Geplante Obsoleszenz im Fotobereich

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vg

Haltbarkeit - Lebensdauer - Verfallsdatum bei Produkten in der Fotografie

Immer wieder liest man - und die älteren Fotografen können es sogar noch bestätigen - früher hielten die Fotoapparate und Objektive länger. Analoge Kameras funktionieren noch nach Jahrzehnten, während moderne DSLRs kurz nach der Garantiezeit defekt sind und manche Exemplare bereits kurz nach dem Kauf eklatante Mängel zeigen und zurückgerufen werden müssen.

Planned obsolescence - Geplante Obsoleszenz - Vorsätzlicher verfrühter Totalschaden - Geplante absichtliche Verringerung der Lebensdauer von Produkten

Grundlagen

Um irgendwelche Glaubenskriege zwischen den Anhängern der verschiedenen Kamerahersteller zu vermeiden, sollen die grundlegenden Probleme zuerst einmal anhand neutraler Produkte analysiert werden.

Reale Vorkommen der geplanten Obsoleszenz

Bei mancher schnell repetierenden Software und insbesondere Software-Abonnements handelt es sich somit um geplante Obsoleszenz - auch wenn sie eine Sonderform derselben darstellt, die bisher kaum wahrgenommen wird.

Kühlschrank

Kommen wir nun zur angeblichen Obsoleszenz bei Hardware.

Waschmaschinen

Ähnliches gilt für die ebenso ständig zitierten Waschmaschinen. Ich erlaube mir hier nur auf ganz wenige Dinge hinzuweisen:

Weitere Beispiele

Kriminelle Verschwörung

Produkte halten gerade noch die Garantiezeit

Würde die Behauptung zutreffen, dass die Waren nur noch die gesetzliche Gewährleistungszeit und die Firmengarantie hielten, müsste man zuerst einmal klären, wie lange diese überhaupt ist:

Wenn man die Techniker und Manager kennt, muss man trotz aller Kritik an ihnen - oder vielleicht exakt wegen aller Kritik ihrer Unfähigkeit - festhalten, dass dies in toto eher unwahrscheinlich ist. - Wer als Trainer einmal versucht hat, auch nur eine Fußballmannschaft von 11 Mann so zu steuern, dass sie gemeinsam das Gewünschte tun, kann sich die Probleme bei einer derartigen Koordination weltweit hunderttausender von Mitarbeitern in der Fotoindustrie vorstellen.

Und in der Tat ist so viel organisierte Kriminalität überhaupt nicht erforderlich, um modernen Kameras eine nur kurze Lebensspanne vorauszusagen.

Produktentstehung - Auf der Suche nach den wahren Ursachen der oft geringen Qualität

Um die wahren Ursachen der in der Tat oft minderwertigen Produkte zu erkennen, muss man sich den Produktverlauf von der Entstehung bis zum Gebrauch beim Nutzer einmal detailliert ansehen.

Konzeption

F&E - R&D - Forschung und Entwicklung - Research and Development

Produktion

QS, QM, Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement

Resümee der Produktionsprozesse

Importeure, Zwischenhändler und Lieferanten

Man kann somit festhalten, dass die Qualität der letztendlich den Kunden erreichenden Ware allgemein geringer ist und besonders im Einzelfall deutlich geringer sein kann, als es möglich wäre. Aber eine Gesamtanalyse darf nicht bei der Hersteller- und Händler-Schelte verweilen, sondern muss auch den Endkunden betrachten.

Der Kunde - der Faktor Mensch

Technik

Ein weiterer gravierender Unterschied zwischen den Kameras von früher und heute - mit massiven Auswirkungen auf die Lebensdauer - liegt in der völlig veränderten Technik.

Sonstige begrenzende Faktoren

Kunststoff oder Metall

Früher hielt alles länger

Multiplikator Internet

Aber heute liest man doch überall von zahllosen Schäden an Kameras. Korrekt, aber:

Gegenmaßnahmen

Dass die Qualität vieler Produkte, insbesondere in der Fotobranche zu wünschen übriglässt, ist belegt. Wie könnte man dies ändern?

Politische Hintergründe

Löchert man jene politischen Vertreter, welche sich vor allem in Europa und hier wiederum vor allem im fortschrittsfeindlichen Deutschland und Frankreich lautstark um das Thema geplante Obsoleszenz bemühen, so gelangt man schließlich zum Begriff Nachhaltigkeit, der nach langem Bohren letztendlich auf Natürlichkeit und so wie es die Natur vorgibt basiert respektive an der Natur orientiert. Hier liegt jedoch ein gravierendes Unwissen über die Naturwissenschaften vor: Die Natur ist nicht nachhaltig.

Kurzum: Die Natur ist nicht nachhaltig. Alles andere ist stockkonservative ideologische Träumerei.

Fazit

Um es kurz und für alle Beteiligten gleich schmerzvoll zu machen:

Heute (wie früher) findet sich das ganzes Spektrum von mangelnder Qualität bis hin zu hoher Qualität, das jedoch - damals wie heute - zumindest teilweise in Abhängigkeit zum Preis steht.

Früher (wie heute) entstand die tatsächlich am Markt produzierte und abgenommene Qualität aus einem komplexen Zusammen- und Wechselspiel von Entwicklern, Marketing, Produzenten, Händlern und Kunden. Es liegt somit auch am Kunden, mehrheitlich auf höhere Qualität und Langlebigkeit Wert zu legen. Dass langfristig ein Wechsel stattfinden kann, hat z.B. die Bio-Welle in einem äußerst konservativen Bereich wie der Landwirtschaft gezeigt.

Obsoleszenz der Funktion (vorsätzlich herbeigeführter Totalschaden) ist somit nicht beweisbar, zumindest nicht in größerem Umfange in der Hardware-Fotoindustrie. Jedoch ließ sich dieser Aspekt sehr wohl bei mancher Foto-/Grafik-Software nachweisen.

Dass sich die Verschwörungstheorien um das Thema geplante Obsoleszenz bei Hardware seit Jahrzehnten in den Medien und den westlichen Gesellschaften halten, liegt vor allem an ideologisch motivierten Personen. Jene ersetzen ihr mangelndes oder sogar fehlendes Wissen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, der Wirtschaftswissenschaften sowie der Soziologie meist durch einen politisch motivierten (g)eifernden Fanatismus (oft aus der roten oder grünen Ecke). Von jeglichem Fachwissen unbelastet missionieren diese modernen, sich als Ökoprediger und selbsternannte Verbraucherschützer verkleidenden Influencer dann auch absolut intolerant die Gesellschaft. Deutlich wird das - in kostenpflichtigen Vorträgen verbreitete - übersteigerte Sendungsbewusstsein jener Zeloten, wenn sie sich als Einzelpersonen eine Internet-Adresse mit der Endung .org zulegen, die für weltweit tätige Großorganisationen vorgesehen ist, wie der UNO. - Jeder muss sich wirklich selbst überlegen, ob er tatsächlich Produkte wünscht, welche nicht mehr altern / nie mehr defekt werden, und ob er sich in der Konsequenz ein neues Ministerium - besetzt mit jenen selbsternannten Missionaren - wünscht, das ihm dann per Gesetz vorschreibt, welche Produkte er zukünftig noch kaufen darf und wie lange er seine Produkte behalten muss, weil sie so lange halten müssen. Letztendlich mündet dies in eine schon einmal dagewesene zentral gesteuerte Plan- und Wirtschaftsdiktatur, deren Erfolge noch jedem aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts in Erinnerung sein sollten.

Aber die heute meist ignorierte Wunsch-Obsoleszenz, die ständige Sucht des Kunden nach neuen Kameras etc., obwohl das alte Gerät noch funktioniert, findet sich heute weit verbreitet. Dabei sind die (Nachfolge-) Produkte meist nur äußerlich (im Design) verändert. Das war auch der ursprünglich mit dem Wort Geplante Obsoleszenz gemeinte Zustand. Hierbei darf allen Firmen - nicht nur der Fotoindustrie - unterstellt werden, dass sie aktiv daran arbeiteten und weiter daran arbeiten werden. Allerdings bedarf es auch hierzu keines Kartells oder krimineller Vereinigungen. Ein verunsicherter Kunde - fachlich unwissend sowie unerfahren, dafür mit mangelndem Selbstbewusstsein ausgestattet - reicht aus. Mancher läuft inzwischen von selbst fast jeder Mode in jedem (auch technischen) Bereich hinterher, in der vergeblichen Hoffnung, damit glücklich und zufrieden zu werden.

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