Panasonic S1 und Panasonic S1R - einfach und verständlich erklärt.
Ein Inhaltsverzeichnis mit direkten Sprungmarken und Überblick über alle im Artikel der Panasonic S1 und S1R behandelten Themenbereiche finden Sie als Pop-Up.
Neues zur Video-Version S1H.
Die neue Vollformat-Kameraserie von Panasonic heißt Lumix S. - Das S soll Specialized for Professionals
- also für Berufsfotografen und Berufs-Videografen bedeuten.
Die Zielgruppe Berufs-Fotograf und Berufs-Videograf wird weiter spezifiziert durch Hochzeitsfotografen und Reportagefotografen sowie Fotojournalisten. Ferner fiel auf der photokina 2018 das Wort high-end users
, womit wieder ziemlich viele gemeint sind. Jedoch meint man damit insbesondere die hochambitionierten und vor allem reicheren Kunden. Denn der Umstieg auf das Vollformat bei Panasonic bedeutet für (Marken-)Fremde oder Interessenten aus dem Bereich Micro-Four-Thirds die komplette Neuanschaffung aller Ausrüstung - kommt also einem vollständigen Wechsel gleich.
Wie im Artikel Migration zu spiegellosen Systemen bereits vor Jahren erklärt, halte ich die Entscheidung Canons und Nikons, ihr bestehendes Bajonett mit allen Objektiven aufzugeben, für falsch. Beide öffnen eine gefährliche Flanke, die man in einer derart schweren Wirtschaftskrise der Fotoindustrie niemals hätte ungedeckt lassen dürfen. Damit wurden 2018 die Uhren in der Vollformat-Klasse auf 0 zurückgestellt. Fast alle Firmen befanden sich somit wieder auf Start. Daraus folgt, dass weitere Hersteller mit realen Erfolgsaussichten bei Vollformat-Sensoren einsteigen konnten. Panasonic ergriff die Chance.
Da Panasonic seit sich 2008 ausgiebig mit spiegellosen Systemkameras (mit Micro-Four-Thirds-Sensoren) beschäftigt hat, besitzt es zumindest technisch erhebliches Wissen, das es in den Vollformat-Bereich einbringen kann.
Panasonic stellte am 25. September 2018 (1 Tag vor der photokina) eine eigene Vollformat-Kamera vor.
Die Hintergründe dürften die von mir seit Jahren postulierten technischen Probleme bei 8K-Video auf dem kleinen Micro-Four-Thirds-Sensor sein. Technisch würde man das sicher irgendwie hinbekommen (Sharp arbeitet auch daran). Aber die Lichtausbeute ist derzeit zu gering. Mit nur einem Viertel der Sensorfläche erhält man auch nur 1/4 des Lichtes. Deshalb haben die MFT-Kameras immer Probleme bei schlechten Lichtverhältnissen. D.h. der finanzielle Einsatz wäre sehr hoch und könnte wohl mit der MFT-Sensorgröße am Markt nie eingespielt werden.
Um es nochmals klarzustellen. Panasonic stellt durchaus einige gute Fotokameras her. Aber den weltweit breiten Erfolg erzielte es mit seinen Video-Kameras. Auch 2018 war die GH5 die einzige, die für erschwingliches Geld in kleinem Format und bei noch tragbarem Gewicht extrem hochwertige 4K-Video-Qualität erzeugte.
Es wäre für Panasonic völlig unsinnig, auf dem Fotomarkt gegen drei Platzhirsche antreten zu wollen. Ferner wäre es völlig unsinnig, mit einer neuen Vollformat-Kamera nur die bereits vorhandenen 4K-Leistungen zu duplizieren. Also muss das (evtl. weiter entfernte) Ziel eine 8K-Kamera sein. Das ist seit vielen Jahren sowieso das Vorhaben des dortigen Managements, das es jedoch aufgrund der Probleme immer weiter zurückstellen musste. Für die Forschung ist 8K sowieso bereits Vergangenheit. Die waren 2018 schon bei 16K. Es werden sogar bereits Standards und Kabel für 16K mit DisplayPort 2.0 festgelegt, das Anfang der 2020er Jahre kommen soll. Auch wenn die Mehrheit der technikfeindlichen Deutschen wieder einmal keine Ahnung hat: in Südkorea und Japan senden erste Fernsehsender bereits mit 8K. Im September 2018 wurden auch in Deutschland die ersten 8K-Fernseher vorgestellt.
Ziemlich nebenbei kündigte Panasonic auch an, dass man 2020 zu den Olympischen Spielen eine 8-K-Video-Kamera anbieten wird.
Erfolg kann Panasonic nur bei einer Konzentration auf Video beschieden sein.
Dies würde alle drei Platzhirsche in enormen Zugzwang beim Thema Video bringen. Eigentlich wollte bisher auf dem Feld Video keiner so recht wirkliche Spitzenleistung anbieten. Ganz besonders Sony und Canon schützten bisher ihre hoch profitablen speziellen / professionellen Video-Kameras.
Selbst Spezialanbieter wie Red würden auf einen 8K-Konkurrenten wie Panasonic irgendwie reagieren müssen.
Aufgrund der Partnerschaft zwischen Panasonic und Leica, die bereits 2001 geschlossen wurde, entschloss sich Panasonic das Leica (S)L-Bajonett / L-Mount zu verwenden. Die Partnerschaft mit Leica ist zwar alt. Aber ich halte das für Panasonic für nachteilig, da Leicas (auch die SL) 2018 technisch veraltet waren und schlichtweg zu teuer. Falls sich Panasonic preislich an Leica orientieren will / oder aufgrund von Lizenzen (und Lizenzgebühren) muss, dann wird dies zu einer Sackgasse. Alle 2018 vermeintlich positiven Gerüchte über sofort verfügbare 8 Leica-Objektive für die Panasonic-Kamera sind unsinnig. Schauen Sie sich einfach deren hohe Preise bei eingeschränkter Leistung an. Im Übrigen wird Leica seine geringe Objektivproduktion nicht schlagartig vervielfachen können.
Bereits die offizielle Presseverlautbarung (respektive geleakte Vorabversion) war kein gutes Vorzeichen für Panasonic. Panasonic und Sigma dürfen das L-Bajonett (aus dem Jahr 2014) nur benutzen (natürlich gegen Leica-typisch hohe Lizenzgebühren). Wie ich von Informanten erfuhr, hat Leica alle Rechte behalten. D.h. Panasonic und Sigma müssen für jeden Änderungswunsch verhandeln und natürlich erneut bezahlen. Das ist die vollständige Abhängigkeit.
Das schien eine Entscheidung des Top-Managements bei Panasonic (Mr. Tetsuro Homma) gewesen zu sein. Panasonics Techniker wollten lieber ein eigenes modernes und für 8K-Video geeignetes Bajonett entwickeln. Inzwischen wurde eine Bestätigung des Sigma-Vorstandes bekannt, der glaubhaft versicherte, dass beide Firmen bereits vor 3 Jahren eigene neue spiegellose Vollformat-Bajonette entwickelt hatten. Das ist normal. Dann ging Panasonic auf Sigma zu und überredete die Firma zur Partnerschaft mit Leica, die angeblich bereits 2016 geschlossen wurde. Alle Angaben ergeben einen Sinn, da man durchaus 2-3 Jahre für die Entwicklung neuer Kameras und Objektive einkalkulieren muss.
Und noch ein kleiner Haken sollte bei der überall gelobten Partnerschaft der 3 Firmen bedacht werden. Alle Kenner der Wirtschaft wissen dies zwar, aber manche Fotografen verloren da 2018 etwas die Bodenhaftung. Es gelten alle Compliance-Regeln und das Kartellrecht, worauf die japanischen Manager in Interviews auch unaufgefordert und betont hinwiesen (siehe hierzu u.a. das deutsche Interview von Sigma). Würden die Firmen sich offiziell zu eng absprechen, dann hätten sie hohe Strafen zu befürchten. Bereits dies schränkt die Vorteile der Kooperation erheblich ein. Die Mitbewerber werden ein genaues Auge darauf werfen. Ein Kartell-Prozess hat schon so manche Firma ruiniert, auch wenn oft nicht so viel bewiesen werden kann.
Der Durchmesser des L-Mount beträgt nur 51,6 Millimeter (ist also deutlich kleiner als derjenige von Nikon oder Canon) und wird für Vollformat sowie APS-C-Kameras verwendet werden. Mit 20 mm Auflagenmaß ist er so groß wie bei Canon und keineswegs so fortschrittlich wie bei Nikon. Wie das neue Bajonett von Canon erlaubt auch er das Abwandern der eigenen Kunden zu anderen Herstellern mit Adaptern. Nur 10 Kontakte sind m.E. nicht zukunftssicher. Dass man damit ein Firmware-Update der Objektive einspielen kann, ist lobenswert, zeigt jedoch bereits auf die Probleme der inkompatiblen Objektive und Systeme.
Hinzu kommt, dass es sich um ein proprietäres Bajonett handelt, das Leica als Privatbesitz ansieht und mit allen Mitteln schützt. Da werden sich kaum weitere Firmen als Dritthersteller für Objektive schnell anschließen, sonst hätten sie dies schon seit 2015 bei Leica tun können.
Vor allem in den USA lösten bereits die ersten Gerüchte Anfang September 2018 über die Verwendung des Leica-Bajonetts Bestürzung, Verwunderung und Kopfschütteln hervor. Die meisten Beobachter sehen dies als Sackgasse, da Leica schon lange nicht mehr für Flexibilität, Modernität oder gar für 8K-Tauglichkeit steht.
Die einzigen beiden Gründe für die Vollformat-S-Serie für Fotografen in der Pressekonferenz im September 2018 waren Bildqualität und das lächerliche Argument Perfekte Kreativität
, das heute bei keiner Kamera mehr fehlen darf. De facto sind jedoch immer der Fotograf und Videograf kreativ. Keine Kamera kann ihm dies abnehmen.
Wie immer gilt auch hier vorab: Nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich bei der S1 und der S1R um zwei grundsolide Kameras, mit denen man beeindruckende Fotos machen kann.
Die technischen Daten zur Panasonic S1 und zur S1R finden Sie beim Hersteller. Im Folgenden gehe ich deshalb nur noch auf die relevanten Neuerungen ein.
Aber wie bei den vergleichbaren Kameras weise ich auf Vorzüge und Nachteile hin, die Sie dann selbst für Ihre eigene Fotoarbeit bewerten können.
Beide Kameras - S1 und S1R - sind vom Gehäuse und der Ergonomie her gesehen identisch. Das Gehäuse besteht im Innern aus einem stabilen Magnesium-Chassis. Laut Panasonic sind zumindest die Front- und Rückwände aus Magnesiumdruckguss hergestellt. Das Gehäuse ist erstaunlich groß: Die Maße betragen ca. 149 * 110 * 97 mm. Es handelte sich 2018 um das größte Gehäuse der spiegellosen Kameras, das auch für sehr große Männerhände geeignet ist. Zum Vergleich die D850 von Nikon mit 146 * 127 * 79 mm.
Insgesamt finden sich sehr viele (13) Schalter und Knöpfe an der Kamera. Und alle scheinen auch in einer angemessenen Größe zum leichten Bedienen an der korrekten Stelle angebracht zu sein. Vor allem der 8-Wege-Joy-Stick für den Autofokuspunkt fällt positiv auf. Er lässt sich nicht nur horizontal und vertikal leicht bewegen, sondern unterstützt auch sehr feinfühlig die diagonalen Richtungen. Letzteres unterstützten 2018 nicht alle anderen spiegellosen Kameras so sensitiv. Dies dürfte Profis sehr entgegen kommen, welche den direkten Zugriff auf sehr viele Funktionen wünschen.
Allerdings vermissen einige Tester eine Taste zum Wählen der Belichtungsmessung. Dafür lässt sich allerdings eine der zwei Fn-Taste auf der Vorderseite nutzen.
Jedoch ist die Belegung jeder Taste (nicht nur der Fn) etwas ungewohnt: Man muss diese Fn-Tasten drei Sekunden gedrückte halten, um das Menü auf dem rückwärtigen Bildschirm zu öffnen, und kann dann die gewünschte Funktion der Taste zuweisen.
Fünf wichtige Funktionsschalter sind beleuchtet. Dazu muss man die Lampen-Taste auf der Schulter rechts oben (rechts neben dem Top-Display) drücken.
Allerdings ist der Auslöser für manche Fotografen zu empfindlich. D.h. er löst schon bei geringer Berührung aus.
Manche Videografen bemängeln vor allem den etwas eingeklemmten roten Video-Record-Schalter.
Manche Tester bemängeln allerdings auch den etwas weichen Multifunktionsring, der kaum oder keine taktile Rückmeldung gibt. Dies gilt insbesondere in Kombination mit dem in der Mitte des Multifunktionsringes sich befindenden Auswahlschalter (Menu/Set
), den man mit erheblicher Kraft drücken muss, damit die Kamera eine Auswahl auch wirklich annimmt.
Mir erscheint das hintere Rändelrad oben etwas zu weit nach rechts gerückt, als dass man es aus der exakt darunter geformten Griffmulde heraus perfekt bedienen kann.
Der Ein-Aus-Schalter liegt nicht sonderlich günstig rechts oben auf der Schulter und ist nur nach Umgreifen und langsam zu bedienen. Das erstaunt, da er bei der G9 bereits so ähnlich rund um den Auslöser angeordnet war wie bei Nikon. Da der Stromverbrauch bei spiegellosen Kameras so hoch ist, schalten viele Fotografen diese Kameras häufiger aus als DSLRs.
Dafür findet sich links oben ein Kombinationswählrad mit zwei selbst programmierbaren freien Plätzen. Darunter findet sich ein Wählrad für fünf (teilweise selbst programmierbare kontinuierliche) AF-Modi / Betriebsmodi (Drive-Mode). Darunter (hinten links oben) findet sich noch ein Blockierschalter, der frei programmiert werden kann, welche anderen Schalter und Funktionen er ausschalten / vor unbeabsichtigtem Verstellen schützen soll. Vorne an der Kamera finden sich zwei weitere, frei belegbare Funktionstasten.
Vermutlich hat Panasonic das Layout des Gehäuses absichtlich von den Mitbewerbern im spiegellosen Bereich differenziert. Das Gehäuse ist vollumfänglich ausgestattet und fühlt sich sehr robust und hochwertig an. Für Profis kann dies in Punkto Ergonomie durchaus wichtige Vorteile bieten.
Der Griff wurde besonders geformt, ist tief und gilt dank Zeigefingerkuhle als sehr stabil sowie sicher zum Halten. Ferner ist die gesamte, tiefe Griffform mit dickem sowie besonders rutschfestem Gummi überzogen. - Dennoch haben erste Tester mit langen Fingern eingewandt, das Sie je nach Hand-/Kamera-Haltung mit den Fingerspitzen trotzdem vorne den Kamerakörper störend berühren. Also hilft auch hier nur das persönliche Ausprobieren.
Das Gehäuse ist nicht nur breit und hoch, sondern u.a. aufgrund des Leica-Auflagenmaßes auch sehr tief. - D.h. es ähnelt eher einer DSLR (z.B. der D850 von Nikon) und verschenkt somit die sonst gerne gepriesenen Vorteile bei Volumen und Gewicht vieler spiegelloser Kameras.
Dennoch ist das Gewicht inklusive Batterie und Speicherkarte mit 1016/17 Gramm (mit SD-Karte und 1021 g mit XQD-Karte) für Berufsfotografen nicht übertrieben hoch. Es entspricht in etwa der D850 (985 Gramm).
Dass das Gehäuse, das auf den Profibereich zielt, hochwertig gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist, war zu erwarten. Allerdings gelten auch hier die vielen Sternchen: Staub- und spritzwassergeschützt garantiert nicht, dass keine Schäden entstehen, wenn diese Kamera einem direkten Kontakt mit Staub und Wasser ausgesetzt ist.
- Haben Sie schon einmal indirekten
Kontakt zu Staub oder Wasser gehabt? - Teilen Sie mir solche physikalischen Sonderphänomene bitte mit. Dafür gibt es noch Nobelpreise.
Das Gehäuse soll noch bei -10 Grad Celsius offiziell zugelassen sein. Zwar funktionieren auch andere Kameras bei diesen Temperaturen, sind jedoch i.d.R. nur bis 0 Grad von deren Herstellern zertifiziert. - Eine kleine Randbemerkung: Auf der Video-Pressekonferenz im September 2018 war noch von -40 Grad die Rede.
Für ebenso wichtig halte ich das bisher nirgends erwähnte und nur in den technischen Spezifikationen (siehe die Links unten) zu findende Detail der erlaubten 10-80% relativer Luftfeuchtigkeit als offizielle Betriebsumgebung.
Aus meiner persönlichen Sicht des Vielfotografierers hat Panasonic mit dem Gehäuse 2018 sehr vieles richtig gemacht - oder anders ausgedrückt: besser als die anderen Hersteller von spiegellosen Systemkameras. Direkter Zugriff auf viele Funktionen ist mir und vielen anderen Fotografen wichtiger, als minimal geringeres Volumen und etwas geringeres Gewicht. Dies gilt umso mehr, als die neuen Objektive oft groß und schwer sind, sodass das Systemgesamtgewicht sich letztendlich sowieso kaum von DSLRs unterscheidet.
Im Grunde war auch nichts anderes zu erwarten, da Panasonic mit seiner Micro-Four-Thirds-Linie bereits erfolgreich die Sektoren Klein
und Leicht
abdeckt.
Dennoch ein großes Lob dafür, dass eine Firma es wagt, sich komplett gegen den Strom der kleinen, unergonomischen und minimal leichteren Kameragehäuse abzusetzen.
Dass zahlreichen Fotografen und Rezensenten das eigenwillige Design der kantigen und eckigen Kamera nicht gefällt, sei fairer Weise erwähnt. - Über das Design einer Kaffeemaschine, die ständig in der Wohnung als Möbel herumsteht, darf man streiten. Aber die Fotokamera ist primär ein Werkzeug. Wer sich negativ über das Design eines Hammers auslässt, zeigt damit, dass es ihm eher um seine persönliche Wirkung damit in der Öffentlichkeit geht.
Für diese Vollformat-Kameras wurden die Menüs überarbeitet und erscheinen zumindest mir nun durch die Verwendung von zahlreichen grafischen Symbolen übersichtlicher. Jeder Reiter der GH-Serie ist nun nochmals unterteilt in Unterkategorien - also 2 Ebenen -, um das große Angebot unterzubringen.
Manche Tester bezeichnen das neue übersichtliche Menü dieser Panasonic-Kameras als gleichgut oder sogar etwas besser als das von Canon, welches immer gelobt wird.
Aufgrund der Rückmeldungen von Fotografen, welche in die Gestaltung einflossen, wurden sehr viele Einstellungen (und auch Schalter) konfigurierbar gemacht.
Diese Einstellungen kann man sogar auf eine SD-Karte speichern. Aber sie lassen sich nicht in eine andere Kamera einspielen. Wer sich folglich beide Kameras (S1 und S1R) anschaffen will, muss dennoch beide manuell konfigurieren.
Beide Kameras bieten ein Quick-Menü, das über eine eigene Taste hinten sofort angesprungen werden kann. Das Q-Menü kann zudem für Foto und Video unterschiedlich belegt werden. Überdies kann sogar das Q-Menü weitgehend selbst konfiguriert werden. Da das Menü berührungs-sensitiv ist, lassen sich einzelne Stellen auch direkt anspringen.
Der elektronische OLED-Sucher stellte im Frühjahr 2019 absolute Rekorde auf: Der als Echtbild-Sucher
vermarktete Sucher bietet 5,76 Mio. Pixel Auflösung. Das stellte 2018 den Spitzenwert aller spiegellosen Kameras dar. Dieses EVF soll 1.600 * 1.200 Pixel * 3 Farben auflösen.
Das angegebene Kontrastverhältnis liegt bei 10.000:1. Der Vergrößerungsfaktor liegt mit 0,78 im heute erwarteten Bereich.
Da der Augenabstand jedoch für Brillenträger ungünstig ist, bietet Panasonic einen Crop-Faktor an, der den Sucher auf 0,74 oder 0,7 verkleinert, damit Brillenträger das Motiv in seinen vollen Dimensionen an den Rändern überhaupt sehen können. - Vorsicht: Es handelt sich um keine optische Lösung, sondern einen elektronischen Trick: Dann wird nur eine Teilfläche des Sucherdisplays benutzt. D.h. die Auflösung sinkt erheblich.
Das EVF / der elektronische Sucher arbeitet absolut flackerfrei mit 120 Hz / Bildern je Sekunde. Er kann jedoch auch auf 60 Bilder je Sekunde eingestellt werden. Und die Verzögerung der Bilddarstellung wird mit sensationellen 0.005 Sekunden (5/1.000-stel) angegeben, sollte also nicht bemerkbar sein. Die Farbanzeige soll sehr farbneutral sein und nahe am Original liegen.
Ein Augensensor am Sucher kann so programmiert werden, dass das rückwärtige Display abschaltet.
Beim Fokussieren (z.B. halbem Durchdrücken des Auslösers) wechselt die Belichtung im Sucher jedoch ständig und irritiert. Ferner scheint der Sucher nur das Format 4:3 zu unterstützen. Das kann bei 3:2-Fotos und beim 16:9-Video-Format zu Beschnitt führen. D.h. die Sensorfläche wird nicht optimal ausgenutzt. In einer weniger hellen Umgebung wird allerdings Grießeln und eine merkliche Verzögerung der Darstellung erkennbar.
Das rückwärtige Display besitzt eine Bildschirmdiagonale von 3,2 Zoll (8,1 cm) im Seiten-Verhältnis 3:2, ist groß und bietet mit 2,1 Mega-Pixeln eine sehr hohe Auflösung. Die Helligkeit des Displays ist auch bei Tageslicht ausreichend.
Aber das um 3-Achsen schwenkbare Rückdisplay lässt sich nur hoch und runter- sowie etwas nach rechts zur Seite klappen, aber nicht komplett nach vorne schwingen. Der Klapp-Mechanismus scheint dafür allerdings sehr stabil zu sein. Das System ähnelt sehr der X-T3 von Fuji.
Die Kamera eignet sich somit nicht für 1-Mann-Vlogger oder Reisejournalisten, die sich selbst aufnehmen wollen. Das erstaunt, da andere Panasonic-Kameras diese Technik des komplett herumschwingenden Monitors bereits boten.
Die Touch-Screen-Funktionalität ist sehr präzise und schnell. - Allerdings bemängeln manche Tester, dass die Berührungssensitive Fläche zu empfindlich ist und versehentlich mit der Nase ausgelöst werden kann. Dies geschieht vor allem oft mit dem AF-Punkt, der unbeabsichtigt (oft nach links unten) verschoben wird. Da hilft dann im Zweifel nur, die Touch-Funktion komplett zu deaktivieren.
Die Status-/Informations-Anzeige oben auf der Kamera: Es ist ein Top-Display vorhanden, das die Arbeit in zahlreichen Situationen erleichtert. - Aber es handelt sich um eine altmodische LCD-Anzeige in Stil der 1970er Jahre.
Der DMW-BLJ31-Akku wurde neu entwickelt. Der Akku ist dank des großvolumigen Gehäuses ebenfalls groß und besitzt mit 3.050 mA / 23 Wh eine hohe Ladekapazität. - Die CIPA-Bewertung liegt je nach verwendeter Speicherkarte bei 340-380 Aufnahmen für die S1R und 360-400 für die S1, wobei man in der Fotopraxis - wie üblich - mehr erzielt, da CIPA sehr den Verbrauch des rückwärtigen Displays bewertet.
Dass angesichts der Akku-Größe und -Kapazität die Laufzeit dennoch so gering ausfällt, liegt an dem ungeheuren Stromverbrauch des elektronischen Suchers, des rückwärtigen Displays und der Venus-Engine. Dies wird auch im Video-Betrieb schnell klar, wenn man den Finger hinter das herausgeklappte Display legt. Da wird es sehr schnell sehr warm bis heiß. An dieser Stelle wird praktisch nachweisbar, wie viel Energie in Verlust-Wärme umgesetzt wird.
Der Akku kann mit einem USB-C-Kabel sowohl in der Kamera als auch extern am Ladegerät geladen werden. Mit dem externen Ladegerät funktioniert die Aufladung jedoch schneller. Aber es ist interessant, dass man damit von jeder Power Bank (externem Akku) oder Laptop etc. den Kamera- Akku aufladen kann. Das Laden funktioniert auch bei laufender Kamera (z.B. für lange Time-lapse-Aufnahmen, die ebenfalls in der Kamera integriert sind).
Allerdings wird das Ladegerät in 4 Teilen geliefert, von denen Sie keines verlieren sollten. Ferner ist alles zusammen voluminös und schwer.
Es handelt sich um 2 völlig neu entwickelte CMOS-Sensoren.
Die Sensorfläche der S1 beträgt 23,8*35,6 mm, liegt also - wie auch öfters bei Sony-Sensoren - etwas unter dem Kleinbildformat. In der Fotopraxis dürfte dieser Unterschied nicht spürbar sein. Die Sensorgröße der S1R liegt bei exakt 36 * 24 mm.
Die nutzbare Sensorauflösung beträgt exakt: bei der S1 24 MP - also 6.000 * 4.000 Pixel. Bei der S1R sind es 47,3 MP also 8.368 * 5.584 Pixel. Das R bei S1R steht wie bei Sony für 'Resolution' - also höhere Auflösung in Mega-Pixeln.
Vor allem der Sensor der hochauflösenden S1R wurde bei den Mikrolinsen an der Oberfläche optimiert, um noch mehr Licht einzufangen und zu verwerten. Aber es handelt sich nicht um einen BSI-Sensor.
Beide Sensoren verzichten auf die Tief-Pass-Filter. Dies erhöht die Auflösung und Schärfe, kann jedoch zu Moirés führen.
Eher negativ für die alltägliche Praxisfotografie zu bewerten ist hingegen das Fehlen einer Anti-Reflex-Beschichtung - zumindest bei der S1. Das erhöht zwar nochmals die Auflösung etwas, kann jedoch zu Geisterbildern führen. Auf dem Sensor der S1R soll laut einer Quelle ein Antireflexfilter angebracht sein.
Als Chip respektive Kamera-Prozessor verwendet man in beiden Modellen die neueste Venus-Engine von Panasonic, um die Bilddaten aufzubereiten.
Beide Kameras können RAW-Dateien mit bis zu 14-bit speichern.
Die ISO-Bandbreite reicht bei der S1 standardmäßig von 100 bis 51.200 und ist manuelle erweiterbar auf 50 bis 204.800 ISO. Bei der S1R beträgt sie standardmäßig 100 bis 25.600 ISO und ist manuell erweiterbar auf 50 bis 51.200 ISO.
Diese auch als Pixel-Shift-Methode bekannte Kamera-Technik verschiebt den Sensor um jeweils 1 Pixel horizontal und vertikal, sodass 4 Bilder entstehen, welche zusammengerechnet werden (zu 94,6 Mega-Pixel bei der S1).
Hier wird der Sensor aber jeweils nur ca. 1/2 Pixel verschoben, was de facto wertlos ist und nur die Dateigröße mit redundantem Inhalt auffüllt - also 8 statt 4 Fotos vom selben Motiv.
Der angepriesene High-Res-Modus mit 187 Mega-Pixel (bei der S1R) ist übertrieben. Mit den bisherigen F4-Objektiven ist das physikalisch absolut unrealistisch. Selbst mit den derzeit teuersten Objektiven erhält man dies auch auf einem Stativ nicht. Abgesehen davon sind die Dateigrößen dann kaum mehr verwendbar.
Selbst Panasonic räumt ein, dass dieser High-Res-Modus nur auf dem Stativ und nur mit absolut unbewegten Motiven funktioniert. Das ist für viele Bereiche der Produkt-/Studiofotografie interessant, wo man auch die gigantische Datenmenge mittels LUMIX Tether-Software halbwegs handhaben kann.
Aus eigener Erfahrung rate ich dann jedem Fotografen zu Betonboden und einem sehr schweren stabilen Stativ und viel mehr Aufnahmen, damit man ein paar wenige brauchbare stacken (zusammenbauen) kann. Denn es handelt sich um nichts anderes als stacking. - Nebenbei: In der Nähe des Aufnahmeortes / Studios sollte auch kein Verkehr herrschen (Lkw, Busse, Eisenbahn), keine Waschmaschine laufen und der Ort sollte nicht in klassischen Erdbebenzonen wie z.B. Süddeutschland oder die Alpen mit ihren ständigen leichten Erschütterungen liegen.
Panasonic behauptet: Bewegungsunschärfen im Motiv kann das System dabei unterdrücken.
- Um es auch hier klar zu sagen: Das funktioniert fast nie mit Landschaftsaufnahmen, da dort fast immer irgendeine Bewegung ist (Wasser, Blätter und zuletzt das Stativ selbst). - Unterdrückt man diese, kommt es zu hässlichen Artefakten, die mindestens so störend sind.
Wer hochauflösende Fotos machen will, kann dies bereits mit jeder alten Kamera, indem er eine höhere Brennweite verwendet (also in das Motiv hineinzoomt) und eine Panorama-Aufnahme erstellt. Software zum Zusammenfügen der Einzelbilder (stitchen) findet sich inzwischen kostenlos im Internet.
Und nochmal ein klares Nein zur Werbung: Der High-Res-Modus in Vollformat-Kameras ersetzt keine Mittelformat-Kameras. Denn diese beherrschen Pixel Shift heute z.T. auch schon und bieten darüber hinaus eine sichtbar höhere Bildqualität.
Da fast ausnahmslos alle Influencer weltweit dieses Feature unkritisch in den Himmel loben, muss ich wohl mit Fakten dagegenhalten: Das Pixel-Shift-Verfahren existiert bereits bei anderen Kameras. Meine Erfahrung ist, dass jeder Fotograf es einmal ausprobiert und danach nie wieder verwendet. Es handelt sich somit um eine Spielerei. - Dieses vernichtende Urteil gebe ich seit Jahren bei jeder Kamera an (z.B. auch der Sony A7RIV).
Beide Kameras bieten eine hybride / duale Bildstabilisierung: IBIS in der Kamera am Sensor mit 5-Achsen-Bildstabilisierung und zusätzlich eine Bildstabilisierung in manchen Objektiven, die auch miteinander zusammenarbeiten, um Verwacklungen noch stärker zu unterdrücken.
Angegeben werden bis zu 5,5 Blenden für die Stabilisierung in der Kamera und bis zu 6 für die Kombination mit stabilisierten Objektiven. Das sind sehr gute Werte.
In ruhiger Umgebung kann man das IBIS als Surren oder Summen ständig hören.
Ferner haben manche IBIS-Stabilisierungen (zumindest bei Video) einen weiteren Beschnitt / Crop zur Folge.
Die werbetechnisch angegebenen 9 Bilder je Sekunde sind fotografisch wertlos, weil sie ohne Autofokusnachführung erfolgen. Im schlimmsten Fall erhält man damit 8 unscharfe Fotos bereits in der ersten Sekunde. Angeblich 6 Bilder je Sekunde sollen mit Autofokusnachführung erfolgen, wobei diese Angabe bisher bei keiner spiegellosen Kamera zutraf. Im lautlosen Betrieb sollen noch 5 Bilder je Sekunde übrig bleiben. Im LiveView sinkt die Rate auf 5 resp. 2 Bilder je Sekunde.
Im Dauerfeuer lassen sich mit der S1 über 90 RAW-Bilder mit der S1R über 40 Fotos in Folge aufnehmen. Im JPEG-Modus soll die S1 mit XQD-Karten unbegrenzt oder nach anderen Angaben zumindest 999 Fotos aufnehmen können, während die S1R 57 JPEG-Aufnahmen hintereinander erlaubt.
Es finden sich 225 Fokusfelder / AF-Zellen auf dem Sensor. - Aber diese 225 AF-Sensoren überdecken nicht die gesamte Sensorfläche, sondern sind ellipsenförmig mittig zentriert und bedecken bedeutend weniger Fläche als vergleichbare spiegellose Vollformat-Kameras.
Eine Lichtempfindlichkeit bis hinunter zu -6EV wird beworben. Das entspricht in etwa dem Sternenlicht in der Nacht. Allerdings gilt dies nur für die Festbrennweite f1,4 bei ISO 100 und AFS (Einzelbild-Autofokus beim Fotografieren). In Umgebungen mit wenig Kontrast (z.B. Nebel) sollen es noch -3EV sein.
Das Versetzen des Fokuspunktes geschieht einerseits sehr präzise und andererseits auch sehr schnell mittels dafür vorgesehener Taste - 8-Wege-Joy-Stick, oder mittels Touch-Screen.
Es handelt sich jedoch nur um einen Kontrast-Autofokus (CDAF - contrast detect auto focus). Dieser ist generell bei stehenden Motiven zwar sehr genau, allerdings langsam. - Zwar besitzt Panasonic viel Erfahrung mit dem Kontrastautofokus und hat ihn mit DFD (depth from defocus) auch etwas optimiert. Dieses Verfahren nutzt Informationen aus dem Objektiv zur Entfernungsmessung und Scharfstellung. Ferner hat man die Rechenleistung erhöht, sodass bis zu 480 Korrekturen je Sekunde angebracht werden können.
Aber für sich bewegende Motive beim Fotografieren und bei Video-Aufnahmen benötigt man dennoch bei Vollformat heute einen schnelleren und sofort treffsicheren Phasenautofokus. - Wie die angeblich verwendete KI das kompensieren soll, bleibt unklar.
Die KI kann wie bei Olympus neuer Profikamera Menschen (Augen, Gesicht und Körper), Tiere (Hund, Katze, Vögel) sowie Autos erkennen und ein Rechteck darum zeichnen. Der AF unterscheidet Augen, Gesicht, Körper und den manuell gesetzten Punkt. Aber bisher scheint dieses Objekt im Rahmen nicht immer scharf fokussiert zu werden. Tests mit Produktionsmodellen ergaben, dass der Augenautofokus bei Menschen auf kurze Distanz und bei geringen Bewegungen des Motivs sehr gut arbeitet. Aber bei größeren Abständen, oder wechselnden Abständen oder schnelleren Bewegungen arbeitet er nicht mehr so zuverlässig.
Die für Bewegungen konzipierten AF-Modis schlugen sich bei Tests mit Produktionsmodellen besser, lagen aber auch nicht auf dem Niveau der besten vergleichbaren Kameras. Für Sport- und Tieraufnahmen schien die Kamera nicht besonders geeignet zu sein.
Der AF bietet keine kontinuierliche Gesichtserkennung resp. Augenerkennung mit kontinuierlicher Verfolgung, wie man dies z.B. von den neuen Sony-Kameras kennt. Die Kamera wechselt nach eigener Entscheidung den Modus: Panasonic hat einen anderen Weg gewählt: Zuerst wählt die Kamera das Auge aus, sofern es klar sichtbar ist. In der zweiten Stufe wählt es das Gesicht aus, sofern es erkennbar ist. In der dritten Stufe wählt es den Körper der Person aus. Und erst in der vierten Stufe geht es zum voreingestellten Fokusfeld über.
Derzeit ist die Wahl unterschiedlicher Personen bei Gruppenbildern vom Fotografen zwar beeinflussbar, aber nicht ganz sicher resp. trivial. So legt die Kamera bei mehreren Personen im Bild selbst fest, wer im Fokus sein soll. Und selbst manche Berufsfotografen (Tester) konnten sie nicht umstellen - vermutlich, weil sie das Handbuch nicht gründlich gelesen haben. Zur Korrektur der kursierenden Falschinformationen: Man kann mit dem Joy-Stick (und/oder mittels Touch-Screen) zwischen den verschiedenen Augen, Gesichtern, Personen etc. im Bild / Sucher auswählen. Das sichtbare Fadenkreuz verschiebt sich dann entsprechend. Allerdings sei angemerkt, dass weder das Fadenkreuz noch der Rahmen etwas über die letztendlich erzielte Treffsicherheit und Schärfe aussagt.
Tests ergaben, dass der Autofokus langsamer arbeitet als bei der GH5. Letztere gilt bereits keineswegs als besonders treffsicher oder schnell. Deshalb wird die GH5 (bei Videos) meist manuell von einem eigenen Kameramann fokussiert.
Alle mir zur Verfügung stehenden Videos zeigen die vom Kontrastautofokus bekannten ständigen leichten Pumpbewegungen um die exakte Schärfeebene herum vor und zurück. Das kann störend sein. Auf mich machen die Videos durch diese permanenten Oszillationen, Mikro-Pumpbewegungen oder das auch als ständiges Pulsieren zu bezeichnende Verhalten des Autofokus einen sehr unruhigen Eindruck.
Derselbe kontinuierliche Pump-/Pulsier-/Oszillator-Effekt besteht bis heute beim Fokussieren von Einzel-Fotos im elektronischen Sucher / EVF, wobei dies besonders bei Offenblende (vor allem bei f1,4) und kurzen Abständen zum Motiv stark irritiert. Das führt beim Fotografen dazu, dass er oft den Eindruck erhält, das Foto wäre unscharf. Das kann sein. Aber in zahlreichen Fällen ist das Ergebnisfoto dennoch scharf. Dies führt jedoch zumindest derzeit dazu, dass das Feedback / die Rückmeldung des elektronischen Suchers an den Fotografen unzuverlässig ist.
Nochmals im Klartext: Derzeit pumpen sowohl der Sucher als auch das rückwärtige Display im LiveView ständig um die vom Fotografen anvisierte Schärfeebene herum, sodass es dem Fotografen beim eigentlichen Auslösen nicht möglich ist, abzuschätzen oder zu erkennen, ob das Foto scharf ist.
Auch, wenn manche Fotografen diesen Punkt nun für übertrieben halten, so sollten Sie ihn unbedingt persönlich mit der f1,4-Offenblende und sich bewegenden Personen testen, bevor Sie die Kamera erwerben.
Im Frühjahr 2019 wurde mir bestätigt, dass dieser Oszillatoreffekt auch bei sitzenden oder am Ort stehenden Personen auftritt und dort sogar noch leichter zu erkennen ist.
Ein Tester teilte mir am Telefon vertraulich mit, dass es ihm dabei ganz schwummrig
wurde. Derartige pulsierenden Seheindrücke können in der Tat den Gleichgewichtsinn beeinflussen. Ferner berichtete er, dass er immer wieder an seiner Sehkraft zweifelte. Er empfand den Effekt als unangenehm, darf es jedoch in seiner Zeitschrift nicht publizieren. - Aber ich darf es veröffentlichen.
Ob dieser negative Effekt nur durch den Autofokus alleine erzeugt wird, oder ob es sich hierbei um einen - in der Physik öfter zu beobachtenden - Interferenzeffekt mit z.B. der Bildstabilisierung handelt, oder ob er durch die mitintegrierte künstliche Intelligenz verursacht wird, ist unklar.
Weitere seriöse Tester betätigten im April und Mai 2019 mit Produktionsmodellen, dass beim kontinuierlichen Autofokus zudem das EVF / der elektronische Sucher unscharf wird, was die störende Pumpbewegung noch irritierender macht.
Manche Tester verwenden deshalb nur den manuellen Fokus zum Filmen bewegter Objekte.
Eine zunehmende Zahl an Testern berichtete, dass das manuelle Scharfstellen mit Fremdobjektiven schwierig ist, weil z.B. das Peaking bei den Augen und anderen wichtigen Stellen, auf die man gewöhnlich fokussiert, teilweise fehlt.
Auch bei Fotos meldeten 2019 immer mehr Tester erhebliche Probleme bei schlechteren Lichtverhältnissen (z.B. in Innenräumen), mit dem Autofokus (beiden: Single und Continuous AF) scharf zu stellen.
Beachtet werden muss jedoch, dass selbst bei der Pressekonferenz in Barcelona am 31. Januar 2019 nur die Firmware-Version 0.7 vorhanden war. Dennoch hat sich bis heute auch bei Produktionsmodellen nichts nachhaltig verbessert.
Zur Klarstellung: Alle veröffentlichten Fotos sind irgendwo scharf. Die Kritiker bemängeln jedoch zurecht, dass das jede Kamera kann. Es kommt darauf, dass das Foto an exakt der fokussierten und somit gewünschten Stelle scharf ist. Und da ergeben sich bei vielen Fotos massive Zweifel. Siehe z.B. dieses Foto: Das Fleisch im Hintergrund ist scharf, aber der Metzer ziemlich weich und verschwommen. - Abgesehen vom Rotstich, sind Augen, Augenbrauen und das gesamte Gesicht unscharf. Und das ist eines der guten Fotos, die der Fotograf publizierte. Die dortigen Fotos wurden mit dem F4-Zoom sogar bei f5,6 aufgenommen und besitzen somit eine große Schärfentiefe / Tiefenschärfe. Und bei 1/500 Sek. kann auch keine Verwacklungsunschärfe als Begründung herhalten.
Selbst bei hellem Tageslicht mit der prallen Sonne links hinter dem Fotografen ist es nicht besser: Der Mann im Foto rechts, sein Gesicht und seine Augen sind unscharf, dafür sind sein Rucksack und der U-Bahn-Lüftungsschacht dahinter scharf.
Zumindest ich würde das so nicht wollen. Derartige Fotos wären bei mir sofort gelöscht worden, weil unbrauchbar.
Nochmals: Das ist angeblich die Ausbeute an Top-Fotos, die in einem Artikel in einem der weltweit größten Online-Test-Magazine veröffentlicht wurde.
Im Übrigen ist die Panasonic-Fan-Gemeinde schon einen Schritt weiter. Sie bestreiten die Fehler des AF-Systems inzwischen nicht mehr, sondern weisen darauf hin, dass hier sicherlich (wie bei der GH5 etc.) in den nächsten Monaten und Jahren Updates herauskommen, welche den AF verbessern. Das mag sogar korrekt sein. Auch ich bin der Meinung, dass alle Mitbewerber noch etwas Zeit benötigen, bis wirklich unter allen Bedingungen verwendbare AF-Systeme bei spiegellosen Vollformat-Kameras vorliegen. Da jedoch auch innerhalb eines ganzen Jahres bis 2020 keine signifikanten Verbesserungen geliefert wurden, muss man sich mit dem tatsächlich verfügbaren befassen.
Lassen Sie es mich unmissverständlich auf den Punkt bringen: Der Autofokus ist in der Fotopraxis die wichtigste Funktion der Kamera. Sofern Panasonic die nachweislichen, erheblichen Probleme beim AF bei Fotos und bei Video im kontinuierlichen Modus in den Griff bekommt, dann wird es eine wirklich interessante Kamera. Ohne einen hochwertigen schnellen und vor allem treffsicheren Autofokus sehe ich jedoch Schwierigkeiten. - Bis Ende 2024 lieferte Panasonic keine Verbesserungen mehr nach. Man gab sowohl den DFD-/Kontrastautofokus als auch die gesamte Kamera-Serie S1/S1R auf. Für neuere kleinere Kameras wechselte man zu einem Phasen-Autofokus.
Von den vielen in die Kamera integrierten Sonderfunktion und in den Menüs einstellbaren Dingen will ich nur wenige herausgreifen: Time-lapse ist integriert und funktioniert gut. Man kann helle und dunkle Zonen im Foto bereits vor der Aufnahme korrigieren und spart sich so Zeit bei der Nachbearbeitung. Man kann sich das eigene Zittern mit einem grünen herumwackelnden Punkt einblenden lassen, um seine Halte- und Atem-Techniken zu optimieren. Damit lässt sich im ruhigsten Moment auslösen.
Panasonic bieten nun auf dem Vollformatsensor 3:2-Fotos mit 6K (30 Bilder) und 4K mit bis zu 60 Bildern je Sekunde - allerdings nur JPEG und in einer MP4-Datei. D.h. für anspruchsvolle Fotoergebnisse ist das unbrauchbar. Aber zur Dokumentation reicht es aus.
Die Kamera gibt sogar ein Warnsignal ab, wenn sie angeschaltet ist, und man gleichzeitig versucht, die Speicherkarte zu entfernen / das Speicherkartenfach öffnet. Der Sucher und das Display versuchen, auch lange Verschlusszeiten durch Verwischung vorab zu simulieren.
An zahlreichen Stellen erkennt man somit eine besondere Liebe zum Detail. - Als Nachteil muss jedoch auch angemerkt werden, dass derart viel in der Kamera integriert ist und vor allem individuell einstellbar ist, dass es manche Fotografen - selbst Berufsfotografen (siehe unten das deutsche Jubel-Video) - überfordert. So kommen nachweislich nicht alle Fotografen mit dem KI-Autofokus bei Mehrpersonenporträts klar.
Deshalb gilt bei der mit Sonderfunktionen und Individualisierungsmöglichkeiten überragenden Panasonic S1 und S1R: Lesen Sie das Handbuch gründlich, um das Potential dieser Kameras auszureizen.
Der Verschluss ist für Berufsfotografen auf hohe 400.000 Auslösungen ausgerichtet.
Die Belichtungszeiten umfassen 1/8.000 bis 60 Sekunden und die Langzeitbelichtung (Bulb oder B-Modus). Der electronic first curtain bietet immerhin bis 1/2.000 Sekunde an. Das waren 2018/19 jedoch Standardwerte in dieser Klasse.
Auch die 1/16.000 Sek. mit reinem elektronischem Verschluss sind sehr gute, aber erwartbare Werte bei einer modernen spiegellosen Kamera für Berufsfotografen.
Panasonic bietet erstmals die Möglichkeit, HLG-Foto-Aufnahmen zu machen (= Hybrid Log Gamma). Darunter versteht man Fotos mit einem höheren Dynamikumfang von 10-bit HDR (High Dynamic Range - höherer Lichtwerteumfang).
Aber das Format ist auf 16:9 beschränkt und man benötigt einen HDR-Fernseher oder Smartphone zum Betrachten. Meines Wissens arbeiteten bis 2020 nur wenige teure (u.a. Panasonic-) Fernseher mit einem HDMI-Anschluss an der Kamera damit zusammen. Mitte der 2020er Jahre wurde dies jedoch von vielen neuen Fernsehen unterstützt.
Ferner handelt es sich um ein eigenes Dateiformat H.265/HEVC - kein RAW - das man 2019 nicht bearbeiten konnte und auch danach noch hohe Anforderungen an einen Hochleistungs-PC stellte.
Aber in den HLG-Modi aufgenommene Fotos können als HSP-Dateien in 8K-Auflösung sowie im JPEG- und RAW-Format gespeichert werden.
Zur Klarstellung: HLG liefert nicht mehr Dynamikumfang als RAW des Sensors. Aber es ist eine - vor allem für Laien - sehr einfache und vor allem schnelle Methode Fotos mit HDR am entsprechenden Monitor anzuzeigen.
Die klassischen Tests wurden mit JPEG (direkt aus der Kamera) durchgeführt. - RAW-Dateien konnten zuerst nur mit Spezialsoftware von Panasonic bearbeitet werden, bis Lightroom und Camera RAW Monate später etwas Brauchbares anboten.
Die Bildqualität lag nach allen Bewertungen der Tester auf dem Niveau moderner Vollformat-Kameras. - De facto habe ich aus rein physikalischen Gründen (Sensorgröße) auch nichts anderes erwartet. In den Laboren wie üblich gemessene minimale Abweichungen dürften in der täglichen Fotopraxis nicht wirklich bedeutend sein.
Der Verzicht auf einen Phasenautofokus bietet den Vorteil, dass Banding oder Striping - die bei anderen spiegellosen Kameras mit Phasenautofokus auf dem Sensor gefürchtete Streifenbildung - weitgehend ausgeschlossen sind.
In beiden Modellen werden zwei Kartenfächer angeboten: 1 XQD-Kartenfach. Diese Karten waren 2019 allerdings noch ziemlich teuer. Das Kartenfach ist zu CF-Express per Firmware aufrüstbar. - Das zweite Kartenfach ist ein SD-Kartenfach mit der Spezifikation UHS-II V90.
Fotos und Videos können simultan auf beide Karten gesichert werden.
Allerdings lässt sich das Kartenfach nur schwer einhändig öffnen, da es nicht in einer Bewegung geöffnet werden kann. Vermutlich liegt dies am aufwändigen Schutz gegen Spritzwasser und Staub.
Beide Kameras bieten WiFi mit 802.11ac für 5 GHz sowie 802.11b/g/n für 2.4 GHz-Funknetze. Bluetooth wird in der nicht ganz neuen Version v4.2 angeboten, die zumindest den Niedrigenergiestandard unterstützt, womit man Tablets und Smartphones mit der Kamera verbinden kann. Beide Kameras bieten eine große HDMI-Buchse (Typ A). Große HDMI-Stecker, die fest halten, sind in der Video-Praxis sehr hilfreich. Zudem werden richtige XLR-Audio- und Kopfhörer-Stecker geboten. Ferner sind sie kompatibel zum DMW-XLR1 Adapter. So kann man z.B. auch hochwertige Mikrofone mit 3,5-mm-Mikrofonsteckern anschließen. Daneben bieten die Kameras eine 2,5 mm Buchse für eine Kamerafernbedienung.
Zumindest die S1R unterstützt das im Studio gerne verwendete tethered shooting mit USB. Darüber funktioniert auch der Daten-/Bildtransfer sowie die Fernsteuerung der Kamera.
Die S1 ist deutlicher auf Video hin optimiert als die S1R.
4K-Video mit 60 Bilder je Sekunde war im Bereich spiegellosem Vollformat 2019 nur hier bei Panasonic zu haben.
Dennoch sei die Korrektur der Influencer erlaubt: Canon bietet mit der 1DX Mark II seit 2016 4K 60p - und das bei Echt-4K (=4.096 Pixel Breite = cine-format, und nicht dem gekürzten 3.840 Ultra HD).
Aber bei der S1 arbeitet 4K 60p nur mit einem 1,5-fachen Crop-Faktor. Es wird nicht der gesamte Vollformat-Sensor genutzt, und es wird kein Oversampling betrieben. De facto wird somit nur die Fläche eins APS-C-Sensors (quasi als Super 35) verwendet - mit all den von auch anderen Kameras bekannten Nachteilen für die Objektivbrennweite etc.
Die S1R nutzt zwar die volle Vollformat-Sensorgröße, arbeitet aber mit dem ebenfalls unbeliebten Pixel-Binning, zu dem noch ein 1,09-facher Crop dazukommt. D.h. es liest nicht alle Zeilen aus. Dadurch wird die Schärfe reduziert und das Rauschen erhöht.
Die S1 kann für 4K 30p oversamplen, also die gesamte Sensorfläche nutzen.
Intern zeichneten zuerst beide Kameras in allen Modi nur 8 Bit nur im Farbmodus 4:2:0 auf. Es findet sich jedoch im Menü versteckt eine Option MP4 HEVC, welches das HLG-Log erlaubt, das einen größeren Dynamikumfang bietet.
V-Log-Mode mit 10 Bit 4:2:2 extern ist nur bei der S1 möglich und wurde im Sommer 2019 aufpreispflichtig nachgeliefert. Dafür wird dann auch Panasonics volle V-Log Gamma-Kurve verwendet, nicht die beschnittene V-LogL der Micro-Four-Thirds-Kameras.
Aber es war 2019 keine RAW-Video Ausgabe geplant, wie etwa bei der Nikon Z6. Nur vage Gerüchte besagen, dass RAW später dazukommen könnte.
1080 Full-HD ist mit beeindruckenden 180 Bilder je Sekunde für Zeitlupe / Slow-Motion möglich. - Aber dann funktioniert die Tonaufnahme nicht mehr. Das führt auch dazu, dass die Synchronisation verschiedener Aufnahmen / Kameras schwieriger wird. - Das Phänomen der fehlenden Tonaufnahme bei Zeitlupe findet sich jedoch bei vielen Video-Kameras.
Der Autofokus funktioniert dann nicht mehr. Deshalb lassen sich in diesem Modus nur eingeschränkt bewegte Motive aufnehmen. Man muss vorfokussieren, die Bewegung des Motives abschätzen etc. Ein Videograf, der mit der S1 schon Anfang 2019 arbeiten konnte, teilte mir jedoch mit, dass man unter diesen Umständen mit einer größeren Blende damit durchaus arbeiten kann.
Ferner kann man dann nicht mehr manuell die Belichtung korrigieren. Auch sonst wird dann einiges plötzlich blockiert. Das Film-Material wird bei 180p als 25 oder 30p Basis ausgegeben. 2- bis 6-fach-Zeitlupe lässt sich einstellen. - Aber die von der GH5 bekannten relativ frei wählbaren Einstellungen der Bilder je Sekunde sind hier nicht vorhanden und nur durch einige wählbare feste Einstellungen ersetzt. - Zu guter Letzt ist die Aufnahmedauer dabei auf 15 Minuten beschränkt.
Die S1 Kameras zeichnet im H.265-Kodec auf. - Aber die S1R Kameras kann nicht im H.265-Kodec aufzeichnen und erhält auch nicht den Platz sparenden HEVC-Container. Ferner plant Panasonic nicht, ihr das kostenpflichtige Update zu gönnen.
Die S1 besitzt keine Zeitbegrenzung mehr beim Aufnehmen von 30p. Bei 50 oder 60p bestanden 2019 jedoch noch die üblichen Zeitgrenzen bei 29:59 Minuten. - Die S1R schaltet jedoch generell weiterhin nach 30 Minuten ab.
Panasonic hat bereits davor gewarnt, dass die Kamera bei 4K 60p überhitzen kann. D.h. die Zeitangaben werden im Sommer oder in heißen Regionen vermutlich nicht erreicht. Dies erstaunt umso mehr, als 4K/60p mit der GH5 problemlos arbeitet.
Ketzer empfahlen bereits Anfang 2019 Berufsvideografen, eine zweite Ersatzkamera für den Überhitzungsfall mitzuführen, denn die bezahlenden Kunden warten heutzutage nicht mehr, bis Ihre erste Kamera sich abgekühlt hat.
Bei der S1R kann man den Crop-Faktor selbst in 3 Stufen bestimmen. Das hat den Vorteil, dass man mit einem Objektiv quasi 3 Brennweiten (-bereiche) für Video direkt an der Kamera montiert hat.
Alle Tests ergaben mit der Basis-Software der Kameras eine gute Video-Bildqualität - aber keine überragende.
Bei allem Lob muss man dennoch festhalten, dass die Video-Fähigkeiten dieser beiden Vollformat-Kameras - trotz einiger interessanter Details - 2019 nicht an diejenigen der GH5 heranreichten. Viele für Profis wichtige Video-Funktionen der GH5 wurden sogar explizit herausgenommen. Und alle Tester hofften darauf, dass sie zumindest im kostenpflichtigen Update im Juli 2019 nachgeliefert werden.
Test mit Produktionsmodellen ergaben ein bis 12.800 ISO erstaunlich rauschfreies Bild, aber einen sichtbaren Rolling-Shutter-Effekt. Er ist zwar vergleichbar mit den Vollformat-Mitbewerbern, aber störend im Vergleich zu den GH5/GH5S Modellen von Panasonic.
Tests ergaben ferner, dass die Video-Stabilisierung hervorragend arbeitet. - Da waren die Kameras von Panasonic Klassenprimus im Jahr 2019/20.
Tests ergaben allerdings auch, dass das kontinuierliche AF-System auch bei den Produktionskameras bei Video ständig pumpt, sowohl im Sucher als auch im Filmendprodukt.
Zum Start wurden drei Panasonic L (Lumix) Objektive angeboten: Das Zoom-Objektiv Panasonic L 24-105 mm f4 Macro OIS, das Zoom-Objektiv Panasonic L 70-200 mm f4 S Pro und die Fest-Brennweite Panasonic L 50 mm f1,4 S Pro. Alle drei Objektive sind besonders gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Aber alle sind eher lichtschwach. Nur die beiden PRO-Objektive besitzen eine manuelle Umschaltung zwischen Autofokus und manuellem Fokus. Alle neuen Objektive werden elektronisch (focus-by wire) gesteuert. Dennoch bieten sie eine relativ frei in der Sensitivität einteilbare manuelle Einstellung des linearen Focus-Punktes.
Ferner bieten die als Pro gekennzeichneten Objektive eine mechanisch zurückziehbare Fokuseinrichtung mit Entfernungsskala am Objektiv. Ein Videograf, der mit der S1 bereits Anfang 2019 arbeiten konnte, teilte mir allerdings mit, dass ihn die Qualität des Rückziehers an diesen Objektiven nicht überzeugte.
Dass viele Tester besonders darauf hinweisen, dass die Objektive scharfe Fotos machen (vor allem bei Betrachtung der JPEGs auf dem rückwärtigen Display der Kamera), ist lächerlich. Jedes moderne Objektiv und besonders in dieser Preisklasse kann das. Das erwartet man heute. Warten wir die detaillierten Labortests ab.
Was mir aus der Fotopraxis als bedeutend auffällt, ist der Umstand, dass alle drei Objektive angeblich denselben Gewindedurchmesser (77 mm) für Filter verwenden. Das spart Geld und auch Platz sowie Gewicht für Filter.
Was mir negativ auffällt, ist der (nur) bei Objektiven abgesehen vom US$/Euro-Kurs nochmals deutliche Melkkuh-Zuschlag für Deutschland. Das nehme ich besonders übel, da Japan inzwischen ein Freihandelsabkommen mit der EU abgeschlossen hat, das alle Zölle entfallen lässt.
Hinzu kam 2019 das leidige Problem mit den sich ständig ändernden Planungen sogenannten Road-Maps für neue Objektive sowie den Rumors / Gerüchten darüber. Panasonic konnte als kleine Firma in den Folgejahren auch nur relativ wenige neue Objektive für die Vollformat-S-Klasse herausbringen.
Alle neuen Objektive der S-Reihe bei Panasonic entnehmen Sie bitte dem Artikel Objektive Panasonic.
Panasonic schien sich bis heute (zu sehr?) auf Sigma zu verlassen, welche zuerst zahlreiche alte Objektive an das L-Bajonett anpassten und dann auch begann neue dafür zu entwickeln. Siehe hierzu Objektive Sigma
Es existierten 2019 erstaunlich viele FF L Adapter für das neue Bajonett mit 20 mm Auflagenmaß (Sensor-Abstand, Flange distance) und 51,6 mm Durchmesser des Leica L-Bajonetts: für Canon EOS (gemeint ist für DSLR-Objektive) für 650 US$, für Nikon F (gemeint ist für DSLR-Objektive) für 830 US$, für Leica M für 400 US$, für Leica R für 750 US$, Für Leica S für 1.300 US$, für Leica PL für 570 US$.
Festzuhalten bleibt, dass es keine Adapter gibt für andere spiegellose Kameras von Sony, Nikon oder Canon - noch je geben wird.
Hinzu kommt, dass bisher die Adapter noch unzuverlässiger arbeiten als bei Canon, Nikon und Sony. Evtl. kann man dies später mit Firmware-Updates noch optimieren.
Allerdings mehrten sich die Anzeichen, dass die Probleme eventuell grundsätzlicher Natur sein könnten. Das DFD-Fokus-System von Panasonic arbeitet nicht so einfach mit anderen Objektiven zusammen, die für Phasen-Autofokus optimiert wurden (die Mehrzahl). Um derartige Phasen
-Objektive auf DFD anzupassen, benötigt man sehr viele Daten, welche wiederum eine hohe Datenbandbreite zwischen Kamera und Objektiv beanspruchen. Das macht die Angelegenheit zumindest langsam.
Tests zeigen, dass das Zubehör an der GH5 auch mit den neuen Vollformat-Kameras zusammenarbeitet. Die externen Panasonic-Blitzgeräte - DMW-FL580L, FL360L und FL200L - können an den Kameras der LUMIX S-Serie verwendet werden. Die Sync-Speed / X-Zeit liegt bei sehr hohen 1/320 Sek. Aber dabei wird die Lichtstärke des Blitzes reduziert. So funktioniert auch die High-Speed-Blitzsynchronisation, sogar mit externen Blitzgeräten.
In den Blitzschuh lässt sich der DMW-XLR1-Mikrofonadapter einstecken und problemlos betreiben.
Probleme traten zuerst jedoch bei der Zusammenarbeit bei Video mit Ninja V auf, das noch 2019 von Atomos korrigiert werden konnte. Der externe Recorder erkannte die Kamera nicht korrekt. Am 6. Februar 2019 gab Atomos bekannt, dass sowohl Ninja V als auch Ninja Inferno und Shogun Inferno die neuen Kameras und sogar 4:2:2 mit 10 Bit unterstützten.
An aufpreispflichtigem Zubehör bietet Panasonic: einen Fernauslöser (DMW-RS2), das Okular (DMW-EC6) und das Akku-Ladegerät (DMW-BTC14).
Zu guter Letzt wird auch noch ein kompletter vertikaler Griff zur Montage unten an die Kamera angeboten - der Akku-Griff (DMW-BGS1). Er besitzt neben einem zweiten Akku zumindest die wichtigsten Schalter (u.a. AF-ON) doppelt.
Beide Kameras waren in Deutschland ab April 2019 im Handel verfügbar.
Hier dürften einige Fotografen über die hohen Preise erstaunt sein: Die S1 mit 24 MP wurde zum Start für 2.499 US$ MSRP / 2.499 Euro UVP angeboten. - Die S1R mit 47 MP wurde zum Start für 3.699 US$ MSRP / 3.699 Euro UVP und $4.599 mit dem 24-105 mm f4 Zoom. Die aktuelle Preisübersicht finden sie bei Idealo.de.
Beide Kameras lagen und liegen noch immer damit deutlich höher als Sonys Vergleichsmodelle.
Die überall verbreitete Hoffnung, dass diese hohen Preise bald sinken würden, war jahrelang unbegründet, angesichts der hohen Lizenzgebühren, welche Panasonic je Kamera und je Objektiv an den Partner Leica für die Benutzung des Leica-Bajonettes bezahlen muss. Erst als man Ende 2024 die S1-Seria stoppte und ins Archiv stellte, sanken die Preise. Ähnlich wird es Sigma kalt erwischen. Wie ich bereits bei Bekanntwerden dieser merkwürdigen Kooperation im Herbst 2018 analysierte, profitiert nur Leica von diesem Handel. Für Panasonic und Sigma wird dies zu einer teuren Sackgasse, da sich Leica selbstredend seine überteuerten Produkte nicht durch Billigangebote zerstören lässt.
Bereits im Herbst 2018 irritierte Panasonic durch übertriebene Werbung: Changing Photography
. Panasonic hat laut Meinung aller Analysten nur im Video-Bereich Hochwertiges zu bieten. Dass angesichts des heutigen Qualitätsniveaus eine neue Kamera die gesamte Fotografie ändert, war unglaubwürdig.
Angefangen hat Sony mit den vielen Sternchen in den Werbebroschüren, gefolgt vor allem von Nikon, die eine völlig übertriebene Werbekampagne im Sommer 2018 veranstalteten, welche mit der Realität der Kamera nichts zu tun hatte, gefolgt von Canon, die ebenfalls zumindest in einigen Bereichen übertrieben. 2019 schlug Panasonic denselben Weg ein. Viele der kernigen Marketing-Aussagen benötigten dringend Sternchen mit langen erklärenden Fußnoten, unter welchen seltenen Bedingungen die angeblichen Leistungen auf welche Weise erfüllt werden. So ist z.B. die Aussage: Durch die Nutzung der vollen Sensorfläche wird der Bildwinkel der Objektive nicht eingeschränkt.
in sehr vielen für die Videografie interessanten Fällen schlicht falsch.
Um es kurz zu machen: Die meisten Werbesprüche waren auch hier übertrieben und wurden von kritischen Testern bereits 2019 widerlegt. Weitere Praxistests unter realistischen Alltagsbedingungen ab Sommer 2019 führten auch diese beiden Kameras Panasonic S1 und S1R auf den Boden der Tatsachen zurück.
Ferner konnten die beiden gelieferten Kameras nicht alle von der Marketing-Abteilung seit September 2018 geschürten Hoffnungen erfüllen.
Dies (wie alle Übertreibungen und zerstörten Hoffnungen) wird zu einem Image-Schaden der Kameras und der Firma führen. Denn viele Kunden sind zwar gutgläubig, aber nicht dumm.
Die Publikation der Kamera Anfang Februar (2019) - einer erfahrungsgemäß stillen Zeit mit wenigen sonstigen Informationen -, war taktisch vom Marketing perfekt gewählt, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. Panasonic stahl damit auch noch der vom 28. Februar bis 3. März stattfindenden CP+ (Camera and Photo Imaging Show) in Yokohama, Japan, sowie allen deren Ausstellern die Show, mit einer Kamera, die faktisch noch nicht verfügbar war.
Dass Panasonic im Winter mit All-inclusive-Urlaubs-Einladungen in das warme Barcelona die Rezensenten / Kritiker / Fotografen genauso korrumpierte, wie die anderen Kamerahersteller es inzwischen für nötig erachten, darf nicht mehr verwundern. Dass die meisten jener eingeladenen Rezensenten es (trotz Presserichtlinien und sogar gesetzlichen Vorschriften in manchen Ländern) jedoch nicht für nötig hielten, die geldwerten Vergünstigungen in hohen vierstelligen Eurosummen (für Flug, Hotel, mehrtägigem Aufenthalt, Essen etc.) zu erwähnen, sollte jedem Leser zu denken geben.
Eine unausgereifte Kamera mit Firmware-Version 0.7 (in Einzelfällen sogar 0.6 oder 0.5) den Testern in die Hände zu geben, war vermutlich unter Termindruck vom Marketing diktiert und gegen den Wunsch der Technikabteilung. Das ist hochriskant, weil alles unter Version 0.9 im Grunde nie veröffentlicht werden darf. Im Frühjahr 2019 musste Panasonic und deren Fan-Gemeinde dafür auch die Kritik
ertragen. Denn sie hätten warten können, bis alles ausgereift war.
Letztendlich kann man das Vorgehen auch ziemlich dreist nennen: So werden alle Fachzeitschriften und sämtliche anderen Tester quasi zur kostenlosen Qualitätssicherung degradiert, die Panasonic Verbesserungsvorschläge liefern, die man dann noch rechtzeitig bis zur Firmware-Version 1 einbauen kann.
Allerdings muss man den diesbezüglichen allzu großen Optimismus dämpfen: Die Hardware-Seite kann nicht mehr verbessert werden. Es handelt sich somit um eher kleine software-seitige Optimierungen an Details.
Wie bereits in der Einleitung geschrieben, handelt es sich bei diesem ersten Wurf der Firma Panasonic im Vollformatbereich um zwei solide Foto-Kameras, mit denen man auf jeden Fall hochwertige Fotos machen kann.
Im Vergleich mit den von Panasonic bereits gelieferten Leistungen der Micro-Four-Thirds-Kameras (wie GH5) im Bereich Video wird sie zumindest den seit September 2018 aufgebauten Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen vieler Videografen jedoch nicht in allen Punkten gerecht.
Dennoch werden zahlreiche Profi-Fotografen und Berufs-Videografen aus dem Panasonic-Lager auf diese Kamera umsteigen, da der physikalische Vorteil des 4-Mal so großen Sensors in Grenzbereichen des Lichtes Vorteile zeigt, und sie den Kaufpreis vom Finanzamt subventioniert erhalten.
Allerdings halte ich angesichts der Preise die absolute Zahl der Aufsteiger für überschaubar.
Vor allem Enthusiasten = ambitionierte Amateurfotografen werden bei den Objektivpreisen in Deutschland - selbst mit der preiswerteren S1 - wohl schnell an die finanziellen Grenzen der Objektive stoßen. - Dies ist meines Erachtens auch einer der Gründe der teilweise heftig geführten Diskussionen im Netz über dieses neue Kamerasystem. Aber an von nun an ständig und drastisch steigende Preise werden sich alle Fotografen bei allen Herstellern gewöhnen müssen. Das habe ich seit mindesten 2015 detailliert vorausgesagt: Foto-Wirtschaft.
Die Chance, dass Wechsler von anderen Herstellern zu einer dieser beiden Kameras greifen, halte ich 2019 für gering. Dazu fehlt vor allem noch eine große Anzahl an Objektiven.
Hier kann man schlichtweg nur bis mindestens zum Jahresende 2020 warten. Vorher wird kein halbwegs vollständiges Gesamtsystem verfügbar sein. Dies gilt selbst dann, wenn man bereit ist, die hohen Preise von Leica zu bezahlen.
Daraus folgt, dass sich an der Marktverteilung kurzfristig kaum etwas ändern dürfte: Canon, Nikon, Sony und Panasonic an 4. Stelle bei Vollformat-Kameras - irgendwo zusammen mit Pentax / Ricoh. Bitte bedenken Sie, dass es auch noch DSLRs im Vollformat-Bereich gibt. Definitiv werden auch viele Profis 2020 wieder die dann aktuellen D6 und 1DX Mark III kaufen. Berufsfotografen sind aus mehreren Gründen überwiegend nicht so wechselbereit wie Amateure.
Hinzu kommt, dass für herausragende Videos von Panasonic selbst eine hochwertigere Ausstattung bei Micro-Four-Thirds sofort einsatzbereit für weniger Geld bereits zur Verfügung steht: Panasonic GH5 oder Panasonic GH6, Metabone 0,64 Adapter = Speed-Booster, Sigma 18-35 mm f1,8, Sigma 50-100 mm f1,8. Das Set ist billiger und auf jeden Fall optisch hochwertiger (bessere Freistellung!) als die S1 mit den eher lichtschwachen Objektiven.
Zu anderen spiegellosen Vollformat-Kameras siehe den Systemvergleich aller spiegellosen Vollformat-Kameras mit Handlungsempfehlungen.
Im Sommer 2019 brachte Panasonic das schon länger angekündigte Kamera-Software-Update für die Video-Funktionen der S1 heraus.
V-Log bietet mit der Möglichkeit der Aufnahme in einem MOV-Format einen deutlich größeren Dynamikumfang für Video mit 10bit 4:2:2 mit 150 Mbit und sogar 4K bei 60 Bilder in der Sekunde bei 4:2:0 mit 8bit.
Allerdings ist die Installation ziemlich umständlich und kostenpflichtig.
Dann steht jedoch das professionelle volle V-Log von Panasonic zur Verfügung, das die Lichter sichtbar besser schützt.
Ferner kann man sich eigene LUT - Look Up Tables - installieren, die zwar bei der Installation mühsam sind, dann jedoch einen natürlicheren Eindruck bieten als die flauen Graubilder der LOG-Datei. LUTs führen ein Colour-Grading in der Kamera durch und zeigen ein kontrastreiches Bild auf dem Display oder externen Monitor - bereits während der Aufnahme (und nicht erst später am PC).
Überdies bietet die S1 mit der Software auch die Waveforms-Anzeige (Wellenformate) statt Histogramme.
Aber es fehlten noch immer einige Details der GH5, wie Slowmotion nur im automatischen Belichtungsmodus, kein 400 Mbit-Aufzeichnung für z.B. stark bewegte Szenen, kein Shutter angle / Verschlusswinkel, kein Synchro Scan für die Feineinstellung der Verschlusszeiten und auch kein WFM Vector Scope.
Fazit: Wer die S1-Kamera bereits besitzt, sollte - als Videograf - auf jeden Fall die kostenpflichtigen Firmware-Updates einspielen, da sie die S1 zu einer der hochwertigsten Video-Kamera im Bereich Vollformat machen. - Für Fotografen lohnt es sich nicht. - Wer als Videograf das Maximum will, sollte hingegen die angekündigte S1H abwarten, die deutlich mehr bietet.
Was hingegen alle Fotografen und Videografen machen sollten, ist, sich regelmäßig mit den neuesten kostenlosen Firmware-Updates zu versorgen. Hier für die S1 und für die S1R. Sie sollten sich unbedingt immer die neueste Version der Firmware installieren, um Ihre Kamera maximal ausnutzen zu können.
Dies steht für eine auf Video spezialisierte Kamera mit 6K-Video.
Wer als klassischer Fotograf oder Gelegenheitsfilmer keine oder wenig Ahnung von Profi-Video-Bearbeitung hat, sollte sich zuerst damit befassen, da ich hier die Fachausdrücke nicht alle erklären kann.
Da es sich jedoch bei der S1H um ein Sonderformat handelt, dürfte es sich nur zum Beschnitt auf 4K eignen und als Zwischenschritt eher wenig Interesse finden. - Aber es zeigt sich hiermit, dass meine Vermutung vor Jahren richtig war: Panasonic will 8K Video mit noch tragbaren und noch halbwegs bezahlbaren Fotokameras erzeugen. Diese S1H ist der Zwischenschritt.
Ende August 2019 wurden konkrete technische Daten bekannt: Der Vollformatsensor bietet 6K (UHD), was zu einer höheren Lichtausbeute und geringerer Schärfentiefe / Tiefenschärfe führt, sofern man lichtstarke (Video-) Objektive verwendet. Es handelt sich um einen speziellen Sensor mit 5.952 * 3.968 Pixeln, der für Video komplett (auch in der Höhe) ausgelesen wird. Vorsicht: Das ist ein Seitenverhältnis von 3:2, nicht 16:9. Das entspricht der Profiwelt, in der man es Open-Gate-Shooting nennt.
Es handelt sich um eine Dual gain Architecture / Dual Native Architecture. Sie sichert eine zweistufige ISO-Invarianz. Erstmals wird die Grenze von 640 ISO auch im Menü angezeigt und ist manuell auswählbar. D.h. es kommt nun nicht mehr zu dem sichtbar hässlichen Rausch-Sprung bei einer ungewollten Überschreitung der Grenze bei ISO 640.
Allerdings findet sich ein Rolling-Shutter-Effekt bei Vollformat und 6K, der zu verbogenen oder schrägen Linien bei bewegten Motiven führt. In anderen (4K-) Modi lässt sich der negative Effekt deutlich reduzieren. Aber dann verliert man wieder viele der Vorteile bei der Bildqualität der eigentlich 6K-Kamera.
Ein Anti-Aliasing-Filter reduziert zwar die Schärfe etwas, aber verhindert Moirés, was in Videos viel wichtiger ist. - Denn Moirés nachträglich in Videos zu korrigieren, ist sehr aufwändig.
Geboten werden 10-bit 4:2:2 interne Speicherung / Daten-Ausgabe - im vollen V-Log-Format. Eine beeindruckende 420 MBit-Ausgabe von 4K unkomprimiert ist nun möglich. Ferner werden z.B. eine H265-Komprimierung für höhere Auflösungen oder höhere Bildraten angeboten. So kann man 6K auf 200 MBit komprimieren. Bei komprimierten Dateien benötigt man allerdings einen extrem schnellen PC zum Video-Schnitt.
Die S1H besitzt ein weitgehend identisches Gehäuse zur S1 und S1R - mit allerdings einem dickeren Rückteil am Display für den nun dort eingebauten Lüfter. Dieser ist in leisen Umgebungen deutlich hörbar und wird vom eingebauten Mikrofon oder ungünstig platzierten externen Mikrofonen aufgezeichnet. Im Profibereit ist man dies gewohnt. Aber Amateure dürften überrascht sein.
Sie besitzt jedoch ein nach links außen klappbares Display, das den Monitor von allen Anschlüssen freistellt und sehr ergonomisch für Video-Aufnahmen ist.
Es werden zwei sehr schnelle UHS-II-Kartenfächer angeboten. Und ein ergonomischerer Ein-Aus-Schalter (als bei der S1 und S1R) befindet sich rechts oben auf der Kamera.
Auch der Mikrofonanschluss / XLR-Eingang wurde optimiert und kann nun weit heruntergeregelt werden, um auch hochempfindliche Mikrofone anzuschließen.
4K mit 60 Bildern kann nur mit Crop aufgenommen werden. 1080 kann man nun bis zu 180 Bilder die Sekunde mit Ton, aber mit Crop aufnehmen, oder 132 Bilder ohne Sensorbeschnitt.
Software-seitig wurde alles aus der GH5 übernommen und teilweise sogar verbessert, wie z.B. die Waveforms, oder die Entfernungsangabe nun endlich im Metern und Fuß, Vector Scopes mit White Balance zusammen, 2 Zebras in unterschiedlichen Richtungen für 2 Einstellungen gleichzeitig auswählbar (z.B. Spitzlichter und Hauttöne). Anamorphic Shooting (eine Art von Bildverkleinerung, aber mit gleichzeitiger Streckung und Dehnung der aufgenommenen Objekte) ist mit nun unterschiedlichen Verhältniszahlen auswählbar.
Allerdings ist der Autofokus noch immer derselbe der anderen alten Panasonic-Kameras, der jedoch in der Video-Praxis beim Vollformat nicht überzeugen kann. Kurzum: Die Kamera ist überwiegend für manuelle Fokussierung gedacht, die im Profibereich sowieso üblich ist.
Ab Ende September 2019 war die Video-Kamera für $3.999 US Doller und Euro verfügbar. Korrekt gelesen: erstmals ohne signifikanten Melkkuhaufschlag für Deutschland.
Für klassische Fotografen bietet die Kamera wenig.
Fazit: Die S1H war (bis Sommer 2020, als die 8K-Canon R5 herauskam) die hochwertigste Video-Profikamera im Bereich Vollformat zu einem (im Vergleich zu Profi-Video-Klasse) noch erschwinglichen Preis.
Die US-Fachzeitschrift DPReview liefert im folgenden Artikel Testbericht S1H auf Englisch, vom 04.02.2020 einen sehr detaillierten Testbericht. Die beiden kanadischen Influencer schildert für DPReview ihre Testergebnisse im Video-Test zur S1H vom 27.08.2019 auf Englisch. Die offizielle LUMIX S1H Pressemitteilung von Panasonic Deutschland. Und schließlich die Kamera selbst LUMIX S Vollformatkamera DC-S1H - Produkt-Beschreibung Panasonic Deutschland. Das deutsche Handbuch und die Firmware-Updates. Sie sollten sich unbedingt immer die neueste Version der Firmware installieren, um Ihre Kamera maximal ausnutzen zu können.
Interessierte finden die offiziellen Informationen beim Hersteller Panasonic Deutschland, die Presseankündigung: LUMIX S1R und S1 - Vollformat ohne Kompromisse Presseerklärung 1 - Vorsicht: Der Text wurde teilweise radebrechend aus dem Englischen übersetzt: Der Autofokus arbeitet mit so wenig Licht wie bemerkenswertem -6 EV.
- Dafür bietet er ganz unten offizielle Abbildungen der Kamera, die aufschlussreich sind. Zu den Objektiven findet sich die Presseerklärung Drei Objektive zur Einführung der LUMIX S Serie. Die S1 DC-S1E-K LUMIX S DSLM Wechselobjektivkamera - die deutschen Herstellerinformationen mit technischen Daten zu dem sehr kompliziert benannten Modell. Alles zur S1R DC-S1RE-K LUMIX S Vollformatkamera - die deutschen Herstellerinformationen mit technischen Daten zu dem sehr kompliziert benannten Modell.
Ferner bietet Panasonic technische Daten zu den Objektiven an: Lumix S-Objektive ebenfalls als deutsche Herstellerinformationen. Zum Schluss noch die Presse-Konferenz (40 Minuten - Englisch), die Panasonic auf der photokina 1 Tag vor der Eröffnung der Messe photokina 2018 hielt.
Bitte beachten Sie, dass Panasonic aufgrund der finanziellen Schieflage 2024 alle S-Modelle aufgab und in das Produktarchiv verschob. Sie waren allerdings noch in großer Zahl neu erwerbbar.
Im Folgenden finden Sie kommentierte Quellen und Belege sowie Analysen für alle Test-Ergebnisse und Kritiken zu Aussagen zur Kamera sowie Anmerkungen zu den jeweiligen Testpersonen. Die positiven wie kritischen Einschätzungen im Artikel werden gestützt durch die hier angeführten Belege und Quellen. Sie sollten auf jeden Fall einen Blick in jene Quellen werfen, oder zumindest die zur jeweiligen Quelle angeführten Details vor einem Kauf beachten.
Die US-Fachzeitschrift DPReview bietet im Artikel Panasonic Lumix DC-S1R review vom 31.07.2019 einen ausführlichen englischen Testbericht zur S1R.
DPReview im nächsten englischen Artikel Panasonic Lumix DC-S1 review vom 25.06.2019 einen ausführlichen Testbericht zur S1 abschließend analysiert und bewertet.
Im nächsten Artikel Panasonic Lumix S1/S1R studio scenes with high-res mode published vom 23.04.2019 wird die Bildqualität beider Kameras in Studioaufnahmen nebeneinander analysiert und bewertet.
Das deutsche Magazin Chip liefert im weiteren Artikel Panasonic Lumix S1R (Profi-DSLM, Praxis-Test) vom 02.02.2019 einen Testbericht, worin beide Kameras analysiert und bewertet werden.
Die Zeitschrift digital camera world bietet im folgenden englischen Artikel Hands on: Panasonic Lumix S1R review vom 01.02.2019 einen Testbericht zur S1R, wobei sie mit Abbildunten der Kamera und Test-Fotos sowie Charts analysiert und bewertet wird.
Digital camera world liefert im englischen Artikel Hands on: Panasonic Lumix S1 review vom 01.02.2019 einen ausführlichen Testbericht zur S1. Dazu finden sich Abbildunten der Kamera und Test-Fotos sowie Charts, um sie zu analysieren und zu bewerten.
Die deutsche Zeitschrift Computerbild testet im nächsten deutschen Artikel Panasonic Lumix S1: Test der Profi-Systemkamera vom 13.04.2019 die S1 - und liefert ein zusätzliches Video.
Der Internet-Auftritt digitalkamera stellt im Artikel Panasonic Lumix DC-S1 und DC-S1R im Detail vorgestellt vom 01.02.2019 kurz beide Modelle vor und liefert Bilder von den Kameragehäusen sowie dem Zubehör.
Das Magazin Techradar liefert im englischen Artikel Hands on: Panasonic Lumix S1R review vom 17.05.201 einen Testbericht zur S1R.
Der Internet-Auftritt trusted reviews liefert im folgenden englischen Artikel Panasonic S1R vom 25.04.2019 einen ausführlichen Testbericht zur S1R.
Die US-Fachzeitschrift DPReview liefert im Artikel Gothic streets and cured meats: shooting the Panasonic S1R in Barcelona vom 07.02.2019 einen englischen allgemeinen Bericht aus der Fotopraxis der S1R mit Beispielfotos in Originalauflösung zum Herunterladen.
Die US-Fachzeitschrift DPReview liefert im Video Panasonic S1H 4K: The Emerald City Soul Club vom 22.01.2020 einen englischen Testbericht zur S1H in der 4K-Video-Praxis.
Die beiden kanadischen Influencer für DPReview bieten im folgenden englischen Film DPReview TV: The Panasonic S1 V-Log Firmware Update vom 10.08.2019 ihre Testergebnisse zur S1 mit Firmware-Update in der 4K-Video-Praxis.
Für DPReview liefern die beiden kanadischen Influencer im Video Panasonic S1 Review vom 27.04.2019 ihre Testergebnisse zur S1 im Fotobereich.
Die beiden US-Influencer Tony & Chelsea Northrup liefern im nächsten englischen Film The TRUTH about the Panasonic S1 & S1R vom 01.02.2019 ihre Testergebnisse, wobei sie beide Kameras S1 und S1R analysieren und kritisch bewerten.
Der deutsche Influencer KROLOP & GERST ist ein fanatische Panasonic-Anhänger und wie manche behaupten teilweise sogar bezahlter Marken-Botschafter, der im folgenden Film Panasonic Lumix S1 Full Review / Praxisbericht Krolop&Gerst vom 01.02.2019 eine erstaunlich unkritische Bewertung abliefert. Er hat sowieso nur die S1 getestet, bietet dafür allerdings eine langatmige, bei uns inzwischen nicht seltene deutsche Jubelpresse, mit Video-Action-Aufnahmen, die definitiv nicht mit dieser Kamera gemacht wurden, sondern mit GH5, GoPro, Unterwasserkameras und Drohnenkameras. Ferner wurden Sigma-Objektive für das Canon EF-Bajonett verwendet. Er gibt auch keinen Hinweis, dass es sich um eine Vorserienkamera handelt. Die an mehreren Stellen im Video gemachten Aussagen zum Autofokus und der Bildschärfe sind nachweislich unzutreffend: a) Er hätte mehrere Tausend Fotos aufgenommen. b) Er hätte fast alles mit dem kontinuierlichen Autofokus aufgenommen. - Bereits das widerlegt er selbst, indem er fast nur Fotos von stehenden Models zeigt. c) Und am Abend beim Überprüfen wären sämtliche Fotos und Videos scharf gewesen. Bereits bei seinen Videos erkennt man, dass der Fokuspunkt ständig wechselt / wandert. Selbst bei den teuersten und modernsten Sport-Kameras (Canon 1DXII, Nikon D5, Sony A9) in Verbindung mit den schnellsten, lichtstärksten, hochwertigsten und teuersten Objektiven gelten Trefferraten von 90+% bereits als sehr gut. Es ist absolut unmöglich, dass alle Fotos scharf sind. Letztendlich widerlegt er sich im Video selbst, indem er angibt, die Kamera hätte bei Mehrpersonenporträts die Zielperson ständig gewechselt und damit den Fokuspunkt (gegen den Wunsch des Fotografen) verlegt. Angesichts dieser nachweislichen Falschaussagen sollten Sie den Rest aller seiner Videos und auch mancher anderer deutscher Jubelvideos kritisch bewerten.
CVP - ein Influencer-Kanal - liefert im folgenden Film Panasonic S1 - In Depth Review auf Englisch vom 01.02.2019 eine zwar auf Video zentrierte, aber sehr detaillierte Analyse zur S1 mit heftiger Kritik am Autofokus und teilweise auch an der momentanen Bildqualität sowie den für Videografen engen Beschränkungen ohne V-Log.
Das Magazin VIDEOAKTIV bietet im Video Hands-on Panasonic Lumix S1: Testaufnahmen der spiegellosen Vollformatkamera auf Deutsch vom 01.02.2019 einen video-zentrierten Test, der ebenfalls die Probleme des AF bei Video zeigt.
Adorama - ein großer US-Händler - stellt in dem kurzen englischen Film Panasonic LUMIX S1R & S1 - Hands On vom 01.02.2019 die beiden Kamera-Modelle S1 und S1R vor, wobei die positiven Seiten betont werden, da er die Modelle schließlich oft verkaufen will.
Wex Photo Video - u.a. ein britischer Foto-Händler - stellt im nächsten englischen Video Panasonic LUMIX S1 - Real-world field test in Snowdonia vom 01.02.2019 die Kamera S1 vor und schildert erste Erfahrungen und Eindrücken. Selbstverständlich betont auch er die vorteilhaften Aspekte, weil auch er das Modell oft verkaufen will.
Der Influencer Richard Wong liefert im Film Can the Panasonic Lumix S1 (S1R) focus? 02.02.2019 auf Englisch Fokustests: Continuous AF im Video-Modus mit erheblichen Problemen bei zwei verschiedenen Blendeneinstellungen, obwohl sich die Person langsam bewegt. Zudem bietet er einen Vergleich zur Z6 Mark I, welche auch eher nur einen mäßig guten Autofokus besitzt, aber dennoch besser abschneidet.
Die beiden kanadischen Influencer für DPReview bieten im folgenden englischen Film DPReview TV: 10 cool things you may have missed about the Panasonic S1 and S1R Series vom 01.02.2019 in einem Studio-Interview ihre Ergebnisse zur S1 und S1R den Zuschauern nahe.
Der US-Influencer Jared Polin liefert im Video OFFICIAL Panasonic S1 / S1R Camera Preview - Can it COMPETE with Nikon, Sony, Canon? vom 01.02.2019 auf Englisch seine Bewertung der beiden Kameramodelle S1 und S1r anhand der Spezifikationen. Er macht weder hier noch später einen Hehl daraus, wie wenig er von der sogenannten L-Mount-Alliance hält, und spiegelt so das Stirnrunzeln und Kopfschütteln vieler Analysten.
Der Influencer Lok Cheung wirft im folgenden englischen Film Panasonic S1/S1R The Ultimate Full Frame? Hands-on First Lok vom 01.02.2019 einen Blick auf die vor allem die S1. Er bespricht allerdings auch das andere Modell.
Der Influencer Darryl Carey zeigt im Video Testing the LUMIX S1R - Photoshoot in Taiwan - With Photos - 4K auf Englisch vom 05.02.2019 seinen Einsatz der S1R bei einem beruflichen Fotoshooting. Dabei verwendet er wirklich alles denkbare Zubehör bis hin zum Hochkantgriff, der Blitzfernsteuerung sowie die besten (und teuersten) Objektive.
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Foto Video Design - Dr. Schuhmacher