Bokeh

vg

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Bokeh der Objektive.

Bokeh gehört zu den seit ca. zwei Jahrzehnten in Foren hitzig und strittig diskutierten Themen, wobei sich wenig Fachwissen mit viel Unwissen paart. Deshalb finden interessierte Fotografen hier einen auf allen mir zugänglichen wissenschaftlichen Fakten beruhenden Artikel zu Bokeh und den technischen Hintergründen. Ferner erfahren Fotografen, was Bokeh in der Praxis bewirkt, wie man Bokeh einsetzen und wie man dessen Nachteile verhindern oder zumindest einschränken kann.

Wie immer erkläre ich alles rund um das Thema Bokeh ohne mathematische oder physikalische Formeln einfach und für jeden verständlich.

Ein Inhaltsverzeichnis mit direkten Sprungmarken und Überblick über alle bei Bokeh behandelten Themenbereiche finden Sie als Pop-Up.

Medizinischer Warnhinweis über die Nebenwirkungen vorab: Wer keinen psychischen Schaden nehmen will, Bokeh nicht kennt und weiterhin froh fotografieren möchte, sollte den folgenden Artikel nicht lesen. Sie werden das hier Gelernte nicht mehr vergessen können.

Definitionen Bokeh

Ok. Sie sind hart im Nehmen. - Also los. Fangen wir mit etwas Einfachem an, das die Fotografie von den Menschen und der realistischen Malerei oder der Zeichenkunst unterscheidet.

Der gesunde Mensch nimmt seine Umwelt scharf wahr - den Vordergrund, das Motiv im Mittelgrund und den Hintergrund. Und auch der realistische Maler und Zeichner malt scharfe Gemälde. Die Objekte werden sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund eines Motivs in beiden Fällen nicht unscharf. Sie werden mit zunehmender Entfernung nur kleiner. Oder der Maler gestaltet ihm weniger wichtige Dinge mit nicht so ins Auge fallenden Farben oder mit weniger Details. Der Fotoapparat kann dies nicht. Der Fotoapparat oder der Fotograf fokussiert sich auf ein Motiv - er wählt selektiv aus -, um diese Auswahl (= Fokusebene) scharf abzulichten. (Wir sehen hier einmal von den extrem seltenen plenoptischen Kameras ab.) - Als Folge wird alles hinter und vor dieser Fokusebene immer unschärfer. Technisch spricht man hierbei vom sogenannten Zerstreuungskreis, der immer größer wird. Dabei gehen für das menschliche Auge des Foto-Betrachters alle Details zunehmend ineinander über, bis sie nicht mehr erkennbar sind. Auch alle Farben vermischen sich zunehmend, aber die Gesamthelligkeit des Hintergrundes und des Vordergrundes bleiben erhalten.

Wortbedeutung und Geschichte

Bokeh in 3 Schreibweisen auf Japanisch

Bokeh: 3 Schreibweisen auf Japanisch

Mathematik, Physik und Physiologie

Bisher vergebene Liebesmüh.

Im Grunde wäre damit der naturwissenschaftliche Artikel beendet. Aber man kann sich einem nicht messbaren optischen und physiologischen Phänomen auch auf andere Weise wissenschaftlich nähern.

Unterscheidungen

Bokeh als Verlauf - allgemeine oder weite Definition von Bokeh

Bokeh als Verlauf - allgemeine oder weite Definition von Bokeh. Hier wurde mit einem 100 mm Makro-Objektiv ein Zollstock fotografiert. Abgesehen von der Blende sind alle Einstellungen identisch, und die Fotos wurden identisch bearbeitet.
Es handelt sich um Aufnahmen von links nach rechts, erste Reihe: f2,8 - f4 - f5,6 - f8
Zweite Reihe: f11 - f16 - f22 - f32.
Man erkennt deutlich, wie die Tiefenschärfe / Schärfentiefe zunimmt. Spätestens bei f22 wird die Schärfe jedoch durch die Beugung wieder sichtbar reduziert. (Diesen Beugungseffekt könnte man zwar durch massive Nach-Schärfung deutlich mildern. Aber hier wurden alle Fotos exakt gleich geschärft, um die realen Veränderungen darzustellen.)
Bokeh in der allgemeinen Form betrifft die Art des Übergangs von Scharf zu Unscharf.

In den Diskussionen werden heute unbewusst zwei Definitionen von Bokeh verwendet, wodurch es zu ständigen Missverständnissen kommt.

  1. Bokeh meint einerseits den allgemeinen gesamten Schärfeverlauf des Fotos. D.h. den Übergang des scharfen Bereiches des fokussierten Objektes bis hin zu den weit von dieser Fokusebene entfernt liegenden unscharfen Bereichen im Vorder- und Hintergrund. Ich möchte dies die allgemeine oder weite Definition von Bokeh nennen. (Siehe Foto oben.)
  2. Bokeh meint andererseits die exakte Ausformung von punktförmigen Lichtquellen auf Fotos, deren Quelle außerhalb des scharfen Bereiches des liegen - also in den unscharfen Bereichen im Vorder- und Hintergrund helle Glanzlichter bilden. Ich möchte dies die spezielle oder enge Definition von Bokeh nennen. Im Englischen nennt man dies vereinzelt auch Hollywood type Bokeh. Mit dieser letzteren engen Definition beschäftigt sich dieser Artikel. (Siehe Foto unten.)
Bokeh als Verlauf - allgemeine oder weite Definition von Bokeh

Bokeh als exakte Ausformung von punktförmigen Lichtquellen auf Fotos, deren Quelle außerhalb des scharfen Bereiches des liegen = spezielle oder enge Definition von Bokeh. Hier wurden verschiedene Versionen von mir zusammengestellt.

Grundsätzliche Anmerkungen zu Bokeh

Vorkommen von Bokeh

Wann tritt Bokeh besonders sichtbar in Erscheinung

Oder: Wie kann man Bokeh bewusst erzeugen?

Die Rahmenbedingungen für allgemeines sowie spezielles Bokeh sind generell: geringe Schärfentiefe / Tiefenschärfe und große Unschärfe. Dies kann man auf folgende Weisen erzeugen:

Für das spezielle Bokeh sind weitere Punkte hilfreich:

Für das eher seltene Vordergrund-Bokeh:

Alle Einzelpunkte gelten immer, sofern man die anderen Faktoren / Rahmenbedingungen gleich hält respektive in gleicher Richtung verwendet. D.h. man kann natürlich alle obigen Punkte zusammen verwenden, um den Bokeh-Effekt zu maximieren.

Selbst, wenn Sie keine sündhaft teuren Lichtriesen mit f1,2 als Objektive besitzen, können Sie mit den anderen obigen Tipps durchaus Bokehs erzeugen. Das gelingt sogar mit billigen Pocketkameras.

Wann tritt Bokeh kaum sichtbar in Erscheinung?

Oder: Wie kann man Bokeh bewusst vermeiden?

Die Rahmenbedingung ist generell: große Schärfentiefe / Tiefenschärfe. Dies kann man auf folgende Weisen erzeugen:

Alle Einzelpunkte gelten immer, sofern man die anderen Faktoren / Rahmenbedingungen gleich hält respektive in gleicher Richtung verwendet. D.h. man kann natürlich alle obigen Punkte zusammen verwenden, um den Bokeh-Effekt zu minimieren.

Selbst, wenn Sie Objektive mit einem subjektiv für das Motiv ungeeigneten Bokeh besitzen, können Sie mit den obigen Tipps durchaus hochwertige Bilder erzeugen. Das gelingt sogar mit billigen Kameras und einfachen Kit-Objektiven.

Einsatz von Bokeh

Blendenform

Das Bokeh wird durch die Konstruktion der Objektive beeinflusst.

Vielecke in einem Kreis

Vielecke in einem Kreis: 3-, 4-, 5-, 6-, 7-,
8-, 9-, 10-, 11- und 19-Eck der Blendenform.

In der Theorie wünscht man sich kreisrunde Blendenöffnungen bei jeder gewählten Blendenzahl, da die Kreisform die wenigsten und unauffälligsten Veränderungen mit anderen Objektiven erzeugt.

In der Praxis ist dies allerdings erheblich komplizierter:

Überschneidungen mit Farbveränderungen

Überschneidungen mit Farbveränderungen, die zu völlig neuen elliptischen Formen führen, welche dann doch stören, obwohl die ursprünglichen Kreise fast ideal rund waren.

Und nochmals: Diese Iris-/Blendenform erkennt man nur bei Verwendung des engen Begriffes von Bokeh mit exakt runden Punkt-Lichtquellen als Motiv. Ich will diese zur Verdeutlichung einmal als Selbststrahler bezeichnen. Auf andere Formen der Objekte (z.B. Blumen oder Grashalme = gerade Stangen), die von anderen Lichtquellen beleuchtet werden, hat die Ausgestaltung der Blendenform kaum Einfluss. Wer es nicht glaubt, sollte zumindest die Testfotos der Firma Zeiss hierzu ansehen Seite 33f. Dort sind Fotos von Objektiven mit 5-9 Lamellen abgebildet. - D.h. alle anderen fotografierten (nicht selbst leuchtenden) Motive werden im unscharfen Bereich durch die Form der Blendenlamellen kaum sichtbar beeinflusst. Physikalisch präzise betrifft dies auf der einen Seite kleine bis winzige Punktquellen, welche die Lamellenform zeigen, und größere Objekte, welche meist überhaupt nichts von der Lamellenform zeigen. Im Übergangsbereich zwischen ganz kleinen Partikeln und mittelgroßen Objekten können beide Formen sichtbar werden.

Anhand von tausenden bisher hergestellten Objektiven konnte auch belegt werden, dass eine relativ hochwertige Blendenform nah am Kreisideal alleine nicht automatisch zu einem guten Bokeh führt.

Angesichts der Blendenform kann man die subjektive und ästhetische Frage des Bokeh auch andersherum stellen: Wie sehr stören Sie nicht ganz kreisrunde Formen bei der Unschärfe?

Sphärische Aberration / spherical aberration

Physikalisch kommt zur optischen Geometrie der Strahlen im Objektiv noch die Aberration hinzu. - Damit ist schon einmal physikalisch klar und wissenschaftlich unzweifelhaft, dass die reine Anzahl der Blendenblätter (Diaphragmas) nicht alleine ausschlaggebend ist für das Bokeh.

Vorab ein grundlegendes physikalisches Problem, das von nur wenigen Fotografen verstanden wird und zu endlosen Missverständnissen führt: Die Theorie der mechanischen Optik besteht auf einem idealen Modell, bei dem man annimmt, dass jede ideale runde Lichtquelle in der realen Außenwellt hinter dem Objektiv auf der Sensorebene in der Kamera zu einem ebenso kreisrunden scharfen Zerstreuungskreis führt. Oder dass ein winziger Punkt in der realen Außenwelt auch zu einem einzigen winzigen scharfen Punkt auf der Sensorebene führt. Allerdings gibt es in der Praxis auch die Aberration der Objektive, weil die Linsen gekrümmt sind. Die Aberration besagt extrem vereinfachend, dass das Licht hinter der gekrümmten Linse nicht über die gesamte Diagonale / Fläche eines Objektives auf einen kleinen Punkt fixiert ist. Die sphärische Aberration kennzeichnet diese Abweichung über die Entfernung von der Zentralachse des Objektives (Mittelpunkt) hin zum Rand. Dadurch entsteht ein verschwommenes Abbild. Manche Kenner des Themas behaupten, dass ursprünglich exakt dieser Effekt der Aberration die Bedeutung von Bokeh gewesen sein soll.

In der Theorie finden sich drei mögliche Korrektur-Zustände eines Objektives:

  1. Normal- oder nicht-korrigierte Objektive führen zu gleichmäßig hellen Scheiben von innen nach außen - hinter der Fokusebene.
    • idealer neutraler Zerstreuungskreis
    • Dies bezeichnen viele Fotografen als mäßig gutes Bokeh.
    • Diese in der Theorie ideale Form existiert in der Praxis jedoch nicht, da der Zerstreuungskreis nach außen immer etwas schwächer - d.h. diffuser - wird.
  2. Unter-korrigierte Objektive führen - hinter der Fokusebene - zu Scheiben, welche innen im Zentrum am hellsten sind und dann kontinuierlich von innen nach außen dunkler werden, also weich in den anderen Bereich übergehen.
    • unterkorrigierter Zerstreuungskreis
    • Dies gilt bei vielen Fotografen als schönes etc. Bokeh.
    • Allerdings darf sich hierfür der Helligkeitskonus nicht scharf auf das Zentrum konzentrieren.
    • Der unscharfe Hintergrund wirkt dann meist ruhig.
    • Häufig bleiben dann auch die Umrisse der Strukturen im unscharfen Hintergrund etwas länger erhalten.
    • Allerdings können extrem unterkorrigiert Linsen zu einem stark verengten hellen Mittelpunkt führen, der schlimmstenfalls Spiegelungen des Inhaltes im unscharfen Bereich hervorruft.
    • Ferner führt unterkorrigierte sphärische Aberration zu einer spürbaren blendenabhängigen Fokusverschiebung, die im Deutschen Blendendifferenz heißt. Deren Ausmaß verändert sich sogar in Abhängigkeit vom Aufnahmeabstand. D.h. bei manueller Fokussierung muss man beim Verändern der Blende jedes Mal nachfokussieren.
  3. Über-korrigierte Objektive führen - hinter der Fokusebene - zu Scheiben, welche innen im Zentrum mehr oder weniger hell sind, aber am Rand eine sichtbare, helle Umrandung besitzen.
    • überkorrigierter Zerstreuungskreis
    • Zahlreiche Fotografen erinnert dies an Seifenblasen, und sie nennen es auch Seifenblasen-Charakteristik, soap-bubble characteristic oder weniger höflich: look like little rolled condoms. Andere sprechen hierbei auch von Zwiebelringen.
    • D.h. hier sind die Lichtflecken scharf vom umgebenden anderen Bereich abgegrenzt. Dies gilt bei vielen Fotografen als schlechtes etc. Bokeh.
    • Diese Form kann im schlimmsten Fall (extreme Spiegellinsen-Objektive) dazu führen, dass sich Elemente aus der scharfen Ebene im unscharfen Hintergrund spiegeln und in den Zerstreuungskreisen wiederholen.

In der Praxis ist dies allerdings erheblich komplizierter:

Anhand von tausenden bisher hergestellten Objektiven konnte auch belegt werden, dass eine neutrale oder unterkorrigierte sphärische Aberration alleine nicht automatisch zu einem guten Bokeh führt.

Angesichts der sphärischen Aberration kann man die subjektive und ästhetische Frage des Bokeh auch andersherum stellen: Wie sehr stören Sie hellere Ränder bei der Unschärfe?

Formen des Bokehs

Nachdem wir die zwei wichtigsten wissenschaftlich belegbaren Kriterien für Bokeh (Lamellenanzahl und -form sowie die sphärische Aberration) kennengelernt haben, kommen weitere Details hinzu.

Fazit: Jede Pauschalierung ist unangebracht. Selbst mit ein und demselben Objektiv können völlig unterschiedliche Bokeh-Effekte entstehen, welche das ganze qualitativ-ästhetische Bewertungs-Spektrum von gut bis schlecht abdecken.

Um es mit anderen Worten zusammenzufassend: Die messtechnischen Unterschiede hochwertiger Objektive sind heute eher gering, können jedoch je nach den obigen Details sehr deutlich zu Tage treten.

Bokeh-spezifische Marktübersicht der Objektive

Spezialobjektive für gutes Bokeh

Da wir nun von selbsternannten Bokeh-Experten gelernt haben, dass die meisten Objektive ein schlechtes Bokeh erzeugen, haben sich die Hersteller bemüht und bieten spezielle Objektive mit gutem Bokeh an.

Generelle Einschränkungen zum Thema Bokeh

Eigenes Bokeh selbst basteln

Bokeh-Schablonen und eigene Blendenformen selbst basteln.

Bokehrama - Bokeh Panorama

Computational Photography

Seit 2017 können Smartphones mittels Computational Photography Bokeh künstlich errechnen und dann in das Bildergebnis hineinproduzieren.

Bokeh-Emulation

Bokeh und Unschärfe am PC nachträglich erzeugen.

Einfaches Beispiel in Photoshop:

  1. Wählen Sie den Hintergrund um das Hauptmotiv herum z.B. mit Zauberstab oder dem Schnellauswahl-Werkzeug etc. aus.
  2. Verwenden Sie einen Weichzeichner-Filter im ausgewählten Hintergrund: Filter, Weichzeichnungsgalerie, Tilt-Shift.
  3. Heben Sie den Wert oben rechts für Weichzeichnen zuerst einmal auf über 100 px an, damit Sie den Effekt erkennen.
  4. Anschließend können Sie die Linien über das Foto verschieben, bis die gewünschten Bildzonen verschwimmen.
  5. Danach wählen Sie rechts unten den Reiter Effekte, um Bokeh-Lichter (zuerst massiv hochregeln, z.B. 50%) und Bokehfarbe einzustellen.
  6. Da hierdurch die Lichter komplett ausfressen, müssen Sie unten den Helligkeitsbereich einengen, auf z.B. 100-120 oder 130-140.
  7. Spielen Sie damit herum, bis Sie die gewünschte Wirkung erzielt haben.
  8. Generell gilt: Je höher der eingestellte Bokeh-Lichter-Wert ist, desto enger sollte der Helligkeitsbereich sein.
  9. Der Regler Bokehfarbe sättigt. Das kann nachts sinnvoll sein. Am Tag würde ich es persönlich nicht übertreiben, da es sonst schnell unnatürlich wirkt.

Sie können mit dem Pinsel-Werkzeug auch eigene perfekt runde Bokeh-Kreise (mit Verlauf) in das Foto einfügen.

Eine oft von fortgeschrittenen Photoshop-Anwendern verwendete Methode ist die Tiefenkarte oder das Tiefenbild:

Eine weitere Methode ist das Defocus Stacking.

Lehr-Videos zu Photoshop zum Thema Bokeh finden Sie unten in der Link-Liste.

Man kann jedoch auch eines von hunderten kostenlosen vorgefertigten Bokeh-Overlays in Photoshop mit Ebenen verwenden.

  1. Laden Sie das Foto in Photoshop etc. ein.
  2. Erzeugen Sie eine Ebene darüber und laden Sie dort das Bokeh-Overlay
  3. Stellen Sie den Ebenen-Modus auf Negativ multiplizieren (Screen), da dies die dunklen Stellen des Overlays ausblendet und die hellen Kreise hervorhebt.
  4. Danach können Sie im Ebenenfenster noch die Deckkraft der oberen Overlay-Ebene nach eigenem Geschmack anpassen.
  5. Ferner können Sie noch über Bild, Korrekturen, Tonwertkorrektur die Leuchtkraft der Überlagerungsebene beeinflussen.
  6. Je nachdem, wie groß Ihr Bokeh-Overlay im Verhältnis zu Ihrem Foto ist, können Sie die soeben erzeugte Ebene auch duplizieren und über weitere Bildpartien verschieben, vergrößern, verkleinern, verzerren etc.

Wirklich beeindruckende Lehr-Videos zu Photoshop zum Thema Bokeh finden Sie unten in der Link-Liste.

Lohnt es sich auf Bokeh zu achten?

Ja. Als i-Tüpfelchen kann es Ihre Fotos abrunden, sofern:

  1. Ihre Kamera-Technik in perfektem Zustand ist und Sie diese auch komplett beherrschen.
    • Schmutz auf dem Objektiv oder auf dem Sensor sollte nicht vorhanden sein, da er den Bildeindruck mindestens so stören kann, wie ein schlechtes Bokeh.
    • Die Kamera und Objektive müssen einwandfrei gewartet sein und auch funktionieren. Dejustierte Objektive oder Objektive mit Front- / Back-Fokus sowie dejustierte Autofokussysteme sind schlimmer als das schlechteste Bokeh.
    • Wenn der Fokus z.B. bei Porträts nicht auf das nähere Auge gelegt wird, dann interessiert sich kein Betrachter mehr für das Bokeh.
    • Verwackelte oder unscharfe Fotos sind ebenfalls schlechter als jedes noch so grottenschlechte Bokeh.
  2. Sie jeden Aspekt des Bildaufbaus verstanden haben und auch in der Praxis anwenden können.
    • Ein Foto, das keine Geschichte (und zwar glaubwürdig) erzählt, ist es für die meisten Betrachter uninteressant. Sie dürfen natürlich z.B. als abstrakter Fotograf davon abweichen. Aber auch dies muss zumindest dem geschulten Betrachter wiederum klar werden.
    • Nur, wenn der Bildaufbau den Betrachter im Bild hält, wird er zum Bokeh schauen. Bilder, die einen nicht festhalten / fesseln, sind schlechter als schlechtes Bokeh.
  3. Sie jeden Aspekt der Lichtgestaltung (auch unter Zuhilfenahme von Kunstlicht) in Fotos verstanden haben und anwenden können.
  4. Sie die Software-Nachbearbeitung am PC ebenfalls ausgereizt haben.
    • D.h. Sie arbeiten sowieso mit dem RAW-Format, damit Sie die Nachbearbeitung perfekt durchführen können.
    • Sie besitzen hochwertige Software zur Bildbearbeitung und kennen sich damit auch aus.

Dann kann das Bokeh in bestimmten Situationen, bei bestimmten Motiven den kleinen aber feinen künstlerischen Unterschied ausmachen.

Bokeh-Objektive anschaffen

Lohnt es sich, besondere Objektive für das Bokeh anzuschaffen?

Unter welchen fotografischen Umständen kann ein spezielles Bokeh-Objektiv hilfreich sein?

Dies kann man erneut nur eingeschränkt beantworten: Sofern Sie

... so kann dies hilfreich sein.

Verstehen Sie mich richtig: Ich bin hierbei immer praktisch eingestellt: Kameras und Objektive sind für mich nur Werkzeuge, welche die fotografische Arbeit erleichtern. Wenn Sie dies tun, dann kann sich deren Benutzung lohnen.

Mieten

Sofern Sie nur selten damit arbeiten wollen, oder es nur einmal ausprobieren möchten, so würde ich das entsprechende Objektiv bei einem Fachhändler etc. gebührenpflichtig ausleihen.

Neukauf?

Sofern Sie bereits wissen, was Sie benötigen und auch sicher wissen, dass Sie das Objektiv unbedingt und oft benötigen, so rate ich den meisten zum sorgenfreien Neukauf. Der Preis ist meist vierstellig. Siehe die Liste oben.

Gebrauchtkauf?

Sofern Sie bereits wissen, was Sie benötigen, und auch sicher wissen, dass Sie das Objektiv unbedingt und oft benötigen, so kann man ein altes hochwertiges Objektiv auch gebraucht kaufen. Aber:

Berufsfotografen

Amateure

Bokeh an Weihnachten

Bokeh-Aufnahmen selbst machen

Quellen sowie weitere Informationen

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass ich für diesen wissenschaftlichen Artikel wieder viel böse Post erhalten werde. Das nennt man im Englischen übrigens Flak(-Beschuss) oder seltener firestorm. Die Wortneuschöpfung Shit-Storm für das Internet wurde wieder einmal von Deutschen erdacht, die keine Ahnung von Englisch haben. Dennoch sollten alle die beiden ersten wissenschaftlichen Artikel auf Englisch über Bokeh lesen. Danach werden Sie sich nämlich die E-Mail-Kritik an mich ersparen.

Wissenschaftliche Quellen

Allgemeine Literatur

Software für Bokeh

Bastelanleitungen

Spezielles Bokeh mit nächtlichem Gegenlicht

Bokehrama

Hilfe / Feedback

Liebe Leserinnen und Leser,

damit diese umfangreichen, kostenlosen, wissenschaftlich fundierten Informationen weiter ausgebaut werden können, bin ich für jeden Hinweis von Ihnen dankbar.

Deshalb freue ich mich über jede schriftliche Rückmeldung, Fehlerkorrekturen, Ergänzungen, Neue Informationen etc. Ihrerseits per E-Mail oder Kontakt-Formular.

Um meine Neutralität zumindest auf dem hier beschriebenen Feld der Fotografie und Videografie wahren zu können, nehme ich bewusst von keinem Hersteller, Importeur oder Vertrieb irgendwelche Zuwendungen jeglicher Art für das Verfassen der absolut unabhängigen Artikel an. Auch von Zeitschriften oder Magazinen aus dem Fotobereich erhalte ich keinerlei Zuwendungen.

Deshalb freue ich mich, wenn Sie mein unabhängiges Engagement für Sie durch einen gelegentlichen Kauf bei Amazon über die hier angegebenen Links unterstützen. Es ist gleichgültig, welches Produkt Sie über diesen Link kaufen. - Es kann auch jede andere Ware außerhalb des Fotobereiches sein. Alle Preise sind und bleiben für Sie gleich niedrig, wie wenn Sie direkt zu Amazon gehen. Aber durch Ihren Klick auf meinen Link erhalte ich evtl. Monate später eine sehr kleine prozentuale Prämie (Cents je Kauf), welche mir hilft, die hohen Kosten bei der Erstellung der Artikel zumindest teilweise zu decken. - Bitte starten Sie Ihre Einkäufe bei mir.

Herzlichen Dank an alle für Ihre bisherige Unterstützung.

Ja, ich möchte die Unabhängigkeit dieser Seite unterstützen und kaufe über diesen Link bei Amazon

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude beim Fotografieren und Filmen.

Foto Video Design - Dr. Schuhmacher

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