Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

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Lage des Gemäldes im Kreuzgang

Bilddaten

Das sechste Gemälde zur Geschichte der Insel in Konstanz besteht aus einem Bildbogen.

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236, Zustand 2014.

Bildbeschreibung

Die Scheinsäule zwischen Bild 5 und 6 Die Scheinsäule zwischen Bild 6 und 7
Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236, Original-Zustand um 1900 fotografiert.

Geschichtsfakten

Ab diesem Gemälde wird es historisch halbwegs seriös in Bezug auf die Insel, da sie erstmals in einer Urkunde erwähnt wird. Der Bettelorden der Dominikaner (1206/07 gegründet und 1215 erstmals vom Papst bestätigt) gewann auch in Konstanz relativ schnell Einfluss und Reichtum. Offiziell gründete der Konstanzer Bischof Heinrich I. von Tann(e) am 11. Juli 1236 das Dominikanerkloster.

Die Dominikaner konnten sich vermutlich relativ schnell das eigene Kloster auf der Insel auf- und ausbauen. Der Bau soll dank großzügiger Spenden in der Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen und zu Beginn des letzten Viertels des 13. Jh. zumindest weit fortgeschritten gewesen, oder in Grundzügen sogar abgeschlossen worden sein. 1  Dies erstaunt umso mehr, wenn man in Betracht zieht, dass die Klosterkirche auf der Insel fast die Grundfläche des Konstanzer Münsters besaß. 2  Die Dominikaner waren als Bettelorden eng mit der Stadt und dem Bürgertum verbunden, weshalb das Kloster bereits im 13. Jahrhundert Zulauf aus dem Konstanzer Patriziat, sowie Teilen des ministerialen Adels Oberschwabens hatte. Dies erlaubte den schnellen Auf- und Ausbau des Klosters zwischen ca. 1250-1280. 3 

Quellenlage

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Foto der deutschen Abschrift der lateinischen Kopie der Urkunde des Bischofs für das Dominikaner-Kloster durch Schulthaiss, Collectaneen Band 1, Folio 188 recto, "erbuwung des predigerklosters" Regtest: Reggt. ep. Const. No. 1484, Stadtarchiv Konstanz.

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Foto der deutschen Abschrift der lateinischen Kopie der Urkunde des Bischofs für das Dominikaner-Kloster durch Schulthaiss, Collectaneen Band 1, Folio 188 verso = 188 1/2, "erbuwung des predigerklosters" Regtest: Reggt. ep. Const. No. 1484, Stadtarchiv Konstanz.

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Foto der deutschen Übersetzung durch Feger, Otto, Urkundenbuch, 1201-1249, Eintrag zum Juli 1236, Stadtarchiv Konstanz.

Deutung der Quelle

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Christof Schulthaiss (1518-1578) schrieb selbst: "Folgend einer Copi vom Prediger Closter" 4 . D.h. ihm lag nur eine Kopie des Originals vor. Die tatsächliche Verleihungsurkunde ging offenbar verloren.

Feger vermutete, dass es sich bei der deutschen Quelle um eine Interlinearübersetzung handelt, die entweder im 13. Jahrhundert sofort vom Schreiber des Bischofs Tann oder etwas später für die Verlesung beim Volk erstellt wurde. Allerdings tritt hier eine bisher übersehene Ungereimtheit auf: Bei Schulthaiss ist das Wort "Grafschaft" durchgestrichen und dann durch das Wort "Hofstatt" 5  ersetzt worden.

Gründung des Klosters durch Bischof Heinrich von Tann 1236

Eine Verwechslung dieser beiden deutschen Worte (ein Lesefehler beim Abschreiben) scheint jedoch unwahrscheinlich. Viel eher könnte es sich um die Verwechslung der sehr ähnlichen Wörter palatinatus (Grafschaft) mit palatium (Residenz, Palast, Pfalz, Hofstatt) handeln. Die ursprüngliche Quelle für Schulthaiss scheint somit eine lateinische gewesen zu sein - wie er selbst angibt eine Kopie der Original-Urkunde -, die er selbst übersetzte. Die lateinische Kopie ist heute wie die primäre Bischofsurkunde nicht mehr erhalten.

Inhalt der Quelle

In der Quelle wird nur von einer "Hofstatt, gelegen am Rhein, gesprochen, die an die Dominikaner übergeben wurde. D.h. Man weiß als erstes historisch belegtes Faktum nur, dass die Insel im frühen 13. Jahrhundert im Besitz des Konstanzer Bischofs war.

Inschrift zum Durchgangsrecht

Diese mittelalterliche Inschrift findet sich an einem Haus in der heutigen Inselgasse, ganz in der Nähe der Brücke zur Dominikanerinsel. Sie erlaubt den Predigern die Benutzung dieses Durchganges am Tage.

Hier geht es zum siebten geschichtlichen Ereignis auf der Insel - Heinrich v. Berg genannt Amandus Suso

1 Allerdings ist dies bereits umstritten:
Maurer und Engelsing: Ab den 30er Jahren des 13. Jahrhunderts wurde das Kloster erbaut.
Blechner vermutet bereits 1250 den Abschluss der Erbauung des neuen Klosters, da es 1250 dem Heiligen Nikolaus geweiht wurde. Blechner, Stadtforschung, Wo die Konstanzer ihre Toten begruben, S. 263.
Kraus, Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden, S. 245f., datiert die frühesten Teile der Kirche auf 1260-1273.

2 Zu den Maßen siehe u.a. Zeppelin, Über das Dominikanerkloster in Konstanz, S. 18.

3 Maurer, Konstanz im Mittelalter, S. 131ff. zu Bischof Heinrich I. (1233-48).

4 Schulthaiss, Collectaneen, Band 1, 188, erbuwung des predigerklosters.

5 Beides: Schulthaiss, Collectaneen, Band 1, 188, erbuwung des predigerklosters.

6 Feger, Urkundenbuch, 1201-1249, Stadtarchiv Konstanz, Juli 1236.

7 Beyerle und Maurer, S. 560.
Ebenso Marmor, Geschichtliche Topographie der Stadt Konstanz und ihrer nächsten Umgebung, S. 32. Er erwähnt vor 1508 eine Schleifmühle bei der Brücke.
Ebenda, S. 33, erwähnt er Mühlen im Nordwesten der Insel vor dem Jahr 1548.

8 Feger, Konstanz, Aus der Vergangenheit einer alten Stadt, S. 31.

9 Zeppelin, Über die historischen Fresken von Professor Karl Häberlin im Kreuzgang des Inselhotels in Konstanz, S. 18.

10 Kraus, Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden, S. 245f.

11 Beyerle und Maurer, S. 554.

12 Schulthaiss, Collectaneen, Band 1, 188, erbuwung des predigerklosters, und Feger, Urkundenbuch, 1201-1249, Stadtarchiv Konstanz, Juli 1236.
Blechner vermutet, dass evtl. bereits seit 1230 Mönche auf der Insel gewesen wären. Blechner, Stadtforschung, Wo die Konstanzer ihre Toten begruben, S. 262f.

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