Analysen, Testberichte und Kaufempfehlungen zur EOS R8II. - Die spiegellose Kamera von Canon: EOS R8II - Vor- und Nachteile einfach und verständlich erklärt.
Ein Inhaltsverzeichnis mit direkten Sprungmarken und Überblick über alle im Artikel der Canon R8II behandelten Themenbereiche finden Sie als Pop-Up.
Da Canon bereits am 08. Februar 2023 die Vorgängerin EOS R8 (Mark I) vorgestellt hatte - eine damals neue spiegellose Kamera für das Vollformat - war nach über dreieinhalb Jahren auch ein Nachfolger erwartbar. Diese EOS R8II wurde am 15.09.2026 vorgestellt.
Wie die Namensgebung R8II bereits andeutet, soll sie qualitativ und preislich unterhalb der Vollformat-R6 (I-III) (sowie der APS-C-R7-Reihe) rangieren, somit auf Amateure, mit begrenztem Budget abzielen, welche in den Bereich Vollformat-Sensor aufsteigen / einsteigen wollen, aber für die in fotografischen Einzelfällen fehlenden besonderen Leistungen nicht den deutlich höheren Preis einer Canon R6III ausgeben möchten - vor allem, weil sie auch nicht die sündhaft teuren, lichtstarken Objektive für Vollformat-Kameras dazu anschaffen wollen. - Die R8II soll die billigste Einsteiger-Kamera mit Vollformat-Sensor bei Canon werden (nachdem dann irgendwann die alten RP und R8 Mark I Vorgängerversionen nicht mehr verkauft werden).
Vorab gilt auch hier zur Beruhigung: Es handelt sich um eine ausgereifte, solide Kamera, mit der man auf jeden Fall sehr hochwertige Fotos machen kann.
Alle technischen Daten finden Sie beim Hersteller. - Hier werden nur die wichtigsten und relevantesten Daten für die Foto- und Video-Praxis beschrieben und bewertet.
Die R8II behält den alten 24 Mega-Pixel Vollformat CMOS-Sensor der Vorgängerin. - Es sind exakt 6.000 * 4.000 Pixel. Sensor-Dimensionen: 35,9 * 23,9 mm im Bild-Format 3:2. Canon bestätigte 2023 bereits, dass der Sensor demjenigen der Canon R6II entspricht. Der FSI-(Front-side-illuminated)-Sensor wurde 2023 neu von Canon konstruiert und besitzt kürzere Auslesezeiten (als der Vor-Vorgänger der RP), welche einen geringeren Rolling Shutter garantieren. Der Sensor brilliert mit in dieser Preisklasse hervorragend kurzen Auslesegeschwindigkeiten, die sich auf dem Niveau mancher viel teureren Profikameras befinden. Der Sensor soll mit 14,2 Millisekunden Auslesezeit (beim Einzelfoto und 17,7 ms bei Serienbildern) noch immer einer der schnellsten sein, obwohl es sich nicht um einen Stacked CMOS handelt.
Der Sensor ist ISO-invariant und soll laut Canon England 13-14 Blenden Dynamikumfang liefern. Man kann somit die dunklen Bildteile leichter und stärker aufhellen, ohne dabei zu viel störendes Rauschen zu erhalten. Die Bilder werden in den Dateiformaten JPEG, HEIF, RAW (CR3, 14-bit RAW Format) und C-RAW (komprimiert) abgespeichert. C-RAW wird mit 14 Bit geliefert, sofern man den elektronischen 1. Verschlussvorhang verwendet.
Dem Sensor ist erneut ein klassischer, feststehender, integrierter Antialiasing-/Tiefpassfilter vorgelagert, welcher Moiré verringert. Die ISO-Bandbreite reicht von ISO 100 bis 102.400 automatisch und von 50 bis 204.800 manuell einstellbar. Die Belichtungsmessung erfolgt über 384 Zonen auf dem Sensor. Die R8II unterstützt Focus-Bracketing / Focus-Stacking in der Kamera - mit einem fertigen Ergebnisbild in der Kamera. Daneben gibt es noch einen Panorama-Modus.
Anfänger erhalten in der R8II für JPEGs 16 einfach zu benutzende 'Color Filters' (vorgefertigte Bildlooks / Fotostile, die aber auch manuell abgeändert werden können) in einem Menü. Dies ist für Anwender interessant, welche keine RAWs noch deren Nachbearbeitung wünschen.
Wie üblich bei neuen Kameras wird der jeweils modernste und schnellste DIGIC X-Prozessor von Canon verwendet. Vorsicht: Das ist eine Dach- oder Gruppen-Bezeichnung. Dahinter verbergen sich verschiedene Inhalte an Einzelprozessoren. D.h. nicht alles ist immer identisch. Die Marketing-Repräsentantin von Canon in England bestätigte in einem Interview ausdrücklich, dass es sich bei DIGIC X
um eine family of processors
- eine Gruppe von verschiedenen Prozessoren handelt.
Der Verschluss bietet mechanisch Belichtungszeiten von 30 bis 1/8.000 Sek. in halben oder Drittelstufen sowie die Langzeitbelichtung (Bulb). Elektronisch sind 30 bis 1/16.000 Sekunde in halben oder Drittelstufen bis 1/8.000 Sek. und danach in einer ganzen Stufen zu 1/16.000 möglich. Serienbildgeschwindigkeiten sind bis zu 6 Bilder je Sekunde (6 fps) mit dem halb-mechanischen Verschluss möglich.
Mit dem elektronischem Verschluss sind bis zu ca. 40 Bilder je Sekunde (40fps) möglich. - Manuell können neben 40 auch 20 oder 5 Bilder je Sekunde eingestellt werden. Beim halbmanuellen Verschluss können zudem 3 Bilder je Sekunde eingestellt werden. Die Blitz-Synchronisationszeit (x-sync) beträgt 1/200 Sek. ist jedoch nur mit dem elektronischen 1. Verschlussvorhang möglich.
Auch die Reihenaufnahmen respektive der Pufferspeicher der neuen R8II beeindrucken: Maximal 6 Bilder/Sek. sind mit elektronischem Verschluss auf den 1. Vorhang (quasi halb-mechanisch) für über 1.000 JPEGs, oder RAWs, oder C-RAWs möglich und maximal 40 Bilder/Sek. mit (reinem) elektronischem Verschluss. - Zudem wird ein sogenannter pre-capture / RAW-Burst-Modus mit nun 40 B/s und 0,5 Sekunden Pre-Shooting angeboten. Dabei nimmt die Kamera vor dem eigentlichen Auslösen bereits eine halbe Sekunde lang in einem Vorspeicher Fotos auf. Vor allem geschieht dies nun im Einzelbildmodus (also einzelne RAW -Dateien, ohne das Sonderdateiformat / Containerformat von Canon bei der Vorgängerin). - Grundsätzlich sollen die Pufferkapazitäten angeblich um +30% bis +58% gesteigert worden sein. (Siehe jedoch die realen Testergebnisse unten.)
Das waren auch 2026 noch Werte sonst deutlich teurer Kameras.
Die R8II erhielt ein IBIS. Dieser bei der Vorgängerin noch fehlende Verwacklungsschutz in der Kamera war schmerzlich vermisst worden.
Nun werden in der R8II bis zu 7,5 Blenden (EV) Verwacklungsschutz in der Bildmitte und bis zu 7 EV am Rand angeboten, wobei das Gehäuse auch den eingebauten Verwacklungsschutz in den Objektiven unterstützt.
Meines Erachtens entspricht das AF-System weiterhin weitgehend dem der Canon R6II mit Dual Pixel CMOS AF II.
Jedoch hat Canon es (wie alle Hersteller bei allen neuen Kameramodellen) software-technisch mit neuen KI-Funktionen optimiert. So kann das AF-System nun auch vorher aufgenommene Gesichter registrieren und dann automatisch in der Masse anwählen (z.B. einzelne Fußballspieler in einer Mannschaft).
Zudem unterstützt die R8II nun (wie alle modernen Canon-Systeme) 8 Autofokus Feld-Auswahl-Größen: von dem kleinsten Spot bis zur ganzen Sensorfläche. Dazwischen finden sich drei Rechtecke, welche man in der Größe manuell anpassen kann. Mit einem Druck auf den 'Info'-Schalter kann man ein unter dem Rechteck liegendes Objekt auswählen zur automatischen Weiterverfolgung (Tracking).
Andere Autofokus-Funktionen der Sport-Kameras wurden in der R8II vereinfacht, sodass sich eine für Einsteiger einfach zu bedienende und dennoch für fortgeschrittene auch weiter konfigurierbare Kamera ergibt.
Automatisch werden 100% vertikal und 100% horizontal des Sensors ausgenutzt. Bei manueller Nutzung stehen 100% horizontal, aber nur 90% vertikal für die Autofokus-Sensoren zur Auswahl. - Automatisch werden vom System 1.053 verfügbare AF-Positionen - in einem Raster von: 39 * 27 verwendet. Manuell kann man im Einzelpunkt-AF nur noch 4.368 (statt früher 4.897) AF-Positionen für Foto ansteuern. Für Videos stehen der R8II nur noch 3.588 (statt früher 4.067) AF-Felder zur Verfügung. Diese liegen in maximal 1.053 Zonen für Fotoaufnahmen und maximal 1.053 Zonen (bei der 4K-Einstellung) für Filme.
Empfindlichkeit des Autofokussystems wurde erweitert und reicht laut Canon Deutschland nun von Lichtwert -7,5 bis +21 - bei 23 Grad Celsius, ISO 100 und mit Mehrfeldmessung. Bei Video hängt die Autofokus-Empfindlichkeit von der gewählten Auflösung ab, und die Untergrenze schwankt zwischen -4 bis -5 EV.
Eine Anti-Flacker-Aufnahme wird für 100 und 120 Hz-Stromnetze geboten - ähnlich demjenigen System in der R3, zusätzlich sind die Frequenzen im Menü manuell in 0,1-Herz-Schritten auswählbar. Damit sind die bei älteren Kameras teilweise sichtbaren horizontalen Streifen bei Gasentladungslampen in Innenräumen und Stadien leichter (manuell) verhinderbar.
Die R8II behielt die bekannten Leistungen beim Autofokus und der KI. Erkannt werden: Menschen, Tiere (Hunde, Katzen, Vögel und Pferde und andere Herdentiere mit den Augen weiter seitlich), Fahrzeuge (Rennwagen oder Rennmotorräder), Flugzeuge und Helikopter sowie Züge. Bei den Fahrzeugen etc. ist auch noch der sogenannte Cockpit-Modus vorhanden, mit dem man statt auf das ganze Fahrzeug nur auf das Cockpit automatisch fokussieren kann. - Man kann darüber hinaus einstellen, ob das linke oder rechte Auge angewählt werden soll. Zudem kann man mit einem belegbaren Schalter schnell zwischen diesen Augen hin und her schalten.
Wichtiger dürften jedoch in der Fotopraxis die Automatik-Modi (Auto
) sein, welche den Autofokus für den Anwender vereinfachen - vor allem bei gemischten Motiven (z.B. Tier und Mensch im Sucher). Dieser aus DSLR-Zeiten bekannte dritte AF-Modus AI-Autofokus ist weiterhin vorhanden, der automatisch zwischen Einzel-AF und Kontinuierlichem Autofokus hin- und herschalten kann. - Nochmals langsam: Bei 'Auto' wechselt die KI von selbst zum passenden Autofokus-Motivprogramm. So sollte KI immer funktionieren.
Fazit Autofokus: Alle Tester lobten 2026 dieses sehr gute AF-System für die Fotografie in einer derart preiswerten Einsteiger-Kamera. Kein Mitbewerber in der Preisklasse konnte 2026 in diesem Punkt bei diesem Preis mithalten.
Die R8II besitzt weiterhin nur einen elektronischen Sucher mit 2,36 Mio. Pixel-Auflösung - 1.024 * 768 Bildpunkte, bei einer 0,39 Zoll Diagonalen des OLED-Displays. Er soll baugleich mit demjenigen aus der APS-C-Kamera R7 sein.
Das EVF bietet 60 und 120 Hz Bildwiederholung an. Die Vergrößerung beträgt ca. 0,7-fach - bei 3:2 Displaydarstellung, einem RF 50 mm F1.2 L USM Objektiv bei unendlich, -1 m-1. Der Augenabstand / Austrittspupille beträgt ca. 22 mm (bei -1 m-1 vom Okularende).
Es wird weiterhin das alte vollkommen dreh- und schwenkbares Display angeboten. Die Bildschirm-Diagonale beträgt 7,5 cm (3 Zoll). Es handelt sich um ein Clear View LCD II mit ca. 1,62 Mio. Bildpunkten. Das sind 900 * 600 Pixel. Dies entspricht dem der Vorgängerin und dem rückwärtigen Display der R6II. - Die Touchscreen-Funktionalität entsprechen den neuesten Canon-Kameras.
Das Menü entspricht fast dem der anderen modernsten Kameramodellen, ist somit für eine Einsteigerkamera sehr umfangreich und bietet extrem viele Einstellungen.
Da Gehäuse der R8II erhielt den bei der Vorgängerin vermissten Joystick für den Autofokus, welcher die Bedienung der Kamera deutlich erleichtert. Der Vier-Wege-Auswahl-Taster blieb zudem erhalten.
Das (zwangsweise für den nun eingebauten IBIS) neugestaltete (Pseudo-Retro-) Gehäuse konnte nicht nur optisch (etwas markanter, kantiger und eckiger), sondern auch ergonomisch einige Tester mit der griffigen Beschichtung des neuen nun tieferen Handgriff überzeugen.
Optisch sehen die schwarz auf schwarz gehaltenen Schalter und Taster neu aus.
Anderen Testern gefiel das nun reduzierte und verkleinerte Bedienkonzept des Gehäuses.
Es ist zwar leicht und aus Kunststoff, fühlt sich dennoch stabil an, was für viele Einsteiger bei Vollformat eine ergonomische und sinnvolle Balance darstellt.
Alle relevanten Schalter sind rechts oben auf der Schulter angebracht.
Die Modus-Wahl erhielt bei der R8II eine dritte (C3) Position zur freien Vorbelegung mit eigenen Kameraeinstellungen.
Auch sonst ist diese Kamera deutlich auf die Einhandbedienung mit der rechten Hand ausgerichtet.
Die R8II besitzt ein Wählrad mit diversen vorkonfigurierten Presets zum schnellen Wechseln der Modi auf der rechten Schulter oben. Daneben finden sich 2 C-Plätze, um sie selbst zu konfigurieren. Auf der Schulter findet sich nun ein Dreiwege-Schalter Ein/aus sowie Foto und Video, der das schnelle Umschalten erleichtert.
Es handelt sich bei der R8II um ein stabiles, hochwertiges Polycarbonat-Gehäuse. Laut Canon mit Magnesium- und/oder Aluminiumlegierung im Innern. Dies ergibt einen relativ guten Wetter-, Regen und Spritzwasser-Schutz - in etwa auf dem Niveau der DSLR-Modellreihe 6D, der R8 Mark I und der R6II. Die Betriebsumgebung reicht von ca. 0 - 40 Grad Celsius und maximal 85% relativer Luftfeuchtigkeit.
Die Maße der R8II betragen ca. 132 * 90 * 80 mm. Die Vorgängerin R8 Mark I ist etwas kleiner (133 * 86 * 70 mm). Das Gewicht beträgt ca. 546 Gramm mit Akku und Speicherkarte. Dies ist schwerer als die Vorgängerin. Dennoch ist es leicht für eine Vollformat-Kamera und die leichteste Canon-Vollformat-Kamera mit eingebautem IBIS.
Für eine preiswerte Einsteigerkamera werden zahlreiche Anschlussmöglichkeiten geboten: Ein Kartenfach für eine schnelle UHS-II SD-Karte. Allerdings wurde das Kartenfach nun seitlich in den Griff eingebaut, was den Zugriff auf dem Stativ montiert erleichtert.
Als Funk wird ein WLAN mit 2,4 GHz und neu 5 Ghz, mit Bluetooth-Unterstützung V5.3 angeboten. Unterstützte Funktionen sind u.a. das EOS Utility, Smartphone, Web-Upload. Das 2,4 GHz WLAN kann eine WiFi-Verbindung mit großer Reichweite zu image.canon herstellen - der Cloud-Plattform von Canon, mit internem FTP. Der Bluetooth- und Wi-Fi-Verbindungsaufbau soll vereinfacht worden sein. Man kann auch das Smartphone als Fernbedienung oder als großes rückwärtiges Display verwenden. An Kabel-Anschlüssen bietet die R8II einen SuperSpeed USB 3.2 Gen 2 USB C (mit 10 GBit/Sek.). Über USB-C lässt sich die Kamera nicht nur laden, sondern auch mit Dauerstrom versorgen. Ein integriertes Stereomikrofon ist im Gehäuse vorhanden. Ferner wird der neue Multifunktions-Zubehörschuh - Canons multi-function accessory shoe - anstelle des alten Blitzfußes / Blitzschuhes - für (kabellose) Mikrofone aber auch neue Blitzgeräte verwendet. - Alte Blitzgeräte können dennoch weiterhin verwendet werden. Externe Mikrofone sind über den Multifunktions-Zubehörschuh inklusive XLR über Tascam CAXLR2dC anschließbar. Die R8II besitzt eine Micro-HDMI-Buchse. Zudem findet sich ein Eingang für ein externes 3,5 mm Mikrofon (Miniklinke Stereo) und ein Kopfhörerausgang (3,5-mm-Stereo-Miniklinke). Schließlich ist noch der RS-60E3-Anschluss für die kabelgebundene Fernbedienung vorhanden.
Die R8II verwendet weiterhin den kleinen Lithium-Ionen-Akku LP-E17 mit 7,5Wh. Damit sollen 150 Aufnahmen mit dem elektronischen Sucher EVF und 270 Aufnahmen mit dem rückwärtigen Display möglich sein. Vorsicht: Die vereinzelt angegebenen 220 respektive 340 Aufnahmen beziehen sich auf den Energiesparmodus, welcher in der Foto-Praxis nicht so ergonomisch ist.
Streaming ist via USB-C möglich. Dazu wird eine UVC/UAC-Unterstützung für das Videostreaming geboten - quasi einfach zu bedienende Webcam-Funktionen.
Auch ein Intervall-Timer ist in die R8II integriert. Ferner ist das Herausziehen von JPEG-/HEIF-Einzelbildern mit ca. 8,3 Megapixeln aus einem 4K UHD Video möglich. Aber mit / als HEIF nur, wenn die Aufnahme in HDR PQ erfolgte.
Optional wird eine Griff-Verlängerung (grip extention - EG-E2) - ein unten an das Gehäuse anschraubbarer Aluminium-Rahmen (in den USA für 90-99,99 US-Dollar, in Deutschland ab 99 Euro) - und der XLR-Adapter für Video angeboten. Vorsicht: Der EG-E2 wurde aufgrund der andersartigen Gehäuseform neu nur für die EOS R8II konzipiert. Meines Erachtens ist er für Männer mit größeren Händen sinnvoll, die auch ihren kleinen Finger an der Kamera wünschen, um vor allem größere und schwerere Objektive bequem halten zu können.
Bei allen in Hersteller-Broschüren zu findenden Daten handelt es sich um Laborwerte. Sie gelten nur unter Idealbedingungen. Dazu gehören u.a. exakt zur Kamera und für das Bajonett passende, modernste, lichtstarke, teure Objektive, die man bei Offenblende verwendet, im Labor unter genormtem, gleichbleibendem - meist extrem hellem - Licht einsetzt, meist auf einem speziellen Stativ montiert, zudem schnellste, größte und teuerste Speicherkarten, ferner modernste, voll aufgeladene Akkus, sowie bestimmte Menüeinstellungen und nur bei ganz bestimmten Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerten etc.
Die von der CIPA vorgegebenen Messkriterien sind meist sehr streng und werden von japanischen Technikern überwiegend genau beachtet. Ganz im Gegensatz zu einst angesehen europäischen Institutionen wie TÜV, Stiftung Warentest oder die französische DXO, die seit Jahren in der Kritik stehen. Daraus folgt, dass die Messergebnisse durchaus wahr
sind. Das wird ggf. von der CIPA nachgeprüft. Aber es handelt sich nicht desto trotz um Maximalwerte.
Während früher bei DSLRs der mechanische Spiegel oft der begrenzende Faktor war, so sind es bei den modernen spiegellosen Hochleistungs-Kameras meist die Objektive mit ihren Autofokusmotoren sowie Blendenmechanismen. Deshalb weise ich auch ständig darauf hin, dass man moderne Kameras nur mit modernsten Objektiven, Akkus, Speicherkarten etc. wirklich ausreizen kann. Das gilt für alle Modelle aller Sensorklassen aller Hersteller. Wer hingegen z.B. als Altglassammler
Objektive an Adaptern an diesen modernen Kameras verwendet, kann sämtliche Messwerte getrost vergessen. Ähnliche Einschränkungen betreffen ältere Akkus und langsame oder kleinere Speicherkarten. Aber bereits lichtschwächere Objektive, oder Objektive, die man in der Fotopraxis abblendet, werden signifikant schlechtere Messergebnisse liefern.
Hinzu kommt die Serienstreuung der Produktionsqualität aller am Gesamtsystem beteiligten Einzelkomponenten, die sich neutralisieren aber auch in einer positiven wie negativen Richtung aufsummieren kann.
Daraus folgt letztendlich, dass Sie in Ihrer alltäglichen Fotopraxis geringere Werte erhalten werden - bei allen Modellen aller Hersteller. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass pauschale Aussagen mancher Tester in Foren, Fachzeitschriften oder auf YouTube ohne genaue Angabe alle verwendeten Testverfahren (und Einstellungsdetails) nur eingeschränkt verwendbar sind. Und, weil mir immer wieder diese Frage gestellt wird: Alle Messergebnisse sind wahr und zutreffend, betreffen jedoch meist ganz bestimmte Rahmenbedingungen. Meine Erfahrung ist, dass diese noch nie exakt auf meine Fotopraxis zutrafen. Meine Ergebnisse lagen immer unter den Herstellerangaben, aber immer über denjenigen der heftigsten Kritiker.
Bitte beachten Sie abschließend Ihre eigenen fotografischen Anforderungen: Manche Werte der R8II können traumhaft gut oder manche Kritiken vernichtend ausfallen. So lange diese Punkte für Sie und Ihre persönlichen Foto-Stile irrelevant sind, sollten diese auch Ihre Bewertung in keiner Weise beeinflussen.
Selbst, wenn wir uns bei Vollformat-Sensoren in der sogenannten Königsklasse
befinden, so finden sich Unterschiede zu anderen Modellen und anderen Herstellern, die man deutlich benennen muss. Es handelt sich zwar um Leiden auf höchstem Niveau. Aber jede Person sollte sich die Einschränkungen vor dem Kauf zumindest klarmachen.
Der Tiefpassfilter vor dem Sensor wurde bei der Vorgängerin schon bemängelt. Dieser reduziert die theoretisch maximal mögliche Auflösung und den Kontrast etwas. Aber Canon hält daran fest, weil man dort glaubt, dass die Käufer der R8II nicht bereit sind, Moirés nachträglich am PC per Software zu korrigieren.
Einschränkung: Die Flacker-Erkennung ist nicht verfügbar, wenn der elektronische Verschluss verwendet wird.
Einschränkung: 1/16.000 Sek. ist nur in den Modi Fv, Tv und M verfügbar (bis 1/8.000 Sek. im P oder Av Modus).
Zudem gilt: Wenn 1/16000 Sek. eingestellt wird, kann die Belichtung nicht in Drittel- oder Halbstufen angepasst werden.
Einschränkung: Bis zu 1/8.000 Sek. bei Einstellung auf HDR-Modus, Fokus-Bracketing oder gleiche Belichtung für neue Blende (ISO-Empfindlichkeit/Verschlusszeit, Verschlusszeit).
Einschränkung bei fremden Blitzgeräten: Die Einstellung der Farbtemperatur passt sich nur an die Farbtemperatur an, wenn ein Speedlite der EL-/EX-Serie [also ein Original-Blitzgerät von Canon] zum Einsatz kommt, das Farbtemperaturinformationen überträgt. Alle anderen Blitzgeräte werden auf ca. 6000 K eingestellt.
Einschränkung: Die Unterdrückung niedriger Bildraten kann sich auf Aufnahme-Performance, Autofokus, Messungen und auf andere Funktionen auswirken. Auch der Bildschirm läuft damit vielleicht nicht flüssig.
Nicht jedem 'gefällt' das neue Design / Aussehen der Kamera. Deshalb sollte man diese Kamera auf jeden Fall vor dem Kauf einmal (mit geschlossenen Augen) in die Hand nehmen und ausprobieren.
Bei dieser Einsteigerkamera fehlt auf der linken Schulter oben eine elektronische Anzeige. Links ist alles leer. Für Arbeiten am Stativ und in der Nacht schränkt dies etwas ein.
Manchmal benötigt man doch zusätzlich die linke Hand, um den weit entfernten Menu-Schalter auf der linken Rückseite zu bedienen.
Es fehlt nun ein separater Schalter zum Umschalten von Foto zu Video. Es gibt nur noch den Drei-Wege-Schalter mit dem Ein-/-Schalter zusammen (rechts oben). Deshalb kann man beim Einschalten der Kamera versehentlich zu weit gelangen und dadurch im Video-Modus enden, obwohl man eigentlich Fotos aufnehmen wollte. Dazu ist nun zwingend eine optische Kontrolle beim Einschalten der Kamera erforderlich.
Manche Menüs und vor allem Einstellungen sowie Bezeichnungen sind jedoch verwirrend und für Laien nicht nachvollziehbar: u.a. die Wechsel der Bezeichnungen bei RAW oder die Verhaltensänderungen beim sogenannten 'Advanced Mode' oder 'Creative Assist', 'Scene modes' und 'Color Filters'. Auch der Umstand, dass man manche Einstellungen durch Verwenden der linken Hand und Drücken des 'Menu'-Schalters bestätigen muss, bleibt unklar. Warum diese ergonomischen Schwächen gerade bei einer Anfängerkamera auftreten, ist unverständlich. Probieren Sie es persönlich aus. Evtl. werden Sie als erfahrene Fotografen es auch nicht verstehen. Erstaunlicher Weise kann man viele Menüpunkte mit Schaltern, dem Vier-Wege-Schalter oder per Touch-Screen bedienen. Aber für andere (vor allem bei Video) benötigt dann doch wieder exakt einen davon. Auch Canon muss angesichts der inzwischen überladenen Menüs nun einen Ergonomie-Experten dies überarbeiten lassen. Für Anfänger (vor allem, wenn sie von logisch zu bedienenden Smartphones kommen) wird das sonst frustrierend. Oder: Worin besteht der Nutzen von Auswahloptionen, wenn man dort nur einen einzigen (logischer Weise bereits vorausgewählten) Punkt auswählen kann? Oder warum kann man eine Belichtungskorrektur nur einsetzen, nachdem man eine Belichtungsmessung durch manuelles Andrücken des Auslösers auf das Motiv durchgeführt hat? - Das sind m.E. alles Software-Fehler, die man mit einem Firmware-Update beheben könnte.
Der Kreuztaster auf der Rückseite der Kamera statt einem multifunktionalen Daumenrad schränkt die Bedienung in der Fotopraxis auch bei der R8II etwas ein. Die Vierwege-Steuerung (Kreuztaste) rund um die Set-Taste ist gewöhnungsbedürftig und keineswegs so komfortabel. Ferner muss man dadurch sehr viel mit dem Touch-screen manuell einstellen sowie auswählen.
Es finden sich auch keine beleuchteten Schalter.
Es liegt eine eingeschränkte Robustheit und reduzierte Wetterfestigkeit vor. Das ist definitiv keine Kamera für den beruflichen Alltag im Freien unter allen Wetter- und harten Einsatzbedingungen. Aber für Einsteiger dürfte die Qualität durchaus ausreichen. Auch in Innenräumen sollte sie sogar für höhere Ansprüche problemlos verwendbar sein.
Vor allem größere Männerhände haben allerdings mit der kleinen Kamera mit den eher kleinen Schaltern ergonomische Probleme.
Angesichts des geringen Gewichtes und der kleinen Dimensionen der Kamera sind schwerere oder größere Objektive kaum längere Zeit stabil zu halten oder herumzutragen.
Auch alte EF-Objektive sind mit dem klobigen und relativ schweren Adapter an dieser Kamera nicht so sinnvoll zum Tragen. Ferner werden die alten Objektive definitiv die R8II ausbremsen. 40 scharfe Fotos je Sekunde sind damit unrealistisch.
Nur mit dem neuen Grip-Extender (ca. 99 Euro) - ein unten anschraubbarer Erweiterungsgriff von Canon, der die Höhe vergrößert - lässt sich die Kamera gut greifen und halten. - Dies gilt insbesondere für größere Objektive auch deshalb, weil jene unten überstehen. D.h. nur mit dem unten angeschraubten Zusatzgriff kann man die Kamera (bei daran montierten größeren Objektiven) korrekt flach auf einem Tisch abstellen.
DPReview ermittelte 78 Aufnahmen mit Raw+JPEG sowie 175 Aufnahmen mit JPEG im Puffer, bevor die Kamera alles verlangsamte.
Einschränkung: Die maximale Geschwindigkeit für Reihenaufnahmen kann mit aktivierter Flacker-Erkennung abnehmen.
Der Pre-capture-Modus mit den Voraufnahmen kann nur mit 40 Bilder je Sekunde verwendet werden. Man kann die Bilderzahl nicht manuell verändern (reduzieren). Das führt ggf. zu sehr vielen (unnötigen) Bildern, die man aussortieren muss. Das ist ein seit Jahren bemängeltes Dauerproblem bei allen Canon-Kamera-Modellen.
Mit nur 6 Bildern je Sekunde ist der (sowieso nur semi-)mechanische Verschluss sehr langsam.
Das geringe Gewicht (fehlende Masseträgheit) und die kleine Bauform (schwieriger, ruhig zu halten) machten bei der Vorgängerin (R8I) ein IBIS erforderlich. Aber exakt jene physikalisch negativen Rahmenbedingungen beschränken ein IBIS weiterhin - im Vergleich zu den schweren großen Kameras. D.h. man darf bei der R8II definitiv nicht die angepriesenen 7-7,5 Blenden Verwacklungsschutz in der Fotopraxis erwarten. Dennoch bleibt es ein relevanter und heute erwartbarer Zugewinn.
Es wurde kein vollmechanischer Verschluss eingebaut. Das entspricht der Sony A7C und der Sony A7CII, die auch sonst vergleichbare Einsteigermodelle darstellen.
Der erste (Verschluss-) Vorhang wird immer elektronisch hergestellt. Nur der zweite Vorhang erfolgt (wahlweise) mechanisch.
Der halbmechanische Verschluss beherrscht als kürzeste Zeit nur 1/4.000 Sek.
Der mechanische Verschluss klingt erstaunlich laut, und ist auch von Passanten auf der Straße störend hörbar.
Der mechanische Verschluss bietet auch keinen Staubschutz des Sensors durch geschlossene Lamellen beim Wechseln der Objektive.
Manche Tester hatten Probleme bei der Auswahl der zu verfolgenden Objekte, da der AF sich manchmal selbst entscheidet, was er (unter einem gewähltem Rechteck-Rahmen) verfolgen will. Das war nicht immer das vom Fotografen gedachte. Das gilt vor allem bei angefüllten (oder überfüllten) Bildsituationen, bei denen im (eventuell zu großen) AF-Rahmen zu viele Details vorhanden sind.
Wieder stellte sich allerdings das Standardproblem bei derartigen Einsteigerkameras heraus. Da sie oft mit billigen Objektiven kombiniert werden, fokussieren jene Objektive auch sehr langsam (vor allem STM Motoren) und erzielen (bei 40 Bilder je Sekunde) keineswegs die hohen Treffer-Ergebnisse der teuren, schnellen Spitzenobjektive. Deshalb sollte man sich genau überlegen, welche Objektive man für Aufnahmen schneller Bewegungen verwendet. Die Kamera mag sporttauglich sein. Aber keineswegs sind alle billigen (Canon-) Objektive für Sportaufnahmen verwendbar. DAs schränkt selbst Canon offiziell ein.
Die maximale Flächenausdehnung der Autofokusfelder auf dem Sensor ist abhängig vom verwendeten Objektiv.
Der geringe Lichtwert des AF-Systems von -7,5 wird nur erreicht bei einem Objektiv mit Lichtstärke 1:1,2 mit dem zentralen AF-Feld, im One-Shot AF, bei 23°C und ISO 100. Ausgenommen sind zudem z.B. RF Objektive mit DS-Beschichtung (Defocus Smoothing).
Die AF-Leistung bei wenig Licht wird weiter eingeschränkt, wenn die Reduzierung niedriger Bildraten verwendet wird.
Wie bei modernen spiegellosen Kameras (aller Hersteller inzwischen) üblich, wurde der AF-Bereich erweitert auf hier -7,5 bis 21 Lichtwerte. Aber (wie bei fast allen Kameras) bleibt der Helligkeits-Messbereich der Belichtungssteuerung eingeschränkt bei LW -3 bis 20. - Zur Erklärung: Der Autofokus mag zwar noch etwas bei Dunkelheit treffen. Aber das Belichtungssystem der Kamera arbeitet dann nicht mehr korrekt.
Es handelt sich noch nicht einmal um einen modernen BSI-Sensor (Back-side illuminated), der mehr Licht aufnimmt respektive auswertet, sondern um eine alte Front-side-Konstruktion von Canon. Deshalb zeigt die Bidlqualität noch immer eine etwas eingeschränkte Dynamik vor allem in den nicht immer rettbaren Lichtern (ab +2 bis 3 Stufen Überbelichtung wird es schwierig).
Im sogenannten Burst-Modus mit bis zu 40 Bildern je Sekunde mit elektronischem Verschluss sinkt die Qualität auf 12-Bit ab.
Die Bildqualität nimmt laut Tests mit rein elektronischem Verschluss auch insgesamt sichtbar ab. Tester empfehlen deshalb, für höchste Bildqualität mit dem ersten elektronischen Vorhang (und dann dem 2. mechanischen am Ende) zu fotografieren.
Der negative Rolling-Shutter-Effekt ist zwar gering, aber dennoch leicht vorhanden.
Ab ISO 6.400 wird das Rauschen deutlicher sichtbar.
Der fehlende mechanische Verschluss führt allerdings bei Belichtungszeiten kürzer als 1/1.000 Sek. zu einem unschönen Bokeh bei Offenblende. Da wird ein Teil des Lichts / der Form abgeschnitten.
Manche angepriesenen Modi wie Advanced Assist+ erzeugen nur JPEGs.
Einige Funktionen wie Multi-shot-RAW, um höhere Auflösungen zu erhalten, fehlen in dieser Kamera.
Sowohl der elektronische Sucher als auch das rückwärtige Display boten 2026 nur noch Einsteigerniveau. Man kann damit arbeiten. Aber man darf keine Auflösungs- oder Helligkeits-Wunder davon erwarten.
Der elektronische Sucher und sein sichtbares Schaubild sind wirklich klein.
Die gebotene Auflösung von 2,36 Mio. Pixel des Suchers stellten 2026 die Untergrenze bei Vollformat-Kameras dar. Das sollte man sich (vor allem als Brillenträger) ggf. vor einem Kauf ansehen und ausprobieren.
Deshalb schreibt Canon auch deutlich in einer der 62 einschränkenden Fußnoten: Die Bilder der Livebildansicht weichen von der finalen Aufnahme ab.
Zwar rotieren die Display-Anzeigen im elektronischen Sucher, aber nicht auf dem Rückwärtigen Display. Dort muss man unergonomisch 'um die Ecke lesen.'
Es wird nur ein kleiner, fummeliger Micro-HDMI-Anschluss geboten, der leicht herausrutschen und abbrechen kann.
Der Pre-shooting-Modus / Burst-Mode wird nicht immer, sondern nur bei halb gedrücktem Auslöser aktiviert.
Bei diesem Burst Modus wird allerdings die Belichtung des ersten Bildes fest übernommen für die weiteren. Das dürfte jedoch nicht so hinderlich sein (war es in den Tests auch nicht), weil das alles extrem schnell abläuft und sich in der kurzen Zeit die Belichtung nicht gravierend ändert. Da man nun einfach zu bearbeitende RAW-Einzel-Dateien erhält, kann man die Belichtung ggf. auch nachträglich anpassen.
Die Akku-Laufzeit ist deutlich eingeschränkt und wird noch immer - und ganz besonders gegenüber den nun erstarkten Mitbewerbern im Einsteigerbereich bei Vollformat bemängelt. Man kann jedem Fotografen nur zu einem sofortigen Kauf mindestens eines Ersatzakkus anraten. Bei Video dürfen es auch gleich mehrere Ersatzakkus sein.
Fazit: Der noch immer zu kleine Akku ist das einzige ernsthafte verbliebene Problem dieser Kamera.
Der Akku lässt sich im ausgeschalteten Zustand nicht über eine PD-Power-Bank schnell aufladen. Dies funktioniert nur sehr langsam mit 6W. Das ist für den mobilen Einsatz hinderlich.
Vorsicht für Akkus von Drittherstellern, da Canon diese faktisch verbietet: Bei nicht authentifizierten Akkus wird das Laden über USB nicht unterstützt.
Laut Canon Deutschland wird kein Akkuladegerät mitgeliefert. Das muss man extra kaufen: Canon LC-E17E Akkuladegerät für 69 Euro.
Die R8II bietet keine Unterstützung für einen Akkugriff (wie z.B. den BG-R10). D.h. es ist kein Hochkantgriff und kein zweiter Akku direkt an die Kamera anschließbar.
Jeder Interessent sollte sich auch unbedingt vor einem Kauf die inzwischen 62 technischen Einschränkungen in den Fußnoten durchlesen. Davon waren zahlreiche auch schlichtweg irreführend wie z.B. die Verweise: Einzelheiten ... sind unter [Zusätzliche Informationen] für die [EOS R8 Mark II] auf 'https://cam.start.canon' zu finden.
. Denn dort gab es Anfang Oktober 2026 keine R8II noch Informationen dazu.
Bitte beachten Sie: Viele der hier angegebenen Kritikpunkte können per Software - also Firmware-Update - leicht nachträglich optimiert respektive korrigiert werden. Bisher hat Canon das bei seinen neuen spiegellosen Kameras auch getan.
Die folgenden Angaben sind für Videografen. Wenn Sie als Fotograf diese technischen Fachausdrücke teilweise nicht verstehen, dann benötigen Sie diese Dinge derzeit auch (noch) nicht.
Alle technischen Daten zu Video finden Sie beim Hersteller. - Hier werden nur die wichtigsten und relevantesten Daten für die Video-Praxis beschrieben und bewertet.
Zusammenfassung: Die R8II bietet fast dieselben beeindruckenden Video-Leistungen wie die höher angesiedelte Canon R6II.
Die R8II bietet Oversampled 6K Video bis zu 60 Bilder in der Sekunde an (Full-width 4K video from 6K bis zu 60p). D.h. der Sensor wird voll ausgenutzt und dann das Bild heruntergerechnet auf 4K. Dadurch entsteht eine höhere Bildqualität und kein Crop.
Vor allem bei Video kamen zahlreiche Neuerungen und Erleichterungen für Anfänger (wie einfache Zeitlupen- und Zeitraffer-Modi) direkt aus der Kamera hinzu. Allerdings erhielten auch fortgeschrittene Videografen neue Einstellungen wie die einfacher einzustellende Auto-Weiß-Balance. Ferner können nun Weißabgleiche oder ganze Presets auch Schaltern zugewiesen und per Knopfdruck angewandt werden. Zudem kann man einem Schalter eine Fokusveränderung (z.B. defocus / Defokus-Funktion) zuweisen, der in einer bestimmten Geschwindigkeit quasi weich ausblendet. Auch sonst finden sich zahlreiche neue Auto-Modi für Anfänger in der Videografie. Dennoch können fortgeschrittene Filmer die Kamera auch manuell fein einstellen, sofern sie das filmerische Fachwissen dazu besitzen.
IBIS, elektronische Bildstabilisierung mit IBIS und die neuen Autofokus-Leistungen werden nun auch für Video angeboten. Diese bieten in der Videopraxis vermutlich viel größere Vorteile als die ebenfalls anwendbaren Farbfilter aus dem Fotobereich.
Canon hob zudem für Content Creatoren die speziellen Nachtmodi unter der Einstellung SCN auf dem Modusrad, den Produktdemomodus sowie den Glatte-Haut-Modus hervor, welche Aufnahmen erleichtern.
Hilfreich ist auch das nun vorhandene Tally Light vorne zur Kontrolle der Videoaufnahme.
Hinzu kommen LUTs (Look-up-Tables / Look-Files / Filmtone Farbfilter).
Die Voraufnahme-Funktion gibt es auch bei Video.
Ansonsten blieb es bei den sehr guten Video-Leistungen der Vorgängerkamera:
4K UHD wird mit 60p = 60 Bildern in der Sekunde, bis zu 10-bit mit 4:2:2 H.265 angeboten. Alternativ ist auch 8-bit H.264 möglich. Nur wenige Kameras in diesem Preisbereich beherrschen so etwas: 4K mit 60 Bildern je Sekunde ohne Crop, oversampled.
Zudem findet sich HDR PQ und HDR Movie für HDR Workflows. Full-HD wird mit bis zu 180p = 180 Bildern in der Sekunde angeboten - und zwar ohne Crop (Beschnitt), also oversampled von 6K mit hoher Bildqualität. Full-HD wird insgesamt mit 180, 150, 120, 100 Bildern je Sekunde offeriert. Manche Tester behaupteten 2026, dass dies nun mit Ton sei. Aber Canon schreibt in Fußnoten das Gegenteil.
Es findet sich sogar C-Log3, eine flache Tonwertkurve zum späteren Grading, um den aufnehmbaren Dynamikumfang zu erhöhen.
Die R8II besitzt keine zeitlichen Aufnahmebegrenzung - stoppt also nicht bei 29:59 Minuten jede Aufnahme.
Die digitale / elektronische Bildstabilisierung findet sich in zwei Versionen in der R8II als Digital IS und als Digital IS Enhanced. - Zudem bietet die R8II Focus Breathing Correction: Mit dazu kompatiblen Objektiven wird der Sehwinkel beim Fokussieren von verschiedenen Objekten in verschiedenen Tiefenebenen beibehalten. - Bei den einblendbaren Anzeigen wird u.a. False Colour geboten, um sehr einfach die unterschiedlichen Belichtungszonen einer Szene darzustellen. Ferner finden sich Zebras, Zebra Patterns, Streifenmuster für Belichtungskorrekturen.
Auch im Video-Bereich findet sich das Detect-Only AF-System (Nur Erkennen Auto-fokus), welches das sogenannte Jagen (hunting - ständiges Hin- und Her-Fokussieren) unterbindet, wenn ein Motiv den Sucher verlassen hat. D.h. der Fokus wird dann nicht automatisch auf den Hintergrund verschoben, sondern bleibt erhalten, bis das Motiv wieder im Sucher erscheint.
Für Canon sind das alles sehr gute Werte im Einstiegsbereich, welche diese Kamera R8II auch zu einer hochwertigen Video-Kamera - auch für YouTube-Vlogger - machen.
Die ungünstige Anbringung der Steckplätze für Mikrofon und Kopfhöreranschluss führen dazu, dass deren Stecker manchmal die Bewegungsfreiheit des rückwärtigen Displays einschränken. Das drehende rückwärtige Display blockiert exakt am Stecker des Mikrofons (Mikrofonstecker links an der Kamera). Das wird nicht nur Ein-Mann-Vlogger vor der Kamera stören.
Die R8II bietet dennoch maximal nur 2 Stunden Aufnahmezeit bei Bildfrequenzen ab 100 - ist somit zeitlich durchaus beschränkt. Nur für Bildfrequenzen mit weniger als 100 Bildern je Sekunde sind theoretisch Aufnahmen bis zu 6 Stunden möglich.
4K-Aufnahmen sollen aus thermischen Gründen sogar auf weniger beschränkt sein. - Definitiv wird das kleine Gehäuse (ohne Lüfter) bei 4K60p eine faktische zeitliche Aufnahme-Grenze aufgrund der unvermeidbaren Überhitzung aufweisen.
Oversampling aus 6K von der gesamten Sensorbreite wird nicht angeboten bei 4K-Movie-Zuschnitt und Movies mit glatter Haut.
4K UHD Zeitraffer (16:9) mit 3.840 * 2.160 bei 29,97 und 25 Bilder je Sekunde wird nur ohne Ton aufgezeichnet. Das Gleiche gilt bei Full HD Zeitraffer (16:9) mit 1.920 * 1.080 bei 29,97 und 25 Bilder je Sekunde. Ähnliches scheint auch bei den High Frame Rate Movies zu gelten. Allerdings drückt sich Canon in der Fußnote 41 im Deutschland dazu extrem vage aus, welche Bildfrequenzen dies genau betrifft.
Für zahlreiche Video-Modi (unter anderem viele Full-HD-Modi) können nur exFAT-formatierte Speicherkarten für die Aufzeichnung verwendet werden.
Die unverständlichste Einschränkung der neuen R8II bei Video lautet (in Fußnote 62 in Deutschland): Das Gesamtgewicht von Kamera, Objektiv, Mikrofon und anderem Zubehör sollte nicht höher als 1 kg sein.
Das schränkt die Verwendung der Kamera als Video-Kamera ein. Denn ein Cage und der XLR-adapter sowie ein Mikrofon überschreiten mit einem Zoom-Objektiv schnell diese maximale Gewichtsangabe, weil das Kameragehäuse bereits alleine über 500 Gramm wiegt.
Das von Canon angepriesene neue 'Cinema View'-Format ist nur ein klassisches 2.35:1 Format, das man früher schon in der PC-Nachbearbeitung erhalten konnte. Aber man verliert 'Cinema View' im Log-Profil, wo es interessant wäre.
Full HD bis 180 Bilder je Sekunde wird als Zeitlupe mit 1/6 Geschwindigkeit fest aufgenommen und kann nachträglich nicht geändert werden.
Mangels zweitem Kartenfach ist keine Sicherung des Videos auf zweite Speicherkarte möglich.
Die Ausgabe auf einen externen Recorder und Kameradisplay ist zwar möglich. Dann erfolgt aber keine Aufzeichnung auf die interne Speicherkarte. Also kann man auch so keine Sicherungskopie anlegen. - Faktisch kann man diese Sicherung nur auf dem externen Recorder auf z.B. zwei SSDs durchführen, was jedoch teuer, aufwändig und kaum für die Kern-Zielgruppe der R8II sinnvoll sein wird.
Eine externe 6K-RAW-Aufzeichnung ist nicht möglich.
Für Aufnahmen mit 10-bit C-Log3 oder HDR PQ benötigt man eine V60-Speicherkarte oder schneller.
Alle Video-Formate sind IPB-Komprimiert. Nur wenige Modi bieten ALL-I-Optionen - Intra Frame (All-I). ALL-I bietet mehr Informationen zum Nachbearbeiten am PC.
Es wird in der R8II nur C-Log3 angeboten, und dabei schaltet der ISO-Wert automatisch auf 800 hoch.
Wie bei allen Canon-Video-Kameras verliert man bei Beginn der Aufnahme die vorher einblendbaren Horizontanzeige und das Histogramm.
Bitte beachten Sie: Viele der hier angegebenen Kritikpunkte können per Software - also Firmware-Update - leicht nachträglich optimiert respektive korrigiert werden. Bisher hat Canon das bei seinen neuen spiegellosen Kameras auch getan.- Bis Ende 2024 brachte Canon auch zahlreiche kleine Firmware-Updates heraus. Sie sollten sich unbedingt immer die neueste Version der Firmware installieren, um Ihre Kamera maximal ausnutzen zu können.
Die EOS R8II-Kamera war sofort vorbestellbar und ab ca. 20. Oktober 2026 verfügbar.
In den USA wurde sie zum Start (29.10.2026) für 1.899 US$ (mit Kit RF24-50mm F4.5-6.3 IS STM für 2.099$) verkauft. Das waren Anfang Oktober 2026 umgerechnet zum Tageskurs nur 1.681 Euro.
In Deutschland kam der übliche Melkkuhzuschlag obendrauf: 1.799 Euro für die Kamera alleine und 2.199 für das Kit mit dem RF 24-105mm F4-7.1 IS STM Objektiv. Aber der reine Gehäusepreis war in Deutschland zur Vorgängerin (R8 Mark I) immerhin gleich geblieben.
Gleich ein Hinweis zum kleinen Kit-Objektiv: Das sollte man sich vor dem blinden Kauf genau ansehen: 24-50 mm Brennweite sind sehr eingeschränkt. Eine Offenblende von f4,5-6,3 ist auch nicht wirklich lichtstark - vor allem für einen derart kleinen Zoombereich. Beides wird heftig kritisiert. Seitenhieb: Panasonic bietet ein 20-60 mm F3.5-5.6 Zoom-Objektiv, das auch leicht ist - und definitiv für Video hochwertiger.
Bei der Beurteilung der Hybrid-Kamera Canon R8II muss man zwei Bereiche unterscheiden:
Im Bereich Video handelt es sich bei der R8II um eine gute Einsteiger-Kamera: 4K-Video mit 60p = 60 Bildern in der Sekunde auf einem Vollformat-Sensor in der Amateurklasse sind für die Nutzer auf fast allen Gebieten inklusive YouTube mehr als ausreichend. Vergleichbares bei Video bieten nur ganz wenige Kameras überhaupt an.
Allerdings wird auf viele Anwender auch noch einiges Zubehör direkt für die Video-Kamera hinzukommen: externe Mikrofone, Ohrhörer etc. sind auch hier erforderlich, wenn man unter allen Bedingungen wirklich hochwertige Videos aufnehmen will.
Und bereits für 4K-Video gilt: ein moderner Hochleistungs-PC sollte es für die frustfreie Video-Bearbeitung schon sein.
Nun mit IBIS wird sie auch als Vlogging-Kamera bei Ein-Mann-YouTubern beliebter werden.
Ferner wird die R8II sicherlich auch bei fortgeschrittenen (wohlhabenderen) Studio-Filmern als auf Stativen fest montierte Zweit-, Dritt-, oder Viert-Kamera eingesetzt werden. Ohne Crop bei 4K60 und mit identischer Ausstattung bezüglich Video und vor allem den Farben (C-Log3) ist die Abstimmung dieses B-Roll-Materials nachher am PC viel einfacher mit z.B. einer R6II als A-Roll-Kamera durchführbar. Wem es nun die Sprache verschlägt: 2-5 Kameras sind keine Ausnahme bei aufwendigeren Studio-Aufnahmen (z.B. eine Zentral-Kamera als A-Roll, eine für Aufnahmen von einer anderen Seite / einem anderen Winkel auf den Sprecher, eine weitere für Produktaufnahmen z.B. senkrecht oder schräg von oben auf ein Produkt auf dem Tisch vor dem Sprecher usw.).
Aufgrund des geringen Eigengewichtes kann die R8II auch als Drohnenkamera eingesetzt werden.
Trotz der angeblich über 60 Verbesserungen blieb vieles an der Hardware der R8II zur Vorgängerin R8 Mark I identisch. Am Auffälligsten sind die spürbaren Verbesserungen beim nun vorhandenen IBIS (Verwacklungsschutz), dem Joy-Stick für die Ansteuerung der AF-Felder hinten und dem neueren sowie noch treffsicheren (KI-)Autofokus.
Die R8II mit den neuen RF-Objektiven im preislichen Mittelfeld sind zweifellos bezüglich der Bildqualität eine gute Wahl für Fotografen, die an modernen spiegellosen Canon-Modellen im Vollformat-Bereich interessiert sind. Aber da sind die in zahlreichen Einzelbereichen doch mess- und teilweise sichtbare Unterschiede zu den Mitbewerbern. - Vor allem liegen deren Systempreise (also Kamera mit Objektiven) nicht selten darunter.
Noch immer liegt ein großer Vorteil des kleinen Formfaktors und des geringen Kameragewichts, darin, dass die R8II (mit flachen, leichten, kleinen Pan-Cake-Objektiven) zu einer Reisekamera prädestiniert ist.
Als Ersatzkamera für Berufsfotografen würde ich sie noch immer nicht empfehlen. - Um es klar zu sagen und manchen US-Jublern zu widersprechen: Die R8II ist keine Profi-Kamera. Wer eine Zweitkamera für den Beruf sucht, sollte zur Canon R6III greifen.
Ob die R8II den sofortigen Aufstieg von der in vielen Punkten fast identischen Vorgängerin R8 (Mark I) rechtfertigt, hängt von den tatsächlich durchgeführten Fotostilen ab. Wer keine Sport- oder Wildtierfotografie betreibt, also eher mit statischen Motiven arbeitet, wird beim Verkauf der alten R8 einen hohen Wertverlust erleiden und dann einen deutlichen Aufpreis zur R8II bezahlen müssen, der eventuell in vielen Fotos nicht sichtbar wird. Denn auch der Sensor blieb gleich.
Die R8II bietet gegenüber der Vorgängerin R8 Mark I nicht viel Neues. Aber alles wurde für die Foto- und Video-Praxis der Amateure und Einsteiger erstaunlich gut aktualisiert und somit abgerundet.
Abgesehen vom schwachen Akku sah ich 2026 keinen Haken an der R8II. Ein Original-Ersatzakku ist für unter 100 Euro erhältlich. Für Videografen darf es auch gerne eine etwa gleichteure Akku-Bank sein.
Angesichts des in Deutschland zwar hohen aber eben nicht höheren Preises als die Vorgängerin, ist sie den Preis auf jeden Fall wert. Dies gilt vor allem, wenn man bedenkt, dass auch Canon inzwischen kaum mehr etwas für Auslaufkameras (z.B. Firmware-Updates, Service etc.) liefert.
Dennoch sollte man bei allen Träumen an die hohen Folgekosten im Bereich Vollformat-Sensor denken. Die umfangreichen und beeindruckenden Leistungen der Kamera kann man nur mit hochwertigeren und somit teureren Objektiven wirklich voll ausreizen. Dann kommen noch (2026 teure) Akkus, Speicherkarten und PC zur Bildbearbeitung hinzu.
Klar muss auch jedem sein, dass die R8II eine (zwar hochwertige sowie ausgereifte) aber dennoch Einsteigerkamera und kein Arbeitstier wie die Canon R6III ist. Die Zielgruppen der R8II werden allgemein definiert als Einsteiger, Amateur, Content Producer, Content Creator, Street- und Reisefotografen sowie allgemein 'Preisbewusste'.
Ein grundlegendes Problem vorab sind sowohl der dichtgedrängte Markt der (insgesamt bei jedem Hersteller hochwertigen) Einsteigerkameras mit Vollformatsensor und die 2026 eher schwache Wirtschaft mit weltweit eingeschränkter Konsumlaune. Deshalb ist der Verkaufsstart vor dem Weihnachtsgeschäft zwar gut gewählt, wird aber dennoch keine Wunder bewirken. Dies gilt vor allem, da Canon die Vorgängerin R8 Mark I weiterhin im eigenen Programm halten will und preisgünstiger verkauft. Zudem wurde im Herbst 2026 auch deren Vorgängerin die RP noch immer neu zu oft extrem niedrigen Preisen (ab 604 Euro) als Konkurrenz angeboten. - Erst langfristig kann das für Canon als einziges Einsteigerkamera ein Erfolg werden.
Vor allem die teilweise neu extrem billig (ab 1.169 Euro) angebotene Nikon Z5II war im Herbst 2026 eine überlegenswerte Alternative. Allerdings wurde auch die ältere aber in Details (zweites Kartenfach, hochwertigerer Sucher, größerer Akku etc.) hochwertigere Canon R6II zu ähnlichen Preisen angeboten (im Herbst 2026 ab 1.639 Euro - also günstiger als die R8II).
Ferner ist die Benennung der 'R8II' unglücklich, da viele Fotografen / Kunden nicht verstehen, warum die R1-R6 Vollformatkameras sind, die R7 eine APS-C-Kamera ist und das angeblich schlechtere Modell R8II wieder eine eher höherwertige Vollformat-Kamera. Somit wird auch - unnötiger Weise - hier viel Verwirrung erzeugt.
Letztendlich kommt aus meiner Analysesicht hinzu, dass fast jeder Tester bisher die R8II lobt, aber kaum einer sie selbst für sich kaufen will.
Im Grunde genommen hat Canon das Vorgängermodell - die R8I - in ihren Eigenschaften konsequent weiterentwickelt: klein, leicht, mit guten Foto- und vor allem Video-Eigenschaften zu einem zudem (bei Vollformat) noch erträglichen Einstiegspreis.
Ökonomisch nutzte Canon auch sehr geschickt die Skaleneffekte, indem es zahlreiche der teuren und wichtigen Bauteile von anderen Modellen verwendete. Dadurch wurden hohe Leistung zu geringen eigenen Produktionskosten und somit einem erträglichen Endkunden-Preis möglich.
Als Einstiegskamera für Vollformat im Videobereich wird das sicherlich langfristig ein Erfolg. Auch die Vorgängerinnen RP und R8 Mark I hatte man damals in Tests oft heruntergemacht, aber dennoch gekauft.
2026 schreckte jedoch viele Einsteiger die Objektivpolitik der Firma Canon ab, welche keine preiswerten und hochwertigen Fremdobjektive von Drittherstellern erlaubte. D.h. jeder Kunde muss entweder mäßig gute Objektive von Canon verwenden, oder extrem teure hochwertige. - In den USA wird das starke Marketing der Firma Canon jedoch viele unerfahrene Kunden bei diesem Punkt täuschen.
Es werden vermutlich nur ganz wenige Kunden von anderen Herstellern zur Canon R8II wechseln.
Auch die Frage, ob man mit der R8II wirklich viele alte noch verbliebene Canon-DSLR-Nutzer oder Nutzer der kompakten Canon M-Serie (beides überwiegend reine Fotografen) herüberziehen kann, bleibt unklar. Canon zielt mit der R8II angeblich neben Smartphone-Nutzern auch auf Aufsteiger aus der APS-C-Klasse, Umsteiger von einer EOS R, EOS RP sowie der Spiegelreflexkamera EOS 6D (Mark II).
Für DSLR-Umsteiger kommen die störenden Adapter hinzu. Für die APS-C M-Klasse-Umsteiger existieren überhaupt keine Adapter für alte Objektive.
Als Zusatzkamera / Zweitkamera für die Reise kann die R8II für wohlhabendere Privatanwender auch erfolgreich werden.
Zukunft: Bereits 2013 schrieb ich in meinem Artikel über die Zukunft der Fotografie, dass diese eindeutig bei Video liegt. Fotografen sollten sich diesen Artikel nun endlich durchlesen. Das ist seit der R5 und definitiv der R8 (Mark I) bereits die Gegenwart. Für Fotografen, die Standbilder wünschen, wird schon heute nichts mehr eigenständig entwickelt. Sie erhalten nur noch die Abfallprodukte
der Video-Szene. Diese sind sicherlich hilfreich für viele Fotostile. Aber Fotografen und deren Wünsche stehen für die Kamerahersteller definitiv nicht mehr im Zentrum. Warten auf eine evtl. in 4 Jahren erscheinende R8III wird somit evtl. nur einen neuen stärkeren Akku und ein wie immer leicht verbessertes (KI-)Autofokussystem liefern. Man darf sich somit als Fotograf von der Zukunft keine Wunder mehr erwarten.
Interessierte finden die offiziellen Informationen beim Hersteller zur Canon EOS R8II, die technischen Daten Canon EOS R8II auf Deutsch,
Im Folgenden finden Sie kommentierte Quellen und Belege sowie Analysen für alle Test-Ergebnisse und Kritiken zu Aussagen zur Kamera sowie Anmerkungen zu den jeweiligen Testpersonen. Die positiven wie kritischen Einschätzungen im Artikel werden gestützt durch die hier angeführten Belege und Quellen. Sie sollten auf jeden Fall einen Blick in jene Quellen werfen, oder zumindest die zur jeweiligen Quelle angeführten Details vor einem Kauf beachten.
Die in den USA angesiedelte Fachzeitschrift DPReview liefert im Artikel Canon EOS R8 II review: new design, major fixes but frustrations remain, vom 15.09.2026, einen Testbericht der Kamera.
Das englischsprachige Fachmagazin PetaPixel lobt im Artikel Canon's Radically Redesigned EOS R8 II Has IBIS, 4Kp60, and an AF Joystick, vom 15.09.2026, die Kamera.
Die Mitarbeiter des englischsprachigen Fachmagazins PetaPixel loben im Artikel Canon EOS R8 Mark II Review: A Great Camera In a Polarizing Package, vom 15.09.2026, die Kamera.
Die Zeitschrift heise online erklärt im kurzen deutschen Artikel Canon EOS R8 Mark II: 40 Bilder pro Sekunde, 24 Megapixel und neues Design, vom 16.09.2026, das Wichtigste der Kamera.
Das schweizerische Online-Magazin digitec.ch erklärt im kurzen deutschen Artikel Canon EOS R8 Mark II mit Bildstabilisator und neuem Design, vom 17.09.2026, das Wichtigste der Kamera.
Die Zeitschrift fotoMagazin erklärt im kurzen deutschen Artikel Canon EOS R8 Mark II kommt mit mehr als 60 Verbesserungen, vom 16.09.2026, das Wichtigste der Kamera.
Der Multimillionär und Influencer Ken Rockwell beschreibt im langen englischen Artikel Canon EOS R8 Mark II, undatiert, weil ständig erweitert, alles Mögliche rund um die Kamera.
Vorsicht - bezahlte Werbung: Canon USA hat wieder einmal viele Influencer eingeladen. Beachten Sie diesen Umstand bei allen angeblich neutralen Berichten. Das gilt vor allem für alle jene Influencer, welche vergessen
diese Einladung sowie die dabei erhaltenen Gegenstände und Vergünstigungen zu erwähnen. Angeblich handelte es sich auch bei den ersten Tests bereits um Produktionsmodelle mit Firmware 1.0.
Die in den USA angesiedelte Fachzeitschrift DPReview liefert im englischen Video Die Canon EOS R8 II ist wirklich gut. Warum würde ich sie mir also nicht kaufen? / The Canon EOS R8 II is really good. So why wouldn't I buy one, vom 15.09.2026, einen Testbericht der Kamera.
Der US-Influencer und Canon-Fotograf Jared Polin schildert im folgenden englischen Film Canon R8 Mark II PRAXISTEST: Haben sie meine Lieblingskamera RUINIERT?! (vs. R6 Mark II / R8), vom 16.09.2026, seine Testergebnisse.
Die beiden kanadischen Influencer schildern für PetaPixel im nächsten englischen Film Canon Went Retro Style?!, vom 16.09.2026, ihre (wie immer bei Canon negativen) Testergebnisse.
Liebe Leserinnen und Leser,
damit diese umfangreichen, kostenlosen, wissenschaftlich fundierten Informationen weiter ausgebaut werden können, bin ich für jeden Hinweis von Ihnen dankbar.
Deshalb freue ich mich über jede schriftliche Rückmeldung, Fehlerkorrekturen, Ergänzungen, Neue Informationen etc. Ihrerseits per E-Mail.
Um meine Neutralität zumindest auf dem hier beschriebenen Feld der Fotografie und Videografie wahren zu können, nehme ich bewusst von keinem Hersteller, Importeur oder Vertrieb irgendwelche Zuwendungen jeglicher Art für das Verfassen der absolut unabhängigen Artikel an. Auch von Zeitschriften oder Magazinen aus dem Fotobereich erhalte ich keinerlei Zuwendungen.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude beim Fotografieren und Filmen.
Foto Video Design - Dr. Schuhmacher