Nikon Z5
Nikons Z5 einfach und verständlich erklärt.
Test der Nikon Z5, Analysen zur Z5, Z5-Tests, Testberichte und Kaufempfehlungen zur Nikon Z5.
Ein Inhaltsverzeichnis mit direkten Sprungmarken und Überblick über alle im Artikel der Nikon Z5 behandelten Themenbereiche finden Sie als Pop-Up.
Einleitung
- Am 21. Juli 2020 stellte Nikon - ziemlich lautlos, aber dafür auch kostensenkend - seine neue Z5 vor: eine neue spiegellose Einsteiger-Kamera für das Vollformat.
- Wie die Namensgebung Z5 bereits andeutet, soll sie unter der Z6 platziert werden. Sie zielt auf Einsteiger im Bereich Vollformat ab. Insbesondere soll sie als Konkurrenz zur sehr preiswerten Canon RP gelten.
- Bitte beachten Sie, dass Nikon darauf besteht, dass man das Z amerikanisch ausspricht. Das entspricht in etwa dem deutschen
sieh
mit einem weichen, stimmhaften S - nicht Zett
und auch nicht englisch z sed
. Ferner besteht Nikon darauf, dass eine Leerstelle zwischen Z und 5 ist - also Z 5.
- Von der Z5 liegen inzwischen neutrale Testberichte von Produktionsmodellen vor.
Positives zur Nikon Z5
Vorab gilt auch hier zur Beruhigung: Es handelt sich bei der Z5 um eine ausgereifte, solide Kamera, mit der man auf jeden Fall hochwertige Fotos machen kann.
Alle technischen Daten finden Sie beim Hersteller. - Hier werden nur die wichtigsten und relevantesten Daten für die Fotopraxis beschrieben und bewertet.
Sensor der Z5
- FSI (front side illuminated) CMOS, 35,9 mm x 23,9 mm. Kein hochwertiger BSI-Sensor der Kamera Z6 (backside illuminated - rückseitig belichtet). Man vermutet, dass es sich um den Sensor aus der Sony A7 Mark II (aus dem Jahr 2014) oder der D750 (ebenfalls aus dem Jahr 2014) handelt. Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass es sich um einen Sensor des neuen Chip-Partners TowerJazz handelt. Der Sensortyp FSI zieht oft nach sich, dass die Auslesegeschwindigkeit signifikant geringer ist, was sich bei Serienbildaufnahmen und im Video-Bereich beim Rolling Shutter negativ zeigt.
- Offiziell 24,3 Mega-Pixel. In Wirklichkeit sind es 6.016 * 4.016 = 24,16 MP.
12 oder 14 Bit
(merkwürdiges Originalzitat von Nikon). Aber es ist unklar, wann genau 14 Bit zur Verfügung stehen. Nikon hat leider bereits öfters bei preiswerten Kameras dies eigenwillig beschnitten. Vermutlich meint man 12 Bit (komprimiert) und 14 Bit (unkomprimiertes RAW).
- Die Pixel im Bild-Format 3:2 werden in den Dateiformaten JPEG, NEF (RAW) und RAW compressed (komprimiert mit 12 Bit) angeboten.
- ISO 100-51.200 automatisch und 100-102.400 manuell einstellbar. Kein ISO 50 verfügbar.
- Alle Analysten vermuten einen Low-Pass-Anti-Aliasing-Filter vor dem Sensor, der zwar Moiré verringert, aber auch die Auflösung etwas reduziert.
- Im Gegensatz zu manchen deutschen Fachzeitschriften schreiben alle Analysten weltweit, dass es nicht der identische Sensor wie in der Z6 ist.
- Aufgrund der bekannten Sensordaten vermuten die Meisten eine zwar gute, aber unter der Z6 liegende Bildqualität.
Geschwindigkeit der Z5
- Expeed 6 Prozessor
- Belichtungszeit: herausragende 1/8.000 bis 30 Sekunde mechanisch, aber nur 30 Sekunden bis 1/2.000 Sekunde elektronisch.
- Der mechanische Verschluss ist für 200.000 Auslösungen ausgelegt.
- X-Synchronisation: 1/200 Sekunde mit dem mechanischen Verschluss.
- Serienaufnahmen: 1-4,5 Bilder je Sekunde.
- Bis zu 100 RAWs aufnehmbar, bevor die Kamera verlangsamt.
IBIS der Z5
- 5-Achsen-Verwacklungskompensation in der Kamera, mit bis zu 5 Blenden Vibrations-Ausgleich. Das ist in der Einsteigerklasse herausragend.
Autofokus der Z5
- Hybrid-AF mit 273 Autofokusfelder - aber nur in der Einzelfeldsteuerung.
- Aber nur 231 Punkte Phasendetektions-AF im Video.
- Der Autofokus arbeitet bis -3 EV. Aber ohne den
Autofokus mit wenig Licht
sind es nur -2 EV. Und dies sowieso nur bei ISO 100, einem f/2.0 Objektiv und 20 Grad Celsius.
- Augenautofokus wird unterstützt. Auch der Tier-Augen-AF wird geboten. - Zumindest Hunde und Katzen sind bestätigt.
- Die AF-Felder decken 90% des Suchers horizontal und 90% vertikal ab.
EVF - Elektronischer Sucher der Z5
- Elektronischer 1,27-cm-(0,5-Zoll-)OLED-Sucher mit ca. 3,69 Millionen Bildpunkten (Quad VGA). Das sind 1.280 * 960 Punkte mal den 3 Farben (RGB). Dieser ist laut Tests (der darin identischen Z6 und Z7) zwar hochwertig, aber derzeit nicht mehr Spitzenklasse. Aber für die derzeitigen Einstiegskameras ist er gut.
- Auch wenn fast alle Quellen behaupten, dass es exakt derselbe elektronische Sucher der Z6 und Z7 ist, so liegt der Unterschied in der Optik, welche dahinter / davor liegt. Diese optischen Linsen wurde bei der Z5 abgespeckt.
- Farbabgleich sowie automatischer und 11-stufiger manueller Helligkeitssteuerung wird geboten.
- Vergrößerung: ca. 0,8-fach. Dies ist größer als bei Canon.
- Lage der Austrittspupille / Augenabstand: 21 mm (bei -1,0 dpt). Dies ist hochwertiger als bei Canon und dürfte mehr Brillenträger zufriedenstellen.
- Der Augensensor erlaubt eine automatische Umschaltung zwischen Monitor und Sucher durch Annäherung des Fotografen an den Sucher.
- Ein manueller Dioptrienausgleich am EVF erlaubt -4 bis +2 m-1 (Dioptrien).
- Der elektronische Sucher bietet keine 100+ Bildwiederholung je Sekunde und neigt somit zu verzögerter Darstellung im Vergleich zu modernsten EVFs anderer Kameras.
Rückwärtiges Display der Z5
- Rückwärtiges Display mit einer Bilddiagonalen von 8 cm (3,2 Zoll) mit zahlreichen Touch-Funktionen.
- 1,04 Millionen Bildpunkten. Das sind nur 720 * 480 Pixel * 3 Farben. Das ist nur die Hälfte der Auflösung des rückwärtigen Displays der Z6.
- Klappbares Display: 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten.
Gehäuse der Z5
- Maße aufgerundet: 134 × 101 * 70 mm. Die Z5 ist somit nur minimal (2 mm dicker) größer als die Z6/Z7.
- Gewicht: 675 g - wie immer gemessen mit 1 Akku und 1 Speicherkarte, aber ohne Gehäusedeckel. Das Gewicht der Z5 entspricht somit der Z6.
- Betriebsbedingungen: 0-40 Grad Celsius und maximal 85% Luftfeuchtigkeit
- Polycarbonat-Gehäuse. Aber im Inneren besitzt die Z5 einem Magnesium-Rahmen sowie oben und vorne Metallteile. Vor allem unten und hinten findet sich Polycarbonat.
- Staub-, Wetter und Spritzwasserschutz auf dem hohen Niveau der Z6 und Z7.
- Ein klassisches Moduswahlrad liegt auf der Schulter rechts oben.
- Ansonsten sind die Schalter und deren Platzierung wie bei der Z6 (inklusive Joy-Stick) - also ergonomisch.
- Kein Statusdisplay auf der Schulter rechts oben.
Konnektivität der Z5
- Zwei SD-Kartenfächer für schnelle SDHC- (UHS-II-) Karten.
- HDMI-Anschluss (Typ C = micro HDMI).
- USB 3.2 Gen 1 (5 GBit/sec)
- Audioeingang: 3,5-mm-Klinkenbuchse (Stereo, mit Stromversorgung).
- Audioausgang: 3,5-mm-Klinkenbuchse (Stereo).
- Zubehöranschluss: für Kabelfernauslöser MC-DC2 etc.
- Wi-Fi (Wireless LAN): altes IEEE 802.11b/g/n mit nur 2.412 bis 2.462 MHz (Kanal 11)
- Die Z5 erhält nur das veraltete Bluetooth 4.2. Dadurch erfolgt die Kontaktaufnahme zu anderen Geräten sowie Datenübertragung langsamer. Persönlich bleibt es mir ein Rätsel, warum man auch 2020 bei diesem für viele junge Menschen wichtigen Punkt Konnektivität noch immer (mit veralteter Technik) spart. Das lässt sich niemals software-technisch nachrüsten.
Zubehör zur Z5
- Die Z5 verwendet einen neuen EN-EL15C-Akku. Er soll an der Z5 390 Bilder mit EVF bieten und 470 mit rückwärtigem Display.
Angeblich sollen bis zu 2 Stunden Video-Aufnahmen mit einer Akkuladung möglich sein. Allerdings wird nicht angegeben, welche Art von Video.
- Die Z5 / der neue Akku ist zwar rückwärtskompatibel zu den alten EN-EL15. Aber jene (a/b) liefern weniger Strom für folglich weniger Fotos.
- Der Akku kann mit USB aufgeladen werden, und die Z5 kann mit USB-Stromversorgung betrieben werden.
- Multifunktionshandgriff MB-N10 (aufpreispflichtig), der aber nur ein Akkupack ist, nimmt zwei Akkus vom Typ EN-EL15c auf.
- Funktionsloser Zusatzgriff unten, der u.a. Platz für den kleinen Finger bietet: Z-GR1 extended grip (ARCA-Swiss-kompatibel).
- Z-VP1 vertical bracket - eine Art Winkel-Schiene.
- Optional MC-DC2 Kabelanschluss anschließbar.
- Optional WR-R10 Funkverbindung anschließbar.
Messverfahren
- Bei allen in Hersteller-Broschüren zu findenden Daten handelt es sich um Laborwerte.
- Sie gelten nur unter Idealbedingungen. Dazu gehören
- exakt zur Kamera und für das Bajonett passende, modernste, lichtstarke, teure Objektive
- bei Offenblende verwendet
- im Labor unter genormtem, gleichbleibendem - meist extrem hellem - Licht
- meist auf einem speziellen Stativ montiert
- schnellste, größte und teuerste Speicherkarten
- modernste, voll aufgeladene Akkus
- bestimmte Menüeinstellungen
- bei ganz bestimmten Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerten
- etc.
- Die von der CIPA vorgegebenen Messkriterien sind meist sehr streng und werden von japanischen Technikern überwiegend genau beachtet. Ganz im Gegensatz zu einst angesehen europäischen Institutionen wie TÜV, Stiftung Warentest oder die französische DXO, die seit Jahren in der Kritik stehen.
- Daraus folgt, dass die Messergebnisse durchaus
wahr
sind. Das wird ggf. von der CIPA nachgeprüft. Aber es handelt sich nicht desto trotz um Maximalwerte.
- Während früher bei DSLRs der mechanische Spiegel oft der begrenzende Faktor war, so sind es bei den modernen spiegellosen Hochleistungs-Kameras meist die Objektive mit ihren Autofokusmotoren sowie Blendenmechanismen.
- Deshalb weise ich auch ständig darauf hin, dass man moderne Kameras nur mit modernsten Objektiven, Akkus, Speicherkarten etc. wirklich ausreizen kann. Das gilt für alle Modelle aller Sensorklassen aller Hersteller.
- Wer hingegen z.B. als
Altglassammler
Objektive an Adaptern an diesen modernen Kameras verwendet, kann sämtliche Messwerte getrost vergessen. Ähnliche Einschränkungen betreffen ältere Akkus und langsame oder kleinere Speicherkarten.
- Aber bereits lichtschwächere Objektive, oder Objektive, die man in der Fotopraxis abblendet, werden signifikant schlechtere Messergebnisse liefern.
- Hinzu kommt die Serienstreuung der Produktionsqualität aller am Gesamtsystem beteiligten Einzelkomponenten, die sich neutralisieren aber auch in einer positiven wie negativen Richtung aufsummieren kann.
- Daraus folgt letztendlich, dass Sie in Ihrer alltäglichen Fotopraxis geringere Werte erhalten werden - bei allen Modellen aller Hersteller.
- Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass pauschale Aussagen mancher Tester in Foren, Fachzeitschriften oder auf YouTube ohne genaue Angabe alle verwendeten Testverfahren (und Einstellungsdetails) nur eingeschränkt verwendbar sind.
- Weil mir immer wieder diese Frage gestellt wird: Alle Messergebnisse sind wahr und zutreffend, betreffen jedoch meist ganz bestimmte Rahmenbedingungen. Meine Erfahrung ist, dass diese noch nie exakt auf meine Fotopraxis zutrafen. Meine Ergebnisse lagen immer unter den Herstellerangaben, aber immer über denjenigen der heftigsten Kritiker.
- Bitte beachten Sie abschließend Ihre eigenen fotografischen Anforderungen: Manche Werte können traumhaft gut oder manche Kritiken vernichtend ausfallen. So lange diese Punkte für Sie und Ihre persönlichen Foto-Stile irrelevant sind, sollten sie auch Ihre Bewertung in keiner Weise beeinflussen.
Einschränkungen / Nachteile bei der Nikon Z5
Selbst, wenn wir uns bei Vollformat-Sensoren in der sogenannten Königsklasse
befinden, so finden sich Unterschiede zu anderen Modellen und anderen Herstellern, die man deutlich benennen muss. Es handelt sich zwar um Leiden auf höchstem Niveau. Aber jede Person sollte sich die Einschränkungen vor dem Kauf zumindest klarmachen.
- Die Touch-Funktionen sind im Vergleich zu Canon eingeschränkt.
- Das Modus-Wählrad rechts oben lässt sich nicht blockieren und kann somit unbeabsichtigt verstellt werden.
- Es sind keine Intervallaufnahmen möglich.
- Fokus Stacking wird zwar laut englischem Handbuch (Focus shift shooting) angeboten, aber in einer eingeschränkten Version, wie zahlreiche Fotografen in den USA bestätigten.
- Die Web-Cam-Software /-Funktionalität über USB-C ist derzeit nur unter Windows gegeben.
- Das rückwärtige Display besitzt keine automatische Helligkeitsanpassung an die Umgebung.
- Derzeit sind keine internen Fotoformate 4:3 oder 4:5 verfügbar.
- Keine beleuchteten Schalter für die Nachtfotografie vorhanden.
- Der Augenautofokus bei Nikon ist auch in der neuesten Firmware-Version nicht wirklich so performant wie bei Canon oder Sony.
- Maximal 4,5 Bilder in der Sekunde im Labor ist ein guter Wert (für eine Einsteigerkamera), aber macht einige Fotostile wie Sport- oder Tierfotografie sehr schwierig bis unmöglich.
- Das Autofokus-System wird von immer mehr Testern bemängelt, da es nicht immer auf das offensichtliche Motiv (selbst, wenn es sich in der Mitte des Ausschnittes befindet) scharf stellt. Da muss man dann manuell nachhelfen, was bei der Bezeichnung
Auto-
Fokus natürlich erstaunt.
- Alle bekannten Tester stellten fest, dass der Autofokus bei wenig Licht demjenigen der Z6 signifikant unterlegen ist.
- Laut Labortest der Fachzeitschrift fotoMagazin ist der Rauschfilter bei JPEGs sehr aggressiv eingestellt, was zu sichtbarem Detailverlust führt, und sollte deshalb vom Fotografen manuell zurückgestellt werden.
- Der Verschluss ist relativ laut - manchen Testern zu laut.
- Manchen Brillenträgern ist der Sucher - das EVF - zu klein.
- Im hohen ISO-Bereich nimmt die Dynamik drastisch ab, sodass man Schatten nur noch in geringerem Umfange aufhellen kann, als bei niederen ISO-Werten.
- Das Focus-Peaking - also die Funktion den scharfen Bereich im Bild / Sucher / auf dem Display anzuzeigen - kann einige Tester nicht überzeugen. Das schränkt den Gebrauch manueller Objektive ein.
- Das zentrale Menü der eigenen Einstellungen ist in zu geringem Maße frei konfigurierbar.
- Hinweis: Bei allen Z-Kameras (dem ganzen Z-System) mit einem mechanischen Verschluss gilt, dass dieser bei vielen Objektiven - vor allem denjenigen neuen der Z-/S-Modelle mit VR - ausgegraut wird und nicht benutzbar ist. Dort wird ohne Wissen des Fotografen der A-Modus (=EFCS) verwendet. Dies macht sich unter anderem sichtbar in einem unruhigen Bokeh des dann verwendeten Automatikmodus (= EFCS - elektronischer Verschluss am Anfang der Belichtung) bemerkbar. Siehe hierzu meine allgemeinen erklärenden Bemerkungen und den zweiten Hinweis.
Bitte beachten Sie: Einige der hier angegebenen Kritikpunkte können per Software - also Firmware-Update - leicht nachträglich optimiert respektive korrigiert werden. Bisher hat Nikon das bei seinen neuen spiegellosen Kameras auch getan.
Video der Z5
Die folgenden Angaben sind für Videografen. Wenn Sie als Fotograf diese technischen Fachausdrücke teilweise nicht verstehen, dann benötigen Sie diese Dinge derzeit auch (noch) nicht.
- 4K UHD: 3.840 * 2.160 Pixel bei 30 Bilder je Sekunde. Ferner werden auch Bildfrequenzen 25p und 24p geboten.
- Full-HD in 1.920 * 1080 Pixel mit 60p, 50p, 30p, 25p und 24p.
- H.264/MPEG-4 für die Dateiformate MOV und MP4.
- In die Z5 integriertes Stereomikrofon.
- Focus-Peaking
- Eine Quelle (US-Händler B&H) behauptet, dass die Z5 auch Zebra-Warnungen bietet. Im deutschen Handbuch kann ich davon jedoch nichts finden.
Die Video-Leistungen sind für überwiegende Fotografen brauchbar, aber keine herausragenden Kaufargumente.
Einschränkungen:
- Es erfolgt ein 1,7-facher Crop bei 4K. Nur Full HD verwendet die ganze Sensorbreite (= ohne Beschnitt). D.h. es wird beim Wechsel von Foto zu Video-Modus eine Neukomposition des Bildes erforderlich. Und selbst Weitwinkel-Objektive werden bei einem Crop-Faktor / Multiplikator 1,7 zu Normalobjektiven.
- 60 Bilder in der Sekunde (auch nur bei Full-HD) sind im Grunde keine Zeitlupenfunktion.
- Kein Log - vor allem kein N-Log 10-bit 4:2:2 output.
- Micro-HDMI gilt als anfällig. Aber externe Recorder sind bei der Z5 sowieso nicht vorgesehen.
- Keine Zebra-Warnungen.
- Ohne schwenkbares rückwärtiges Display kaum für Vlogger geeignet.
- Angesichts einer maximalen Aufzeichnungsrate von 144 Mbps intern (selbst bei 4K) darf man keine Wunderdinge von der Videoqualität erwarten.
- Länge eines Videos am Stück / Movie-Länge: Maximal 29 Min. 59 Sek. Das liegt nur an der EU-Gesetzgebung aus dem Jahre 2006, welche ab 30 Minuten ausländische Kameras mit 5-14% Strafzoll (Punkte 8525 80 9 ff. auf Seite 36) belegt.
- Ernsthafte Videografen sollten zur Z6 greifen.
- Im November 2020 bot Nikon ein weiteres Firmware-Update an, das kleine Probleme behob.
Diese Kamera zielt offensichtlich nicht auf reine Videografen.
Verfügbarkeit und Preise der Z5
- Die Nikon Z5-Kamera war ab 27. August 2020 für US$ 1.399 (mit Kit 24-105 mm sind es 1.699) verfügbar.
In Deutschland war sie ab dem 27.08.2020 für 1.851,13 Euro verfügbar. Der lächerliche Betrag kommt durch die in der zweiten Jahreshälfte 2020 festgelegten 16% Umsatzsteuer zustande. Mit 19% kostete sie ab 01.01.2021 wie geplant 1.899 Euro. Vorsicht: Der FTZ-Adapter kostet nochmals Aufpreis: Damit sind sie bereits heute bei fast 2.000 Euro.
Kauf bei Nikon Deutschland
- Bis Ende September mussten Käufer in Deutschland zwangsweise das für fast alle Fotografen völlig wertlose Kit-Objektiv 24-50 mm f4 - 6,3 für 467 Euro mitbestellen. Davon rate ich ab.
Inzwischen hat Nikon diesen Zwang erfreulicher Weise aufgehoben und verkauft das reine Gehäuse der Z5 für 1.558,69 Euro.
- Von dem standardmäßig zur Z5 angebotenen lichtschwachen Kit-Objektiv Nikon 24-50 mm f4 - 6,3 (467 Euro) kann ich für die Z5 nur abraten. Das dazu passende Kit-Objektiv sollte schon das mit durchgehender Blende f4 NIKKOR Z 24-70 mm 1:4 S sein. Sie werden den Unterschied sehen und bei wenig Licht auch spüren.
Noch sinnvoller für die Zielgruppe der Z5 ist das NIKKOR Z 24-200 mm 1:4 6,3 VR - für allerdings fast 1.000 Euro.
- Bei Amazon: Nikon Z5 - nur Gehäuse oder mit Kit-Objektiven.
- Bei Idealo: Nikon Z5.
Markteinschätzung Nikon Z5
Bei der Beurteilung der Nikon Z5 muss man zwei Bereiche unterscheiden:
Video
- Die Z5 kann auch Video. Aber die Einschränkungen in der Praxis sind erheblich.
- Die Z5 ist eher für schwerpunktmäßige Fotografen gedacht, die nur gelegentlich auch einmal ein Video aufnehmen wollen.
Foto
- Zwei Kartenfächer, IBIS, Wetterschutz und der in dieser Einsteigerklasse relativ hochauflösende elektronische Sucher sind Pluspunkte gegenüber der Konkurrenz. Das insgesamt eher mäßige rückwärtige Display stellt hingegen eher einen Nachteil dar.
- Verglichen mit der 6 Jahre alten Sony A7 Mark II und der eineinhalb Jahre alten Canon RP bietet Nikons Z5 in einigen Bereichen die bessere Technik.
- Ob sich der höhere Preis im Vergleich zur Canon RP für alle Fotografen lohnt, wird die Marktentwicklung zeigen.
Meinungen zur Z5
- Natürlich kursierten von der ersten Minute der offiziellen Präsentation an wilde Meinungen über die Z5 von Nikon im Internet, vor allem bei YouTube und den Foto-Foren.
- Alle Gegner und (bezahlten) Trolle argumentierten sofort auf den üblichen Schienen:
1. Bessere Technik hin oder her - die Kamera ist zu teuer.
- Korrekt ist, dass die Nikon Z5 teuer ist. Die Gründe sind jedoch vielfältig:
- Nikon verlangt als eine der großen etablierten Firmen, welche sich die technische Führerschaft auf die Fahne geschrieben hat, immer höhere Preise. Wer sich das nicht leisten kann, ist einfach zu arm für diese Marke oder zumindest dieses Kamera-Modell.
- Im Übrigen hat es auch ökonomische Vorteile, bei einer etablierten Marke etwas mehr zu bezahlen. Denn dieser Kamerahersteller wird die schwerste Krise der Foto-Wirtschaft überleben. Wer bei kleinen Firmen wie Olympus kauft, muss damit rechnen, dass eine Investment-Gesellschaft die angeschlagenen Firmenreste des Imaging mit allen Kameras zerschlägt. Das sind dann statt 10-20% Aufpreis bis zu 100% Verlust.
- Die Technik der Z5 ist derzeit in einigen für die praktische Fotografie relevanten Bereichen der Konkurrenz - im Einsteigersegment - überlegen. Dies rechtfertigt einen höheren Preis. D.h.: Wer etwas anderes erzählt, hat technisch in der Fotografie keine Ahnung.
- Vor allem hat auch Nikon in den letzten Jahren kommuniziert, dass man nicht mehr am fotografischen Prekariat interessiert ist, sondern sich mit allen neuen Produkten bei Vollformat auf reichere Kunden konzentrieren wird.
- Überdies sind die Wechselkosten horrend. Das umfasst nicht nur die gesamte Hardware, von Kameras, Objektiven über Akkus, Blitzgeräten, Speicherkarten etc., sondern meint auch den Zeitaufwand zum Neueinlernen in ein anderes System eines anderen Herstellers. Daraus folgt, dass hochinvestierte Nikon-Fotografen den Mehrpreis tragen werden, weil die Alternativen - ganzheitlich gerechnet - viel zu teuer sind. Das gilt auch für Canon, Sony, Fuji, Pentax. Darum prüfe, wer sich ewig bindet.
- Hinzu kommt, dass sich der Preis an Nikons eigenem Produkt-Angebot der im Oktober 2020 erschienenen - wesentlich teureren - Z6 II orientiert.
- Letztendlich werden hier absichtlich populistisch und vorsätzlich betrügerisch zwei Preise miteinander verglichen: Die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP, MSRP) des Herstellers eines neuen Produktes werden mit den Straßenpreisen / Marktpreisen von seit Monaten oder sogar Jahren auf Halde produzierte Kameras verglichen, die in der Krise weniger gekauft wurden, die folglich massiv im Preis unterhalb des ursprünglichen empfohlenen Verkaufspreises des Herstellers liegen. - Die Straßenpreise der neuen Z5 werden sinken. Vor allem im Set mit dem interessanten Zoom-Objektiv 24-200 mm war der Preis im Jahr 2021 bereits erträglich.
- Angesichts der Gesamt-Systempreise (vor allem - aber nicht nur - die hochwertigen Objektive) erlaube ich mir auch den unmissverständlichen Hinweis an die Kritiker: Wer in der Vollformat-Klasse - der Königsklasse - nur wegen ein paar hundert Euro an der Kamera herumnörgelt, der ist im Bereich Vollformat schlichtweg fehl am Platz. Das meine ich ganz zu Ihrem persönlichen finanziellen Schutz. Wer den Kamerapreis als Hindernis anführt, wird in anderen Sensorklassen mehr Freude an der Fotografie zu geringeren System-Kosten finden.
Fazit:
- Pauschale Verallgemeinerungen sind gefährlich und treffen fast nie auf Sie persönlich zu. Lassen Sie sich deshalb keinen Unsinn von (bezahlten) Trollen einreden, sondern schalten Sie Ihr Gehirn ein und denken Sie selbst über Ihre eigene Foto-/Video-Situation nach.
- Ob Sie sich das Gebotene jetzt schon leisten wollen / können, ist eine andere Frage.
Aussichten der Z5
- Als Canon Anfang 2019 seine RP als preiswerten Einstieg in das spiegellose Vollformat anbot, war es ein Coup, weil es den von Sony eingeleiteten Preiskrieg unerwartet beantwortete. Dies galt insbesondere, weil der Preis bereits damals sehr niedrig war und zudem stetig fiel. Zur Einführung der Nikon Z5 lag der Preis der RP in den USA samt Kit-Objektiv und Adapter bei unter 900 US$ (ca. 800 Euro). Dazu gaben die Verkäufer oft noch einiges Fotozubehör kostenlos obendrauf.
- Nikon tat sich da als Nachzügler etwas schwerer. Nach eineinhalb Jahren eine signifikant teurere Kamera (ohne Adapter) im Einstiegsbereich anzubieten, war in Corona-Zeiten schwierig. Dies gilt vor allem im Hochpreisland Deutschland.
- Allerdings war vom Hochpreisanbieter Nikon nichts anderes zu erwarten. Nikon benötigt dringend das Geld. Es kann keine wirklichen Dumping-Angebote unterbreiten.
- Nikon musste allerdings im Einsteigersegment etwas anbieten, um eigene Marktanteile zu halten respektive verloren gegangene wieder zurückzugewinnen. - Zur Klarstellung: Unter 2.000 US$ werden die meisten Kameras verkauft. In diesem Preissegment wird der meiste Umsatz und auch der meiste Gewinn erzielt. - Im Laden spielen bei vielen Käufern nicht die technischen Spezifikationen, sondern der Preis die ausschlaggebende Rolle.
- Falls europäische Leser und vor allem Deutsche das nicht verstehen: Die Z5 wurde eindeutig (wie fast alle Kameras) auf die USA konzipiert.
- Im Sommer 2020 sah ich aus mehreren Gründen einen schwierigen Marktstart voraus, der sich inzwischen bestätigte:
- Die pandemiemitverursachte Weltwirtschaftskrise dämpfte die Kauflaune. Die Anzahl der Aufsteiger / Wechsler hielt sich somit bisher eher in Grenzen. Die ehemaligen Bestandskunden (nicht nur) aus dem Vollformatbereich sind nämlich bereits zur Z6 und Z7 gewechselt.
- Es existierten bis Ende 2020 keine passenden Amateur-Zoom-Objektive am Vollformat für dieses Einsteigerkamera (z.B. f4 24-105 mm oder f4-5,6 24-240 mm) bei Nikon.
- Sonys aktuelle Einsteiger-Kamera A7 Mark III ist technisch überlegen. Erschwerend kommt hinzu, dass bald die Nachfolgerin Mark IV herauskommen wird. Dann wird der Preis der Mark III weiter sinken. Überdies sind dort viel mehr und preiswertere Objektive für das Sony-Bajonett verfügbar. Die Zahl der Neueinsteiger und Marken-Wechsler hin zu Nikons Z5 wird sich folglich in Grenzen halten.
- Überdies überschwemmten bereits im Frühjahr 2020 (weltweit gesehen) erstaunlich viele unzufriedene Nikon Z6-Besitzer den Gebrauchtmarkt mit ihren ca. 1 Jahr alten Kameras zu vergleichbaren Preisen oder teilweise unter der Z5 neu. Sogar Idealo.de bot 2020 die Z6 neu für 1.400-1.500 Euro an (hier Screen-shot vom 22.07.2020). - Anfang Oktober hatten einige Händler diese völlig falsche Preisgestaltung erkannt, und verkauften die Z5 preiswerter - also unter der offiziellen Nikon-Preisvorgabe (inklusive Versand waren es am 06.10. 1.489 Euro).
- Die bis Ende September in Deutschland praktizierte Zwangsverknüpfung mit dem für fast alle Fotografen unbrauchbaren 24-50 mm Zoom verteuerte die Kamera Z5 um fast 500 Euro. Inzwischen ist die Kamera auch in Deutschland als Gehäuse alleine erhältlich.
- Dennoch wird die Z5 mittel- bis langfristig ein Erfolg:
- Selbstverständlich werden einige Neukunden und Aufsteiger aus dem nun auch von Nikon vernachlässigten APS-C-Bereich der Kameras mit Spiegel (DSLR) die Z5 kaufen.
- Die Z5 ist eher als langfristiges Positionierungs-Modell anzusehen, nach dem Motto: Wir bieten auch eine (für Nikon betrachtet) relativ preiswerte Einstiegskamera in den Vollformat-Bereich.
- Es zieht somit die alte eigene APS-C-Kundschaft an. Mittelfristig wird die Z5 - zu dann geringeren Kosten - sicherlich ein Erfolg werden.
- Die Z5 ist und bleibt die preiswerteste spiegellose Vollformat-Kamera von Nikon. - Trotz aller anderen Beteuerungen entscheidet im Geschäft bei der Kaufentscheidung erstaunlich oft der Preis.
- Die Nikon-internen Wechsler / Aufsteiger zur Z5 werden spürbar zunehmen, sobald einmal ausreichend wirklich brauchbare, preiswerte S-Objektive = Consumer-Zooms (real beim Endkunden) verfügbar sein werden.
- Letztendlich wird sich die Z5 auch zu einer Reserve-Kamera für Berufsfotografen entwickeln, da sie fast identische Schalter und Ergonomie aufweist sowie dieselben Objektive und Akkus verwendet, wie die spiegellosen Z6 und Z7. - Und dazu 2 Kartenfächer bietet.
- Anfang August 2020 half Nikon in einigen Regionen dem Erfolg etwas nach, indem es bis Ende September 2020 einen 100 US$ Bonus und die Inzahlungnahme einer beliebigen alten Kamera beim Kauf der Z5 anbot.
Deutsche Herstellerinformationen - Nikon zur Z5
Weitere Informationen zur Z5
Bitte beachten Sie bei den zahlreichen englischen Testberichten über die Z5, dass sich die Euphorie auf den dort drastisch niedrigeren Preis bezieht. Dies gilt umso mehr, als in den USA der Preis der überlegenen Z6 signifikant höher liegt. Zum hohen deutschen Preis würden die Kommentare zur Z5 dort verhaltener ausfallen.
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