungen zu spiegellosen Systemkameras:
CSC = Compact System Camera = Kompakte Systemkamera: umfasst eigentlich alle kleinen System-Kameras.
EVIL = Electronic Viewfinder Interchangeable-Lens camera = electronic viewfinder with interchangeable lens = Kamera mit elektronischem Sucher und Wechselobjektiv. Die Abkürzung EVIL wird heute kaum mehr verwendet, da sie in der Übersetzung böse
bedeutet und marketing-technisch eine Fehlleistung darstellte.
EVF-Camera = Electronic-View-Finder-Camera = Kamera mit elektronischem Sucher.
MSC = Mirrorless System Camera = spiegellose Systemkamera.
ILC = interchangeable-lens camera = Kamera mit austauschbaren Objektiven = Systemkamera.
DILS(C) = digital interchangeable-lens system camera = Digitale Kamera mit austauschbaren Objektiven.
MILC = mirrorless interchangeable-lens camera = mirrorless interchangeable-lens digital camera = spiegellose (digitale) Kamera mit Wechselobjektiv = spiegellose Systemkamera.
DSLM = Digital Single Lens Mirrorless = spiegellose Digitalkamera mit einem Objektiv.
DSL = Digital Single Lens = Digitalkamera mit einer Linse. Hier lässt man das R für Reflex entfallen.
MFT = Micro Four Thirds.
FTH = Four Thirds.
M4/3 = m4/3 = 4/3" = µ43 = Micro Four Thirds.
Der Hauptunterschied der spiegellosen Systemkameras zu den bisherigen Marktführern (DSLR) liegt im fehlenden Spiegel. Deshalb auch DSL (ohne R) genannt.
Allerdings ist die moderne Verwendung des Ausdruckes Systemkamera weich und wird oft mit zahlreichen anderen Dingen verwechselt.
Im Grund ist damit nur die Technik gemeint, wobei der mechanische Spiegel in der Kamera entfällt.
Dadurch wird auch das voluminöse Pentaprisma überflüssig, das die Höhe der Kamera beeinflusst.
Ferner wird dadurch die Kamera schmaler, da der tiefe Spiegelkasten vor dem Sensor entfallen kann.
Diese Technologie war immer der Standard bei den Kompakt- und Bridge-Kameras.
Systemkameras bieten heute einen schnellen und präzisen Autofokus. Das Fokussieren erfolgte dabei bis 2015 überwiegend als Kontrast-Autofokus (contrast-detection autofocus = CDAF) auf dem Sensor. Hierbei nähert sich das System in mehreren kleinen Schritten dem optimalen Zustand.
Spiegellose Kameras nutzen das Signal des Bildsensors nicht nur zum Fokussieren, sondern auch, um richtig zu belichten. D.h. die früher und bei DSLR separaten externen Mess-Systeme entfallen, weil sie in den Sensor integriert wurden.
Früher wurde der Kontrastautofokus jedoch als qualitativ minderwertig und viel zu langsam angesehen im Vergleich zum frei im Kameragehäuse angebrachten Phasenautofokus = Phasen-(Vergleichs)-Autofokus (phase-detection autofocus = PDAF) bei Spiegelreflex-Kameras.
Modernere Verfahren der Fokussierung sowie wesentlich schnellere Prozessoren ließen den Kontrastautofokus bis Mitte der 2010er Jahre allerdings fast so schnell werden wie den damaligen Phasenautofokus.
Weiterer Vorteile des Kontrastautofokus sind, dass er sich - im Gegensatz zum Phasenautofokus - nie verstellen / dejustieren kann. Er gilt somit als sehr pflegeleicht. Und er ist preiswert, da keine separaten Teile erforderlich sind. Die AF-Sensoren liegen auf dem allgemeinen Foto-Sensor.
In fast allen Fällen der stehenden oder sich langsam bewegen Objekte war der Kontrastautofokus Mitte der 2010er Jahre schnell genug und sogar etwas präziser sowie dank vieler über die gesamte Bildfläche verteilter Positionen auch ergonomischer in der Anwendung als der Phasenautofokus. Kurzum: Für die meisten Normalfotografen war der Kontrastautofokus Mitte der 2010er Jahre bereits gut genug.
Ein großer Vorteil kommt für die Video-Filmer hinzu. Hier ist es wichtig, dass der Autofokus möglichst leise arbeitet und die Fokussierung ständig, automatisch und weich nachgeführt wird. Dies konnte in den 2010er Jahren nur der Kontrastautofokus bewerkstelligen.
So etwa seit 2015 wurde auch der Phasenfokus auf den Sensor gelegt (on sensor phase detection) und erzielte dort bereits gute Ergebnisse. Mit fortschreitender Entwicklung wird somit der externe (irgendwo im Kameragehäuse angebrachte) Phasenautofokus generell überflüssig.
Technisch liegen fast alle Vorteile auf Seiten der spiegellosen Systemkameras. Deshalb fragte man sich immer, weshalb sie nicht schon längst die Spiegel verdrängt haben. Das Problem lag jedoch bis Anfang der 2020er Jahre bei spiegellosen Kameras noch in der Prädiktion. Der externe / separate Phasenautofokus wurde in all den Jahren ebenfalls weiterentwickelt und kann schnelle Bewegungen treffsicherer vorhersagen. Für Sport- und Tierfotografie wird er deshalb noch verwendet. Dies ist jedoch exakt die Domäne vieler Profis. D.h. aus diesem Grunde wurden DSLRs - also Kameras mit Spiegel - von Berufsfotografen und Amateuren in jenen Fotobereichen lange beibehalten. - Letztendlich ließ sich dieser nicht nur messbare, sondern in der Praxis spürbare Nachteil der spiegellosen Kameras erst Anfang der 2020er Jahren dank schnellerer Sensoren und gigantischer Rechenleistung sowie mittels KI (Künstlicher Intelligenz) endgültig lösen.
Abgesehen von Leica und Fujifilm (bei manchen Modellen) verwenden viele andere Hersteller keinen optischen Sucher mehr bei spiegellosen Kameras. Allerdings bieten einige Billigprodukte zusätzlich einen optischen Sucher an, der jedoch im Nahbereich durch Parallaxenfehler nicht überzeugen kann, weil er nicht durch das Objektiv zielt. Das Aussehen dieser spiegellosen Systemkameras erinnert dann manchmal an frühere Messsucher-Kameras.
In den 2010er Jahren besaßen immer mehr spiegellose Systemkameras einen in das Kameragehäuse fest eingebauten / integrierten elektronischen Sucher, den man auch EV oder EVF = Electronic View (Finder) also elektronischen Sucher nennt.
Zahlreichen billigen Modellen fehlt hingegen auch heute der Sucher. Dies gilt bei starkem Sonnenlicht als Nachteil, da man dann mit dem rückwärtigen Display nur eingeschränkt arbeiten kann.
Konstruktionsbedingt handelt es sich um elektronische Sucher - nicht optisch (wie bei vielen SLR). Dadurch entfällt auch das klobige Pentaprisma der SLR.
Für manche Modelle werden optische oder elektronische Sucher zum Aufstecken (zum Teil nur als aufpreispflichtiges Zubehör ca. 200 - 350 Euro) angeboten.
Spiegellose Systemkameras mit elektronischem Sucher sind meist voluminöser, schwerer und teurer als die Modelle ohne elektronischen Sucher.
153.300 RGB-Pixel (Bildpunkte in den jeweiligen Farben Rot, Grün und Blau) waren Mitte der 2010er Jahre Standard. - Vorsicht: Manche Hersteller zählen dies zusammen als 460.000 Pixel. Displays der Oberklasse boten mit 307.000 RGB-Pixeln die doppelte Auflösung.
Für eine besonders hohe Leuchtdichte wurden von manchen Herstellern zu den RGB-Pixeln noch weiße Pixel (RGBW) verwendet. Dann kommt man auf 1,2 oder 1,3 Mega-Pixel für das rückwärtige Display.
Manchen Digitalkameras boten bereits ein in mehrere Richtungen dreh- und schwenkbares Display. So sind Überkopfaufnahmen und Fotos in Bodennähe möglich.
Moderne Kameramodelle boten damals bereits ein in der Helligkeit in Stufen anpassbares Display.
Seit 2016 fanden auch vermehrt berührungsempfindliche Touchscreens Einzug.
Manche spiegellosen Systemkameras sind derart schnell, dass sie in dieser Disziplin sogar Profikameras übertrumpfen.
Sie besaßen auch früh eine kurze Auslöseverzögerung - also die Zeitdifferenz zwischen dem Druck auf den Auslöser der bereits eingeschalteten Kamera und der Aufnahme.
Hinzu kam oft eine geringe Einschaltverzögerung.
Vor allem bei Serienbildfunktionen konnten spiegellose Systemkameras frühe ihre konstruktionsbedingten Vorteile ausspielen.
Bereits Einsteigermodelle boten drei bis vier Bilder / Sek., was Mitte der 2010er Jahre ein guter Wert im Vergleich zu den etwa gleichwertigen DSLRs mit Spiegel war.
Manche Kameras wie die Nikon V2 schafften bis zu 60 Bilder pro Sekunde.
Allerdings hielten sie diese Geschwindigkeit in den 2010er Jahren meist nur wenige Sekunden durch.
Bei spiegellosen Systemkameras finden sich dieselben Materialien wie bei anderen Kameras mit Spiegel. Kunststoff machte sie leicht und Metalle wie Magnesium, Aluminium-Legierungen etc. stabil aber schwerer.
Die Eingruppierung der spiegellosen Systemkameras fiel Mitte der 2010er Jahre sehr schwer.
Sieht man einmal von den Smartphones ab, so nennt man die kleinste und qualitativ unterste Gruppe der Kameras Kompaktkameras. Hiermit meint man Fotoapparate von geringer Größe und Gewicht - mit einer kompakten Bauform -, die im vollautomatischen Modus Bilder für einen alltäglichen Normalgebrauch liefern.
Sie besaßen Mitte der 2010 Jahre noch den größten Marktanteil. Die Preise schwanken von sehr günstigen unter 100 Euro bis zu Edelkompaktkameras, die mit Zubehör sogar weit über 1.000 Euro kosten konnten.
Die Bildqualität rangiert von befriedigend bis sehr gut. Manche bezeichnen diese Kameras auch als Immer-dabei-Kamera.
Darüber rangieren die Bridge-Kameras, die zwar aussehen wie kleine (APS-C-) Spiegelreflex-Kameras, aber einen kleinen Sensor und einen fest eingebauten Mega-Zoom mit bis zu 60-Fach-Vergrößerung bieten.
Die Bildqualität rangiert von befriedigend bis gut. Die Preise starteten bei etwa 500 Euro konnten aber auch bis fast 2.000 Euro bei Edel-Kameras reichen.
Bridge-Kameras galten lange als ideale Reisekameras.
Darauf folgen sowohl in chronologischer Reihenfolge als auch bezüglich der Sensorgröße die Micro-Four-Thirds-Kameras, Micro-Four-Thirds, welche von vielen als die eigentlichen spiegellosen Kameras bezeichnet werden.
Dies war historisch begründet, da sie als erste Sensorklasse mit Systemkameras ab ca. 2008 konsequent auf das rein spiegellose Konzept setzen. D.h. für viele Jahre war die Abkürzung MFT gleichbedeutend mit spiegellos und auch umgekehrt, was bis heute zu viel Verwirrung sorgt. Diese sprachliche Dominanz konnte MFT auch übernehmen, da es von Anfang an standardisiert war und von mehreren Firmen - u.a. Olympus und Panasonic - vertreten wurde.
Hinzu kam die damals höhere Bildqualität dank des größeren MFT-Sensors im Vergleich zu den oben bereits erwähnten Klassen der kleinen Sensoren und 1-Zoll-Sensoren der Kompakt und Edelkameras. Abgerundet wurde dies in den Anfangsjahren vor allem durch wirklich kleine und leichte Kameramodelle, welche den sogenannten Formfaktor voll ausspielen konnten und zudem auch damals relativ preiswert waren. Dies sorgte in den Anfangsjahren auch zu einem unerwartet regen Zulauf und vor allem Zuspruch auch sonst kritischer Analysten.
Um jedoch auch die negativen Seiten gleich anzusprechen: Es gab früh bereits teure Spitzenmodellen, die immer teurer, schwerer und größer wurden, sodass jene alle bisherigen Vorteile verloren. Hinzu kam die 2013 aber spätestens 2016 erkennbare Spaltung des angeblichen Standards der beiden großen Hersteller, wobei Olympus den Phasen-Autofokus in teuren Kameramodellen einführte und sich mit neuen Objektiven auf die Fotografen konzentrierte, wohingegen Panasonic beim Kontrastautofokus blieb und sich mit ebenfalls speziellen Objektiven sowie speziellen hochgerüsteten Kameramodellen auf die Videografen konzentrierte.
Alle weiteren interessanten Details entnehmen sie bitte dem Artikel Micro-Four-Thirds, der zudem bis in die Moderne reicht.
Mit mittelgroßem Sensor und Preisen zwischen 500 und 2.000 Euro sowie einem breiten Angebot an Systemzubehör bildeten sie bereits in den 2010er Jahren das Rückgrat vieler Amateure.
Federführend beim spiegellosen APS-C-Sensor waren am Anfang sicherlich Sony und Fujifilm. Aber bald folgte auch Canon mit einer eigenen M-Serie, wobei M für Mirrorless stand.
Erfolgreich war jedoch nur Fujifilm bei APS-C, da dieser Neuling im Fotobereich in den 2010er Jahren - zumindest zuerst - ein umfangreiches ernstzunehmendes Objektivangebot aufbaute und zudem (ebenfalls zumindest in den Anfangsjahren) durch unablässige Verbesserungen in kostenlosen Firmware-Updates die Leistungen der bereits verkauften Kameras nachträglich verbesserte. So gelang es Fuji viele unzufriedene Kunden vor allem von Nikon abzuwerben.
Sony und Canon vernachlässigten jedoch den spiegellosen APS-C-Bereich bei Objektiven und Firmware-Updates sträflich in den 2010er Jahren, weil sie diese Klasse eher als Anfütterungszone für das Vollformat ansahen.
Mit großem Sensor und Preisen meist über 1.800 Euro bildeten spiegellose Kameras mit Vollformatsensor die Hauptausstattung für die Profis und sehr ambitionierten Amateure.
Hier wird das meiste Systemzubehör zu den dann aber auch hohen Preisen angeboten.
Festzuhalten bleibt, dass die Eingruppierung genauso willkürlich ist und von den Herstellern vollzogen wird, wie die in den spiegellosen Systemkameras verbauten Sensoren.
Wäre das nicht alles schon kompliziert genug, so unterschieden bereits in den 2010er Jahren zunehmend mehr Hersteller innerhalb ihrer spiegellosen Modelle zwei Klassen / Stilrichtungen: eine Billigklasse (= Kompaktklasse, ähnelt Kompaktkameras) und eine gehobene Qualitätsklasse (sieht aus wie eine DSLR). Und in diesen beiden Klassen unterschieden sich wieder die einzelnen Modelle.
Je nach einzelnem Modell reichte die reine Bildqualität moderner spiegelloser Systemkameras vom untersten Segment der Pocket-Kamera über das der Bridge-Kamera, die APS-C-Kameras bis hin zu Vollformat-Kameras. Das liegt neben den Objektiven vor allem an der verwendeten Sensorgröße.
Die Bildqualität wird hauptsächlich von der Sensorgröße festgelegt.
Eigentlich wurde dies zuerst nur für (Micro-) Four-Thirds konzipiert. Man kann spiegellose Kameras jedoch theoretisch mit allen denkbaren Sensoren ausstatten.
Angesichts der steigenden Kamerapreise verwendete man jedoch im Laufe der Entwicklung nicht mehr die allerkleinsten Sensoren der billigsten Kompakt-Kameras.
Bisher wurde die spiegellose Technik zur Kombination mit völlig unterschiedlichen Sensorgrößen genutzt. Als ungefährer Größen-Vergleich der Sensoren siehe die Grafik 1 und Grafik 2 sowie Tabellen und ausführliche Erklärungen.
Vor vielen Jahren hatte ich in einem Artikel vermutet, dass diese spiegellose Technologie in den Klassen der APS-C und Vollformat-Kameras Einzug halten und diese verbessern würde. Stattdessen schufen die Hersteller daraus in den 2010er Jahren eine neue Kamera-Klasse, die aus Marketing- und Vertriebs-Aspekten relativ willkürlich preislich zwischen APS-C und Vollformat platziert wurde.
Allerdings war in den 2010er Jahren bei der Sensorgröße spiegelloser Systemkameras kein Standard vorhanden oder auch nur eine einheitliche Entwicklungsrichtung ersichtlich. Man fand alle Größen zwischen sehr kleinen 1/2,3-Zoll bis zum Mittel-Format-Sensor.
Ende der 2010er Jahren fanden sich folgende Hauptgruppen bei spiegellosen Systemkameras:
Mittelformat-Sensor (ca. 43,8 * 32,9 mm): Hasselblad (X1D), Fuji.
Voll-Format-Sensor (ca. 36*24 mm): Leica (M-, SL-, T-Modelle), Sony (Alpha/A7-Modelle).
APS-C-Sensorgröße in de facto unterschiedlicher Größe: Canon (EOS-M), Fujifilm (X-Modelle), Pentax (K-70, K-3), Sony (A5#00, A6#00, ältere NEX-Modelle), Leica-T. Samsung hat de facto 2016 den Vertrieb weltweit eingestellt.
Four-Thirds-Format (ca. 17,3 * 13 mm = 225 qmm nutzbare Fläche): Olympus (Pen-Modelle und OM-D E-M#-Modelle) und Panasonic (G#-Modelle)..
Nikon (System 1) 1 Zoll kleiner CX-Sensor (13,2*8,8 mm).
Ricoh/Pentax: 1/1,7 Zoll-Kompaktkamerasensor für das Zoom 24-85 mm (7,4*5,6 mm).
Ricoh/Pentax: 1 / 2,3-Sensor (Q-System) (6,2*4,6 mm).
De facto waren die letzten drei Modellreihen 2016 bereits weitgehend vom Markt verschwunden oder spielen kaum mehr eine Rolle.
Grundsätzlich gilt: Je größer der Sensor, desto bessere Bildqualität, desto teurer.
Kleinere Sensoren erlauben jedoch eine kompaktere Bauweise des Kameragehäuses sowie kleinere Objektive - insbesondere Zooms.
Kleinere Sensoren ermöglichen auch höhere Serienbildgeschwindigkeiten. Siehe z.B. die Nikon-Modelle mit bis zu 60 Bildern / Sek.
Die Auflösung lag 2018 meist zwischen 16 und 51 Millionen Pixeln (Mega-Pixel, MP).
Spiegellose Systemkameras bieten zahlreiche Vorteile:
Im Gegensatz zu Kompaktkameras kann man Objektive wechseln, also andere Objektive ansetzen und ist somit flexibler.
Kleinere, flachere, leichtere Kameragehäuse (Body) sind möglich.
Kleinere (vor allem kürzere), leichtere Objektive sind möglich.
Geringe Bautiefen bei Kameras und Objektiven sind möglich.
Spiegellose Systemkameras sind handlicher als eine ausgewachsene DSLR mit dickem Spiegelkasten und Prismendom.
Mit ihren kleinen Abmessungen und geringem Gewicht kann man sie oft und bei vielen Anlässen dabeihaben.
Im Reisebereich sind diese Kameras vor allem bei Wanderungen und langen Städtetouren sehr vorteilhaft.
Viele Teile entfallen bei spiegellosen Kameras: so z.B. der Spiegel, das Prisma und der Phasenautofokus, die aus vielen Einzelteilen bestehen. - Aufrisszeichnung eines Phasenautofokus und Aufrisszeichnung eines Spiegels mit Prismas und Phasenautofokus und schematische Darstellung eines Prismas bei der FTB sowie technische Darstellungen Pentaprism und Roof-pentaprism.
Die Technologie ist preiswerter, als die klassische Herstellung einer Kamera mit aufwändigem Spiegel und Prisma.
Ferner ist die spiegellose Technologie verschleißfreier und langlebiger.
Meist handelt es sich um vollwertige Systemkameras, die mit Wechselobjektiven und umfangreichem Zubehör für viele fotografische Aufgaben gerüstet sind.
Die Elektronik bietet viele Funktionen, die mit Spiegel nur eingeschränkt möglich sind.
Mit Programmautomatiken kann man spiegellose so einfach bedienen wie Kompaktkameras.
Mit sehr vielen halbautomatischen oder manuellen Einstellmöglichkeiten reicht das Potential jedoch auch bis in den Profibereich hinein.
Vor allem bei der Videofunktion zeigen spiegellose Kameras gegenüber den klassischen SLR oft Vorteile.
Bei hellen Tageslichtaufnahmen ist die Bildqualität durchaus vergleichbar zu guten APS-C und Vollformat-Kameras.
Selbst die MFT-Sensoren bieten eine bessere Bildqualität als eine Kompaktkamera / Bridge-Kamera (mit deren winzigen Sensoren), vor allem bei wenig Licht.
Moderne Systemkameras können Bilder im JPG-Format und RAW-Dateien speichern, wodurch sich Reserven bei der Bildqualität ergeben, die man in der Post-Production am PC heben kann.
Hochwertige elektronische Sucher bieten Vorteile bei der Motivbeurteilung unter schlechten Lichtverhältnissen, da sie zu helle Ausschnitte abdunkeln und dunkle aufhellen können.
Durch fast überall zum Standard gehörende elektronische Verschlüsse waren Belichtungszeiten von 1/16.000 oder sogar 1/32.000 Sekunde Ende der 2010 er Jahre möglich.
Durch den Wegfall des Spiegels sind die Auslösegeräusche deutlich geringer.
Mit in neuen Modellen (ab 2016) fast überall zusätzlich vorhandenem elektronischem Verschluss sind wirklich leise Aufnahmen bei spiegellosen Kameras möglich, mit klaren Vorteilen im Theater, Musikaufführung oder bei schlafenden Kindern.
Ohne Spiegel sind die Erschütterungen der Kamera bei längeren Verschlusszeiten (auf dem Stativ) auch geringer. Die umständliche Spiegelvorauslösung bei DSLR kann somit entfallen.
Ein weiterer Vorteil des elektronischen Verschlusses oder des elektronischen ersten Verschlussvorhangs (electronic first curtain) liegt darin, dass man einen elektronischen mit einem mechanischen Verschluss kombiniert, wobei man den elektronischen zum Start verwendet und den mechanischen zum Beenden der Belichtung des Sensors. Dadurch vermeidet man die (kleinen) Erschütterungen am Anfang durch den mechanischen Verschluss der DSLRs, der auch bei einer Spiegelvorauslösung immer existiert.
Durch den Wegfall des Spiegels lässt sich der Sensor leichter reinigen. Im Gegensatz zur DSLR muss er nicht zuerst mühsam hochgeklappt werden und mittels geladenen Akkus in der offenen Position fixiert werden.
Die Fokussierzeiten bei Stillleben waren Ende der 2010er Jahre kürzer als bei DSLR und meist auch etwas genauer / treffsicherer.
Durch die Integration des Autofokus auf den Haupt-Sensor, kann sich die Messung nicht verändern. Es besteht somit keine Gefahr von Front- oder Back-Focus wie bei einer klassischen DSLR, die ihren Messfühler irgendwo separat im Kameragehäuse untergebracht hat. D.h. man muss bei keinem Objektiv mehr eine (sonst evtl. erforderliche) Feineinstellung vornehmen.
Der elektronische Sucher kann (sofern vorhanden) auch beim Filmen verwendet werden.
Ein elektronischer Sucher kann bereits die an der Kamera vorgenommenen Korrekturen anzeigen (Helligkeit, Weißbalance etc.) und somit im JPEG-Modus das Endbild in etwa simulieren.
Ein hochwertiger elektronischer Sucher kann in ein Motiv hineinzoomen und so das manuelle Fokussieren erleichtern.
Ein hochwertiger elektronischer Sucher stellt 100% des Bildfeldes dar.
Ein hochwertiger moderner elektronischer Sucher beherrscht sogar Focus-Peaking - eine farbliche Darstellung derjenigen Bildelemente, die scharf sind.
Einen hochwertigen elektronischen Sucher kann man auch als Display-Ersatz benutzen, wenn man die gemachten Aufnahmen durchsucht. Das hat Vorteile bei sehr hellem Tageslicht, weil man die Bilder im EVF leichter sieht, als auch in manchen dunklen Situationen (Theater), weil der Vorgang dann keinen anderen Zuschauer stört.
Ein hochwertiger elektronischer Sucher bietet elektronische Hilfen wie Histogramm und Horizontwaage an.
Ein elektronischer Sucher zeigt bei Sportkameras im Dauerfeuer und Verfolgungs-Auto-Fokus-Modus keine Dunkelzeit. Dieser Vorteil ist durchaus sichtbar bei über 10 Bildern in der Sekunde kann das DSLR-Flackern erheblich stören. D.h. man kann mit spiegellosen Kameras ein sich schnell bewegendes Motiv leichter im Sucher verfolgen und auch einfacher im gewünschten Bildrahmen halten.
Bei der Simulation der Schärfentiefe / Tiefenschärfe kommt es in einem elektronischen Sucher zu keiner Abdunkelung des Gesamtbildes wie bei DSLR-Kameras durch das Abblenden. Es wird der gesamte Bereich der Schärfe gleichhell simuliert dargestellt.
Manche spiegellosen Kameras können das EVF - den elektronischen Sucher auf Schwarz-Weiß-Darstellung umschalten. Dadurch werden die abstrakten Strukturen bei der Bildkomposition für manche Fotografen leichter sichtbar, als in Farbe.
In der Kamera manuell durchgeführte Belichtungskorrekturen werden direkt im Sucher sichtbar, wodurch man nicht vergessen kann, es vor dem Auslösen des nächsten Bildes zurückzustellen, wie das bei DSLRs öfter passiert. D.h. spiegellose Kameras können in bestimmten Situationen einem Fotografen helfen, alte (Fehl-) Einstellungen schneller zu erkennen.
Im Gegensatz zur DSLR (mit Spiegel) findet kein starker Medienbruch beim Wechsel von Sucher zu rückwärtigem Display im Live-View statt.
Bei hochwertigen, modernen EVFs (Elektronik View Finder - Elektronischer Sucher) kann man die bereits aufgenommenen Bilder im Sucher durchsehen / überprüfen. Dies hat Vorteile gegenüber dem rückwärtigen Display - z.B. bei hellem Tageslicht oder in dunklen Umgebungen, in denen man andere Personen damit stören würde (Theater etc.)
Die technische Entwicklung wird in diesen Kameras oft schneller umgesetzt als in DSLR-Systemen: 5-Wege-Bildstabilisator in der Kamera, 4K-Video, Echtzeit-Vorausschau des Bildes gemäß den gewählten Einstellungen (auch bei Langzeitaufnahmen), Hervorhebung des fokussierten Bereiches, Warn-Anzeige bei Über- und Unterbelichtung bereits vor der Aufnahme etc.
Die modernsten spiegellosen Kameras besitzen Augenerkennungssysteme, welche bei Kameras mit Spiegeln meist nicht umgesetzt wurden. Auch, wenn die Treffsicherheit beim Scharfstellen auf die Augen nicht bei 100% liegt, so wird diese Funktion von vielen Porträt-Fotografen geschätzt.
Spiegellose Systeme werden letztendlich gewinnen, da sie schlichtweg preiswerter in der Herstellung sind, weil der komplizierte Spiegelmechanismus entfällt.
Allerdings wird in der Euphorie des Neuen gerne die Tatsache übersehen, dass mit spiegellosen Systemkameras auch Nachteile verbunden sind:
Kleinere Kameras sind vor allem für Männer mit größeren Fingern nicht so ergonomisch in der Haltung und Bedienung.
Sie bieten einen schlechteren Griff, oder oft überhaupt keinen geformten Griff. Zahlreiche sind für viele Männerhände auch in den späteren Modellen Ende der 2010er Jahre noch immer zu klein und deshalb unergonomisch, was sich vor allem bei stundenlanger Benutzung zeigt.
Je kleiner die Gehäuse, umso weniger oder kleinere Bedienelemente lassen sich im Vergleich zu DSLR-Kameras anbringen. Oder sie werden an unergonomischen Stellen angebracht. Zahlreiche Modelle galten bis Ende der 2010er Jahre schlichtweg als zu klein für die ernsthafte Fotografie.
Das geringe Gewicht der spiegellosen Systemkameras kann beim Auslösen zum Problem werden (genannt Shutter Shock). Der mechanische Verschluss besitzt eine gewisse Masse, welche aufgrund der Beschleunigungskräfte die Kamera erschüttern und so zu sichtbaren Verwacklungen führen kann. D.h. das Bild wird - trotz Bildstabilisator - unscharf. Bei schweren DSLR-Kameras tritt dieser Effekt aufgrund der hohen Eigenmasse wesentlich seltener auf. Deshalb wurden wieder zusätzliche, schwere Batteriegriffe für die leichten spiegellosen Kameras empfohlen, damit man den Shutter Shock mildert. Dadurch entfallen jedoch die ursprünglichen Vorteile bei Volumen und Gewicht.
Die Objektive neuen Objektive für spiegellose Kameras waren in den 2010er Jahren überwiegend nicht so lichtstark wie bei Vollformat-Kameras. Und die wenigen lichtstarken Objektive, welche ab 2018 verfügbar wurden, waren in puncto Volumen und Gewicht keineswegs den leichten Kameragehäusen angemessen und gaben somit viel vom ursprünglichen Gewichts- und Volumenvorteil der spiegellosen Kameras preis. Und auch deren hohe Preise dürften so manchen Fotografen erstaunen.
Viele spiegellose Kameras verschenkten in den 2010er Jahren noch Potential - vor allem bei bewegten Motiven (im Bereich Sportfotografie) und teilweise sogar bei schlechter Beleuchtung.
Wie bei fast allen neuen Produkten wurde bei den höherwertigen Produkten durch einen zuerst sündhaft hohen Preis der Markt der kaufintensiven Klientel abgeschöpft. Das Verhalten der Hersteller und Verkäufer ließ sich seit ca. 2015 nicht anders als Kasse-Machen
umschreiben.
Eigentlich müssten die wesentlich geringeren Herstellungskosten der spiegellosen Systemkameras dazu führen, dass sie preislich unterhalb der billigsten Kameras einer Sensorgröße angesiedelt wären. Hochwertige spiegellose Systemkameras und hochwertige Objektive lagen allerdings oft über den Preisen der meisten vergleichbaren Kameras der jeweiligen Sensorgröße und deren Objektive. Man sollte deshalb fairerweise die gleichen Preiskategorien vergleichen.
Hinzu kam vor allem seit 2016 ein Trend, der jeglichen fotografisch sinnvollen Preisrahmen sprengte. Zahlreiche neue Top-Modelle sowohl in der Micro-Four-Thirds- als auch der APS-C-Klasse kosteten sogar mehr als diejenigen der qualitativ eindeutig darüber liegenden Vollformat-Klasse.
Viele Nachteile der Spiegelreflex-Kameras bleiben erhalten, wie z.B. der Objektivwechsel mit Verschmutzung des Sensors.
Ohne den abgeschlossenen Spiegelkasten kann bei einem Objektivwechsel Staub sogar leichter auf den Sensor gelangen.
Aufgrund des oft im Sensor eingebauten Verwacklungsschutzes wird die Reinigung des Sensors noch komplizierter.
Die geringe Bautiefe und Gewichte der Gehäuse täuschen oft darüber hinweg, dass die Objektive relativ schnell unverhältnismäßig groß werden. Dann entsteht eine unschöne und sowohl manuell unergonomisch zu handhabende (deutlich front-/kopflastige) als auch auf Stativen kaum sinnvoll haltbare Kombination. Vor allem die Disproportion zwischen den sehr schmalen Kameragehäusen und den dicken, schweren Telezooms wird gerne verschwiegen.
Die immer wieder zu lesende Behauptung, dass man eine spiegellose Systemkamera mit Objektiv in der Hemd-/Brusttasche tragen könnte, ist schlichtweg Unfug. Keine spiegellose Systemkamera ist mit einem vergleichbaren Zoom-Objektiv so klein wie eine Pocket-Kamera, die in eine Hemdtasche passt.
Generell gilt auch bei den spiegellosen Systemkameras, dass hohe / professionelle Bildqualität und Bedienungskomfort ihr Gewicht, ihr Volumen und ihren Preis haben (siehe z.B. Olympus mit der OM-D E-M1 II oder die Ende 2017 vorgestellte Panasonic G9).
Es fehlten in den 2010er Jahren ausreichend lichtstarke (langbrennweitige) Objektive für die Sport- und Tierfotografie. Auch wenn das Angebot ab 2016 besser wurde, so vermochte deren Qualität nicht immer zu überzeugen.
Spätestens mit langen, lichtstarken und somit vorne schweren Teleobjektiven werden die Disproportionen jedoch jedem vor Augen geführt und so unergonomisch werden, dass sie jedem die Grenzen des kleinen Systems aufzeigen. (Siehe z.B. das ab Herbst 2018 verfügbare Sony FE 400 mm F2,8 GM OSS.)
Bisher stellte der elektronische Sucher ein Problem dar. Entweder ist das Sucherbild grießig, unscharf, oder der Sucher ist nicht vorhanden. Und selbst bei teuren Modellen fanden sich bis Ende der 2010er Jahre immer wieder Farbfehler im Sucher (color tears): Entweder treten tränenartige Fehler auf oder ganze Linien sind gestört. Bei elektronischen Suchern mit field sequential system treten überdies irritierende Farbabrisse und Regenbogen-Effekte auf, wenn man mit den Augen blinzelt oder die Kamera schwenkt.
Selbst wenn bei einem vorhandenen Sucher das Abbild gut ist, so existieren noch Probleme bei Dämmerung bis Dunkelheit und schnellen Bewegungen. Hier existierte der größte Optimierungsbedarf.
Grundsätzlich arbeitet ein elektronischer Sucher mit Zeitverschiebung. Er benötigt einige Zeit, um das vom Sensor aufgenommene Bild im Sucher darzustellen. 0,2 Sekunden Verzögerung galt Ende der 2010er Jahre als Spitzenwert. Die meisten elektronischen Sucher verzögern die Anzeige noch länger. Bei sich schnell bewegenden Objekten und einem engen Bildausschnitt reicht jedoch eine Verzögerung von nur 0,1 Sekunden aus, dass das Objekt beim tatsächlichen Fotografieren bereits teilweise außerhalb des Suchers / Sensors ist. Erst die Sony A9 löste im Sommer 2017 als bisher einzige spiegellose Kamera dieses Verzögerungsproblem durch einen völlig neuen Stacked CMOS-Sensor.
In diesem Zusammenhang zeigen spiegellose Kameras der 2010er Jahre oft Probleme beim Verfolgen von bewegten Objekten im Dauerfeuer / Serienbildmodus. Vor allem sieht man durch den Sucher oft nicht das aktuelle Bild, wodurch es dem Fotografen schwerfällt, ein sich schnell bewegendes Objekt im Sucher / Bild zu halten.
Trotz erheblich verbesserten elektronischen Suchers zeigt sich noch immer ein leichtes Bildruckeln bei Kameraschwenks.
Auch die neueste und wirklich hochwertige Sony A9 konnte im Jahr 2017 die Marke nur höher setzen, aber nicht alle Probleme wirklich beheben.
Selbst für den besten EVF Ende der2010er Jahre galt: Durch die (wenn auch kleine) Darstellungs-Verzögerung muss man (im Vergleich zu einem Spiegel) den Höhepunkt einer Handlung noch früher vorhersehen, um im richtigen Moment auszulösen. Oder man schießt mit über 10 Bildern je Sekunde im Dauerfeuer und wählt danach am PC aus.
Eine Systemkamera ohne zusätzlichen Sucher ist nur für Amateure brauchbar. Und auch diese werden bei grellem Tageslicht schnell die Grenzen des Displays erkennen.
Ein zusätzlich (meist in den Blitzschuh) aufsteckbarer Sucher ist entweder unergonomisch und lässt sich meist nicht mit einem Blitz kombinieren, oder er kann als zusätzliches Teil verloren gehen. Überdies sind diese Kleinteile relativ beschädigungsanfällig und völlig überteuert.
Die immer wieder gelobte Voransicht des späteren Bildes (inklusive Belichtungs-Korrektur, korrigiertem Weißabgleich, Schärfentiefe etc.) ist zwar eine Hilfe für viele Fotografen, zeigt allerdings keineswegs das wahre Endergebnis, sondern nur eine halbwegs brauchbare Annäherung auf eingeschränkter JPEG-Basis. Aber weder im JPEG-Modus noch im komplexeren RAW-Modus wird wirklich das tatsächliche Endergebnis vor dem Abdrücken angezeigt. Ferner wäre dies auf dem kleinen EVR (elektronischen Sucher) respektive dem Kamera-Display auf der Rückseite im Live-View kaum wirklich perfekt bewertbar. Aber offensichtlich reichte diese Krücke vielen Anfängern als sofortige Rückmeldung aus, da sie sich das fotografische Ergebnis durch (manuelle) Korrektureinstellungen an der Kamera nicht mehr vorstellen konnten.
Der elektronische Sucher verbraucht erheblich Strom, belastet somit den Akku und verringert die Anzahl der möglichen Aufnahmen.
Vor allem lässt sich die geringe Bautiefe und das geringe Gewicht der spiegellosen Kameras überhaupt nur dadurch erzielen, indem man sehr schmale Batterien mit erstaunlich geringer Leistung verwendet. Dies führt zu für die fotografische Praxis sehr geringen Bildzahlen. Das wiederum führt zur teuren Anschaffung von meist nur für dieses Modell geeigneten Akkus des Kamera-Herstellers, der dafür sehr hohe Preise verlangt. Überdies muss man dann oft mehrere derartiger Ersatz-Akkus gleichzeitig mitschleppen, um auch nur einen einzigen Fototag zu überstehen - besonders im Winter. Abgesehen davon, dass kleine Teile verloren gehen können, erhöht sich so das System-Gesamt-Gewicht deutlich und unterscheidet sich dann nur noch minimal von Kameras mit Spiegel.
Die immer wieder hervorgehobene Video-Funktion war bei Fotokameras wirklich nur etwas für überwiegende Fotografen, die gelegentlich auch einmal filmen wollen. Wer ernsthaft Filme drehen möchte, musste sich in den 2010er Jahren eine richtige Video-Kamera zulegen.
Billige, leichte, kleine spiegellose Systemkameras boten in den 2010er Jahren oft keinen Vorteil bei der Bildqualität gegenüber Modellen mit Spiegel in derselben Sensor-Klasse. Ganz im Gegenteil waren vor allem in der APS-C-Klasse manche preiswerteren Spiegelmodelle bei der Bildqualität deutlich überlegen.
Leise Aufnahmen mit dem elektronischen Verschluss erhöhen das ISO-Rauschen oft im Vergleich zum Einsatz des mechanischen Verschlusses.
Ein psychologischer Nachteil im Profibereich war, dass viele Kunden eine große Kamera (= Volumen und Masse) mit Profi assoziieren und eine kleine Kamera einfach nicht als gut akzeptierten.
Das immer gelobte leise Fotografieren hat einen Nachteil bei Porträtaufnahmen mit Models im Studio. Diese wollen das Klicken hören. Ähnlich geht es auch manchen anderen Menschen, die fotografiert werden.
Die immer wieder zu lesende und zu hörende Aussage, dass spiegellose Kameras mit dem EVF (Electronic View Finder) WYSIWYG (What you see is what you get = das Endergebnis im Foto) produzieren, ist unzutreffend. Selbst die besten elektronischen Sucher im Jahre 2019 konnten das nicht. Nicht selten sind in Landschaftsaufnahmen oder in der Architekturfotografie z.B. die Himmel scheinbar ausgebrannt. Das darf auch nicht verwundern, da es sich im besten Fall um einen miniaturisierten XVGA-Monitor handelt, der nicht kalibriert ist und selbstverständlich (wie das eingeblendete Histogramm) nur ein JPEG-Bild darstellt. D.h. man muss entweder doch genau auf das Histogramm schauen, oder das Sucherbild vorsichtig interpretieren. Bei zahlreichen Fotografen führt das blinde Verlassen auf den elektronischen Sucher sonst zu unterbelichteten Fotos. Das liegt im Übrigen weder an den Belichtungssystemen noch den Kameras selbst, sondern an den noch immer eher mäßigen EVFs - im Prinzip kleine Fernseher / Monitore im Sucherfeld. Sie können noch immer nicht den Lichtwertumfang des Menschen darstellen. Von der Farbechtheit ganz zu schweigen. Wem bewusst ist, dass es selbst bei teuren Monitoren und Fernsehern der Klasse über 5.000 Euro (noch) nicht möglich ist, weder den Lichtwertumfang des gesunden menschlichen Auges noch die Farbechtheit zu gewährleisten, dem sollte auch klar sein, dass dies für einen Bruchteil des Betrages innerhalb einer Kamera (noch) nicht gelingt. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass man eine Überbelichtung bei vielen teuren spiegellosen Kameras auch mittels Einblendung der (ursprünglich für Video gedachten) Zebras erkennen kann. Aber erstens belegt dies nur, dass die Anzeige im Sucher noch suboptimal ist, was jedem spiegellosen Fotografen bekannt ist. Und zweitens stören diese Zebras in vielen Foto-Situationen erheblich, sodass die meisten Fotografen sie abschalten (d.h. sie im Zweifel erst wieder zuschalten müssen). Und noch ein kleines Detail: EVFs können nur ein JPEG-Ergebnisbild darstellen - kein RAW. Ferner schalten viele EVFs beim normalen Fotografieren entweder die Auflösung oder die Bildwiederholungsrate herunter, sodass man nur beim nachträglichen Betrachten der bereits gemachten Aufnahmen die höchste Auflösung und / oder höchste (flackerfreie) Bildfrequenz erhält.
Ein optischer Sucher zeigt die Realität klarer (u.a., weil er nichts vorab am Bildeindruck ändert, sondern nur die Realität spiegelt).
Ein elektronischer Sucher kann jedoch nicht alles vorher simulieren. D.h. er wird z.B. nicht in der Lage sein, den Einfluss eines Blitzgerätes vorab darzustellen. Dies betrifft sowohl die Helligkeit, als den Weißabgleich als auch die räumliche Ausleuchtung sowie den Farbfiltereinsatz auf dem Blitzgerät.

Da einige Leser den obigen Satz nicht verstehen, hier ein Beispielbild: Langzeitbelichtung mit gleichzeitigen System-Blitzgerät. Und hier dasselbe als großes Foto. - Sowohl für die Langzeitbelichtung als auch den Einsatz von System-Blitzgeräten benötigt es weiterhin der Erfahrung und des Vorstellungsvermögens des Fotografen.
Ein optischer Sucher funktioniert auch im ausgeschalteten Zustand der Kamera (auch nachts) und erlaubt so z.B. die Komposition des Bildes ohne den Akku zu belasten. Ein EVF an einer spiegellosen Kamera funktioniert - wie der Live-View am rückwärtigen Display - nur im eingeschalteten Zustand, belastet folglich immer den Akku.
Nicht alle Teile einer DSLR können bei spiegellosen entfallen. So benötigen fast alle spiegellosen Kameras bis heute einen zusätzlichen Verschluss, um Nachteile wie Rolling Shutter zu verhindern oder in ihren negativen Auswirkungen zumindest einzudämmen. Aufrisszeichnung eines Verschlusses. Von der völlig elektronischen Kamera - ohne verschleißanfällige Mechanik - waren in den 2010er Jahren auch die teuersten und modernsten spiegellosen Systeme noch weit entfernt.
Ein Detail, das gerne übersehen wird, ist die Synchron-Zeit bei Blitzgeräten und der Benutzung des elektronischen Verschlusses, der bei spiegellosen Kameras das lautlose Arbeiten ermöglicht. Entweder liegt die Synchron-Zeit des elektronischen Verschlusses sehr niedrig oder ist völlig unmöglich! Das mag in der Praxis nicht immer stören, da der Blitz sowieso eine größere Aufmerksamkeit anzieht als das Klickgeräusch des mechanischen Verschlusses. Aber auch aus diesem Grund ist es bisher nicht gelungen, den mechanischen Verschluss ganz aus spiegellosen Kameras zu verbannen.
Nochmals im Klartext: Der überall gelobte Silent Mode (das lautlose Fotografieren) z.B. auf Hochzeiten funktioniert meist nicht mit Blitzgeräten.
Auch unter künstlichem Licht (insbesondere flackernden Leuchtstoffröhren) können hässliche Banding-Effekte auftreten, wenn der elektrische Verschluss verwendet wird. D.h. es erscheinen dunklere oder sogar schwarze horizontale Bänder im Foto.
Spiegellose Kameras lassen sich nur bedingt mit Adaptern mit alten Objektiven verbinden. Der Antrieb in den DSLR-Objektiven wurde und wird bis heute nur für Phasenautofokus konzipiert und arbeitet denkbar schlecht mit dem Kontrastautofokus vieler spiegellosen Kameras zusammen. Langsam und ungenau arbeitende Objektive waren an den spiegellosen Kameras der 2010er Jahre noch das geringste Übel. Oft fokussierten sie automatisch falsch oder sowieso nur manuell. - Es gab ab ca. 2015 zwar erste Modelle mit Phasen-Autofokus auf dem Sensor, aber das waren eher die teuren und damit seltenen Modelle.
Folgende Fehler treten bei spiegellosen Kameras deutlich häufiger auf als bei denjenigen mit Spiegeln:
Sensorreflektion: Da nun bei spiegellosen Kameras die hintere Linse der neu konstruierten Objektive näher an den Sensor herangelegt werden darf, werden bei engen Blenden (vor allem F11 und höher) die Lichtstrahlen heller Lichter so stark gebündelt, dass der Sensor diese auf die hintere Linse der Objektive reflektiert und das Licht von dort erneut auf den Sensor gestreut wird. Da hilft meist nur eine offene Blende oder ein anderes Objektiv.
Frequenzabhängige Störungen (Bänder unterschiedlicher Helligkeit) bei Aufnahmen unter Kunstlichtquellen treten bei elektronischen Verschlüssen öfter in Erscheinung als bei mechanischen Verschlüssen.
Shutter Shock: Erschütterung der Kamera durch den Verschlussvorhang kann bei manchen leichten Kameras und Benutzung des 1. Verschlussvorhangs auch auf dem Stativ zu Verwacklungen führen. Das ist kameraabhängig und letztendlich nur vom Hersteller durch einen anderen Verschluss lösbar. Oder man meidet die oft besonders empfindlichen 1/15-1/125 Sekunden Belichtungszeit, was in der Fotopraxis kaum möglich sein wird.
Sony-Modelle litten in den 2010er Jahren ferner unter dem Star-eating-Effekt bei Belichtung über 4 Sekunden. Dann werden - auch in RAW-Fotos - Sterne etc. als vermeintlich störende Hot-Pixel entfernt (siehe hierzu auch weiter unten die generellen Hitzeprobleme).
Sensorabhängig kommt es zu gefürchtetem PDAF striping: Lichtquellen im Bild, die von Linsen in den Objektiven reflektiert werden, führen zu störenden Bändern im Foto.
Zahlreiche spiegellose Modelle verwenden zur werbetechnischen Erzielung guter Papierwerte bei den Leistungen statt den heute üblichen 14-Bit nur 12- und 11-Bit RAWs. Dabei kommt es oft zu sichtbaren Kompressions-Artefakten. Sofern man die langsamen Modi manuell in den Menüs auswählt (oft ist dazu ein Firmware-Update erforderlich) und immer verwendet, kann man diese Bildverschlechterung weitgehend vermeiden. Aber dann sinkt die angepriesene Kameraleistung oft markant.
Fairerweise muss man jedoch hinzufügen, dass die Hersteller seit Jahren an der Verbesserung der Systeme und Behebung der Fehler arbeiten. Aber vor allem ältere Modelle leiden deutlich unter diesen Symptomen. Also Augen auf beim Gebrauchtkauf.
Ein bisher nicht diskutierter und hinreichend untersuchter Punkt ist die Sensorbelastung. Da das (Tages-) Licht ohne Spiegel ständig auf den Sensor fällt, um von dort aufbereitet an den Sucher geliefert zu werden, heizt sich der Sensor auf.
In den Studios der Testlabors ist dieser Effekt bei künstlichem Licht sicherlich gering. D.h. die Sensoren und die spiegellosen Kameras selbst bleiben relativ kühl. Deshalb bieten dort auch alle Fotos eine hohe Bildqualität. Aber im Freien bei Sonnenschein am Strand oder im Schnee halte ich dies nicht für ideal.
Bei herkömmlichen Klapp-Spiegel-Systemen wird das Licht nur ganz kurz - nach dem Auslösen - auf den Sensor gelassen. D.h. der Sensor erhitzt sich durch die Sonneneinstrahlung nur gering. (Die Ausnahme ist der Live-View-Modus, der den spiegellosen Kameras entspricht.)
Es finden sich überall Hinweise, dass man normale Sensoren nach einer Langzeitaufnahme erst wieder kühlen soll. Warme oder heiße Fotosensoren führen zu einer deutlich schlechteren Bildqualität. Ferner altert ein Sensor schneller, wenn er ständig dem Licht ausgesetzt ist. Warum diese physikalischen Effekte bei spiegellosen Kameras nicht störend sein sollen, bleibt das Geheimnis der Marketing-Abteilungen.
Ende Oktober 2018 gaben Canon Techniker in einem Interview offen zu, was ich seit 10 Jahren vermutete: The color filter array and microlenses and also the photodiodes can all be damaged by light [if the sensor is always exposed].
- Ständig einfallendes Licht schädigt den Fotosensor. Deshalb haben sie bei der Canon R und den RF-Objektiven diverse Schutzmechanismen eingebaut, welche zumindest den ungewünschten Lichteinfall reduzieren.
Spätestens seit Sommer 2017 ließ sich vor allem aus den USA nachweisen, dass praktisch alle spiegellosen Kameras überhitzen. - Die einzige Ausnahme scheint derzeit noch die neue Sony A9 zu sein. Aber wie zu erfahren war, hat man bei ihr die Warntemperatur erhöht.
Im Spätherbst 2017 bestätigte sich dies. Mehrere Hersteller gingen in den letzten Jahren dazu über, durch Firmware-Updates die Temperaturschwelle zum Abschalten der Kamera hochzusetzen. Dies hat gravierende Auswirkungen: Die betroffenen Kameras schalten nun nicht mehr früh ab. Man kann weiterhin Fotos und Filmaufnahmen machen - auch, wenn der Sensor bereits im überhitzten Bereich arbeitet. Zudem nimmt das Rauschen der Fotos und Filme deutlich sichtbar zu. Schließlich werden die Sensoren sehr belastet und altern schneller.
Das permanente Überhitzen war bei manchen Modellen auch in der Foto-Praxis ein leidiges Problem. Im heißen Sommer sowie in südlichen Regionen überhitzen manche spiegellosen Kameras auch ohne Benutzung, einzelne sogar in der Fototasche. D.h. beim Herausholen und Anschalten geben Sie entweder eine Warnung (Überhitzungsschutz) ab oder sperren den Betrieb komplett.
Zum Abschluss noch ein skurriler Erfahrungswert: Wenn ich mit einer Canon-Ausrüstung auf strittigem Terrain fotografiere, so werde ich in ca. 2/3 bis 3/4 aller Fälle als Berufsfotograf der lokalen Zeitung angesehen und komme ungeschoren davon. Oft entwickeln sich dadurch sogar nette Gespräche mit weiteren Informationen zum fotografierten Motiv. Sofern ich mit einer Nikon-Ausrüstung dasselbe durchführe, erziele ich noch in ca. der Hälfte der Fälle das positive Ergebnis. Falls ich jedoch mit einer spiegellosen Systemkamera arbeite, sei es die größte und teuerste von Sony, dann werde ich in 3/4 bis allen Fällen gefragt, was ich hier mache, oder sogar dumm angemacht. Umgehen kann ich dies nur durch das Tragen und Benutzen eines großen Statives. Beim Wach- und Aufsichtspersonal scheinen noch immer die Größe der Ausrüstung und das Gewicht als Indikator für Berufsfotografen zu gelten (size matters). Sie finden das lächerlich? Ich auch, vor allem angesichts der Preise bei Sony. Aber andere Fotografen berichten mir ähnliches. Bis sich dies ändert, geht wohl noch eine Generation (ca. 25 Jahre) ins Land.
Hier zeigt sich die negative Seite des Wortes System: Es bedeutet Standard für Anschlüsse. Allerdings handelt es sich um keinen weltweiten Standard.
Fast jeder Kamera-Hersteller bietet grundsätzlich und natürlich auch bei den spiegellosen Systemkameras ein eigenes System an, das jeweils inkompatibel zu dem der Mitbewerber ist.
Dies betrifft insbesondere die Bajonette (Anschlüsse der Objektive).
Die Ausnahme sind die etwas standardisierten Micro-Four-Third-Kameras und Objektive.
Mit dem Kameragehäuse legt man sich jedoch auch auf ein System fest, denn - wie bei den älteren SLR - benutzt fast jeder Hersteller sein eigenes Anschlusssystem, um Objektiv und Kameragehäuse zu verbinden. Man kauft folglich Objektive für ein System eines Herstellers. - Nur Olympus und Panasonic nutzen einen gemeinsamen Standard (Micro-Four-Thirds).
Das Objektivangebot der spiegellosen Systemkameras war in den 2010er Jahren bei vielen Herstellern noch deutlich schwächer bestückt als bei den SLR. Meist fehlten die langen Brennweiten. Dennoch wurden bereits die meisten alltäglichen fotografischen Situationen abgedeckt.
Ende 2014 / Anfang 2015 kamen erste hochwertige Telezoomobjektive für MFT mit Blende 2,8 heraus. Hierbei handelt es sich zwar um gute Objektive. Allerdings wird gerne vergessen, dass bei einer nur 1/4 so großen Sensorfläche der Lichtwert bei mindestens 2,0 liegen müsste, um die damit in Verbindung stehenden physikalischen Nachteile auszugleichen und mit den Spitzenobjektiven der Vollformat-Kameras mitzuhalten. Diese ersten Objektive stellen somit einen großen Schritt auf dem Weg zu Profiklasse dar, aber noch nicht das Ziel.
2016 brachten Olympus ein neues 300 mm f/4 für 2.500 US$ bei 1.475 g Gewicht und Panasonic ein 100-400 mm f/4-6.3 für 1.800 US$ bei 985 g Gewicht heraus, welche weitere Telebereiche abdecken. Diese sind zwar leichter als die Vollformat-Objektive. Aber sie sind noch sehr groß und schwer für Blende f4. Vor allem wenn man die kleineren und leichteren Kameragehäuse der Micro Four Thirds in Betracht zieht. Und beim Preis dürften manche Fotografen auch staunen. Kleinere Kameras bedeutet keineswegs niedrigere Preise.
Und sogar 2018 waren auch die Angebote im Ultraweitwinkelbereich oder bei Fisheye-Objektiven für spiegellose Kameras sehr begrenzt.
Technisch sind bei manchen Herstellern (z.B. Olympus, Panasonic) inzwischen zahlreiche Objektive in guter Qualität vorhanden. Die meisten Objektive boten Panasonic und Olympus mit dem gemeinsamen Standard. Und danach folgen erst mit Abstand die anderen Anbieter. Bei Micro-Four-Thirds boten alle Hersteller (Olympus, Panasonic) sowie die Fremdhersteller (Samyang, Sigma, Tamron, Voigtländer, Zeiss) bereits im Herbst 2014 zusammen fast 60 neue Objektive zur Auswahl an allen diesen genormten Kameras an.
Für diese kleinen und leichteren Objektive werden eher neue Linearmotoren zum Fokussieren verwendet. Sie eignen sich ideal zum Filmen, sind jedoch für große, lichtstarke, schwere Teleobjektive nicht so häufig zu finden.
Wie bei den Kollegen mit Spiegel benötigen spiegellose Systemkameras mehrere (Zoom-) Objektive, damit man mit ihnen ein relativ weites Einsatzspektrum abdecken kann. Die Kosten, sowie die Volumina und Gewichte hierfür werden oft völlig unterschätzt.
Pancake-Objektive (= Pancake lens = Pfannkuchen: sehr flache Objektive) sind zwar kleiner, aber in den 2010er Jahren noch relativ teuer und sowieso nur für wenige Brennweiten verfügbar. Dennoch ist es nicht korrekt, wenn behauptet wird, sie tragen kaum auf und passen so an der Kamera in die Jackentasche
.
2016 fanden sich weitere Objektive für spiegellose Kameras. Allerdings fällt immer öfter auf, dass deren eigene Abbildungsqualität nicht sonderlich hoch ist, sondern die insgesamt gute Bildqualität eher durch nachträgliche kamerainterne Korrekturen erzeugt wird. D.h., um halbwegs leichte und preiswerte Objektive zu erhalten, wird eine Offenblende von f4 statt f2,8 gewählt, und es werden weniger und nicht so hochwertige Linsen verwendet, welche Vignettierung und Verzerrung sowie chromatische Aberration produzieren. Die kamerainternen software-gesteuerten Korrekturen funktionieren bei hellem Tageslicht gut. Aber bei schwacher Beleuchtung werden die extremen Korrekturen im Bild an einzelnen Stellen (z.B. Ecken) sichtbar. - Dabei finden sich dann auch bei RAW-Dateien kaum mehr Spielräume zur nachträglichen manuellen Korrektur am PC. Diese hat die Kamera bereits weitgehend ausgenutzt oder sogar überreizt.
Fazit Ende der 2010er Jahre: Noch immer fanden sich bei spiegellosen Kameras noch bei weitem nicht so ein breites Angebot an hochwertigen Objektiven wie bei Kameras mit Spiegel.
Angesichts der noch immer fehlenden Objektive wurden bereits früh Adapter angeboten, mit denen man andere / alte Objektive an einer spiegellosen Kamera betreiben kann.
Zuerst muss man festhalten, dass fast alle Hersteller einen unterschiedlichen Abstand der Sensor-/Film-Ebene zum Bajonett (Objektivanschluss) besitzen. Dies ist gewollt, damit die Kunden fast nur die Objektive des Herstellers kaufen können und auch nach Anschaffung weiterer Objektive gezwungener Maßen weitere Kameras nur bei diesem System-Hersteller erwerben.
Spiegellose Kameras besitzen aufgrund des fehlenden Spiegels einen sehr geringen Abstand zwischen Sensorebene und Objektivanschluss und können somit fast alle anderen Objektive fast aller anderen Hersteller mit Adapter anschließen.
Sinnvolle Adapter beschränkten sich in den 2010er Jahren fast ausschließlich auf die folgenden spiegellosen Systeme: das E-Bajonett von Sony und die Micro-Four-Thirds-Kameras von Olympus und Panasonic - sowie Fujis X-Kameras im APS-C-Format.
Und um es noch weiter einzuschränken: Die meisten brauchbaren Adapter finden sich für Canon-Objektive für Micro-Four-Thirds-Kameras und dann für Sonys E-Bajonett, wobei praktisch alle Adapter eher für den Video-Bereich gedacht sind und auch überwiegend dort verwendet werden.
Preiswerte (10-100 Euro) passive Adapter befestigen das Objektiv nur mechanisch an der spiegellosen Kamera. Die Blende und sonstige Daten werden nicht übertragen, der Autofokus funktioniert nicht.
Ein hochwertiger moderner elektronischer Sucher einer spiegellosen Kamera beherrscht jedoch Focus-Peaking - eine farbliche Darstellung derjenigen Bildelemente, die scharf sind - und erlaubt so den Einsatz nur manuell fokussierbarer (auch mit Adapter angeschlossener alter) Objektive.
Dank zahlreicher Adapter lassen sich inzwischen auch sehr viele sehr alte Objektive anschließen. Dies erklärt im Übrigen den rapiden Preisanstieg gebrauchter (analoger) Objektive auf Internet-Börsen. Bei einem Crop-Faktor von ca. 2 bei Micro-Four-Thirds-Modellen sind die alten Objektive vor allem im Telebereich für die Tierfotografie geeignet.
Einige Hersteller boten für zahlreiche SLR-Objektive elektronische / aktive Adapter an. Damit kann man große Objektive an spiegellosen Systemkameras verwenden.
Aber selbst mit aktiven / elektronischen Adaptern kann man alte Objektive nur unter oft erheblichen Einschränkungen (meist kein Autofokus, oder zumindest eingeschränkter Autofokus oder zumindest langsamer und nicht immer treffsicher) verwenden. Dadurch wird ein Umstieg teuer oder schwer durchführbar.
Mit manuellem Fokussieren geht viel Romantik einher. De facto halte ich es jedoch nur noch in wenigen Situationen für wirklich verwendbar: Bei Stillleben, Landschaftsaufnahmen mit viel Zeit und bei Makroaufnahmen, bei denen man eine hohe Schärfentiefe Tiefenschärfe wünscht.
Im Übrigen sind die meisten elektronischen Adapter mit Preisen zwischen ca. 100 und rund 1.000 Euro teuer.
Ferner sind Volumina und Gewichte fremder Objektive für die kleinen Kameras ohne Spiegel völlig unergonomisch.
Vorsicht: Manche Micro-Four-Thirds-Objektive und die (alten) Four-Thirds-Objektive sind optimiert für Phasen-Autofokus. Die meisten m4/3-Kameras können zwar beide Objektive anschließen. Aber bei den vielen Kameras mit Kontrast-Autofokus muss man dann technische Abstriche hinnehmen. Auch zahlreiche andere neuen spiegellose Kameras erwarten zur perfekten Zusammenarbeit moderne, für Kontrast-Autofokus optimierte Objektive. Dies gilt im Übrigen für alle alten Objektive: Sie wurden nicht für Kontrastautofokus gerechnet oder ausgelegt. Neben dem langsamen oder nicht funktionierenden Autofokus darf man damit an Adaptern auch keine hohe Bildqualität erwarten.
Die Feinabstimmung gilt insbesondere, je hochwertiger die Kameras sind und je mehr sie theoretisch leisten können. So wurden an der Sony A9 im Sommer 2017 andere Teleobjektive mit Adapter getestet, wobei die Leistung der Kamera drastisch einbrach (z.T. von 20 Bildern/Sek. auf 2,5 Bilder in der Sekunde).
Technisch gesehen bilden diese neuen Objektive aufgrund der Bajonette oder zumindest der geringeren Auflagefläche eine weitere neue Produktlinie. Dadurch wird der Umstieg wie der Aufstieg sehr teuer, da man die Objektive komplett ersetzen muss.
Weitere Details zu Adaptern finden Sie im Artikel Wechseln ?
Einige spiegellose Systemkameras besitzen einen eingebauten kleinen Blitz. Andere verfügen über einen Blitzschuh, um ein externes Systemblitzgerät anzuschließen.
Systemblitzgeräte sind deutlich lichtstärker und flexibler einsetzbar für eine gezielte Lichtführung. Allerdings haben lichtstarke Blitzgeräte dann auch einen erheblichen Preis und vor allem ein großes Volumen sowie Gewicht.
Einerseits wird das Kamerasystem mit schweren Blitzgeräten kopflastig und andererseits schmilz für das Gesamtsystem dann auch der Gewichts- und Volumen-Vorteil im Vergleich zur Kamera mit Spiegel dahin.
Zur Vollständigkeit sei darauf hingewiesen, dass keineswegs alle alten Blitzgeräte eines Herstellers (für digitale Kameras mit Spiegel) auf dessen neuen spiegellosen Kameras verwendet werden können. Entweder funktioniert er überhaupt nicht oder nur im sogenannten Automatikmodus des Blitzes, der jedoch nicht automatisch korrekt belichtet, sondern manuell eingestellt werden muss.
Die Zielgruppen für Käufer spiegelloser Kameras wurden bis Ende der 2010er Jahre vielschichtig.
Angesichts der völlig überhöhten Preise waren es Ende der 2010er Jahre vor allem die wohlhabenderen Personen (sogenannte kaufstarke Zielgruppen), welche mit zunehmendem Alter nicht mehr 5 oder 10 oder sogar 15 kg Fotoausrüstung als Gepäck herumtragen wollen, aber dennoch eine hohe bis sehr hohe Bildqualität erwarten und deshalb die teuren Profimodelle dieser spiegellosen Klassen erwerben.
Hinzu kommen Rentner: älter, wohlhabend aber nicht mehr so kräftig, um größere Lasten zu tragen. - Oft handelt es sich um Umsteiger (Downsizer) von früheren Vollformat- und APS-C-Systemen.
Vor allem bei den preiswerten kleinen spiegellosen Modellen waren es - besonders in Asien - auch (jüngere) Damen (und im geringeren Umfange auch Herren), welche nicht so schwer tragen wollen, dafür jedoch gerne etwas Modisches als Accessoire benötigen. Häufig handelt es sich hierbei um Aufsteigerinnen aus dem Kompakt-Kamera-Bereich.
Letztere Zielgruppe ist dafür verantwortlich, dass diese Kameras oft wesentlich schicker aussehen, aber auch unergonomischer sind.
Vor allem die meist unbrauchbaren zusätzlich montierbaren Sucher gehen auf diese Zielgruppe zurück, da die meisten Damen generell einen Sucher nicht wollen, weil er zu Recht das Aussehen der Kamera völlig entstellt. Weder sieht ein Sucher modisch aus, noch ist er gut verstaubar. Professionelle Fotografen können auf den Sucher jedoch nicht verzichten.
Ob dieser Spagat der Zielgruppen langfristig aufgeht, bleibt abzuwarten. Meines Erachtens führte der Spagat bereits in den 2010er Jahren schon zu den zwei Gruppen von Modellen bei zahlreichen Herstellern:
Für die modischen Aufsteiger aus der Klasse der Kompaktkameras und Smartphones bot man billigere spiegellose Systemkameras ohne Sucher an.
Für die eher professionellen Umsteiger von professionellen Systemen bot man teure, großvolumige und schwere spiegellose Systemkameras mit Sucher an.
Ab wann lohnt sich der Einstieg / Umstieg auf diese spiegellosen Systemkameras?
Wer das Gewicht der Fotoausrüstung reduzieren muss oder will und das erhebliche Kleingeld dafür besitzt (wir sprechen hierbei über mehrere tausend Euro für eine Kamera mit mehreren Objektiven), und bereit ist, danach weiter in das System zu investieren - für den konnte es sich bereits in den 2010er Jahren lohnen, in spiegellose Systemkameras einzusteigen.
Eine (Spiegellose) Systemkamera lohnt sich generell allerdings nur, wenn man das System mit zahlreichen unterschiedlichen Komponenten (Zubehörteile) auch ausnutzt. - Alle anderen sollten sich einen Wechsel von einem vorhandenen anderen System genau überlegen.
Vor allem für Aufsteiger aus dem Pocket-Bereich sei angemerkt: Falls man nur eine billige Systemkamera mit nur einem einzigen billigen Zoom erwirbt, wird man weder bei der Lichtstärke noch der Abbildungsqualität einen Vorteil gegenüber hochwertigen Pocket-Kameras erzielen. Wer das Wechsel-System nicht nutzt, bezahlt nur mehr Geld und erhält dafür mehr Probleme.
Bereits 2015 schrieb ich: Es ist nicht sicher, welche Firma sich mit welchem System durchsetzen, die Führung übernehmen oder sogar den Markt dominieren wird.
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Foto Video Design - Dr. Schuhmacher